Zahlen zu DAB+

22 Prozent der Deutschen besitzen schon Radios mit DAB+

Der digital-terrestrische Hörfunkstandard DAB+ wird immer erfolgreicher: 22 Prozent der Deutschen besitzen schon mindestens ein Digitalradio-Gerät. Eine knappe Mehrheit ist aber auch 2017 noch mit UKW zufrieden.
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Der digital-terres­trische Hörfunk­standard DAB+ ist weiter deutlich im Aufwind: Bereits jeder fünfte Deutsche ist im Besitz eines Digital­radios, 12 Prozent der Befragten planen, sich 2017 ein DAB+-fähiges Gerät anzu­schaffen. Das belegt eine Studie des Markt­forschungs­instituts GfK, die vom Zentral­verband Elektro­technik- und Elektronik­industrie (ZVEI) beauftragt wurde. In einer repräsenta­tiven Umfrage wurden im November 2016 insgesamt 2000 Personen ab 14 Jahren in Deutsch­land online befragt. 22 Prozent der Deutschen besitzen laut der Studie schon mindestens ein Digital­radio mit DAB+.

Die meisten (16 Prozent) haben ein oder mehrere Digital­radio-Geräte im Haus­halt, im Fahr­zeug jedoch sind es nur neun Prozent. Dies liegt an der Preis­politik der Auto­bauer in Deutsch­land: Nur in ganz wenigen Modellen befindet sich DAB+ bereits als Serien­ausstattung. Für das digital-terres­trische Radio - nicht selten geht es hier lediglich um die Frei­schaltung eines ohnehin vorhan­denen Chips - müssen Kunden teils horrende Auf­preise zahlen.

1,2 Millionen Geräte gingen 2016 über den Ladentisch

Digitalradio DAB+ Fensterbank TeddybärDie Deutschen lieben Digitalradios mit DAB+. Jeder fünfte besitzt schon eins. Trotzdem ist der ZVEI mit dem Ergebnis zufrieden: "Die Ergeb­nisse der Studie zeigen klar: Radio ist für die meisten Deutschen nach wie vor das bevor­zugte Medium zum Musik­hören", meint Martin Winkler, Vor­sitzender des ZVEI-Fachver­bands Consumer Elec­tronics. "Immer mehr Ver­braucher setzen dabei auf digitale Empfangs­geräte, die einen besseren Ton, einen stabileren Empfang und eine größere Programm­auswahl bieten." Laut GfK Retail & Techno­logy wurden in Deutsch­land bis Ende 2016 3,9 Millionen Geräte mit DAB+-Techno­logie verkauft. Alleine 2016 waren es 1,2 Millionen Geräte. Damit konnte die Jahres­prognose von knapp über einer Million Geräte leicht über­troffen werden und sich das DAB+-Segment im Vergleich zum Vor­jahr um 25 Prozent steigern. Insgesamt lag der Anteil von DAB+-fähigen Geräten an den gesamten Radio­verkäufen im Jahr 2016 bei 17,3 Prozent und damit um knapp vier Prozent über dem Vor­jahres­wert. Ende Februar soll es eine neue Prognose für das Jahr 2017 geben.

Mehrheit der Deutschen ist noch mit UKW zufrieden

Eine knappe Mehrheit der Deutschen zögert aber immer noch beim Kauf eines DAB+-Radios: 12 Prozent planen die Anschaffung eines Digital­radios in den kommenden 12 Monaten, 11 Prozent sind noch unsicher. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) sind noch mit UKW zufrieden und wollen in diesem Jahr kein Radio mit DAB+ kaufen. Das ist insofern nicht verwunder­lich, da es bisher in Deutsch­land noch keine Fest­legung auf einen Abschalt­termin bei UKW gibt.

Die Nach­frage nach DAB+ ist dennoch beein­druckend: Laut früheren Umfragen besaßen bis 2011 nur 0,6 Prozent der Deutschen ein Digital­radio nach dem alten DAB-Stan­dard, während DAB+ nun schon nach knapp über fünf Jahren auf 22 Prozent Markt­durch­dringung kommt. Das ist auch ein Schlag ins Gesicht derer, die eine Zukunft des Radios vor­rangig im Internet und via Smart­phone oder Tablet sehen: Radios sind 2017 als physische Geräte noch hoch im Kurs und daran dürfte sich auch in den kommenden Jahren nichts ändern.

Digitales Radio auch im Auto immer beliebter

Die Relevanz von Digital­radios nahm 2016 auch im Fahr­zeug­bereich zu: 21 Prozent der Neu­fahr­zeuge in Deutsch­land wurden im ver­gangenen Jahr mit digitalen Radio­geräten ausge­stattet (Quelle: DAT-Auto­mobil­report 2017). 2015 lag dieser Wert noch bei 14 Prozent.

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