Angetestet

Cubot Max 2: Einsteiger-Phablet im Kurztest

Ein 6,8-Zoll-Smart­phone mit Dual SIM, LTE, Android 9 und ausdau­erndem Akku für 128 Euro? Klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Wir haben einen Blick auf das Cubot Max 2 geworfen.
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Wenn neue Smart­phones in die Regalen der Märkte und Läden gelie­fert werden, werden daran gerne vier­stel­lige Preis­schilder befes­tigt. Doch nicht jeder Kunde kann oder will einige Hundert bis weit über Tausend Euro für ein neues Smart­phone ausgeben.

Den Hersteller "Shen­zhen Huafurui Tech­nology" aus China dürften die aller­wenigsten Leser kennen, selbst der Marken­name "Cubot" dieses Unter­nehmens ist nicht jedem Handy-Inter­essenten sofort ein Begriff. Cubot liefert seit einigen Jahren sehr preis­werte und doch gut ausge­stat­tete Smart­phones.

Cubot wurde unter dem Firmen­motto „Einfach und vertrau­ensvoll“ ("Simple and Trust") vor acht Jahren gegründet. Man versuche nicht, so der Hersteller auf seiner Webseite, brand­neue Soft­ware oder Hard­ware unmit­telbar in den eigenen Geräten zu verbauen. Bei Cubot bekomme man nur das, was auch wirk­lich zu 100 Prozent funk­tioniere - ein hoher Anspruch. Das kombi­niert mit einem sehr guten Preis-Leis­tungs­verhältnis, wobei man nicht "reiße­risch mit neuer tech­nischen Ausstat­tung des Smart­phones zu protzen" versuche.

Cubot Max 2 für 128 Euro

Für das 6,8-Zoll-Display braucht man oft keine Brille mehr
Für das 6,8-Zoll-Display braucht man oft keine Brille mehr
Beim Versand­händler Amazon ist uns ein Angebot aufge­fallen, das es "nur für kurze Zeit" geben soll. Es heißt Cubot "Max 2" und kostet knapp 128 Euro. Dafür bekommt man ein sehr preis­wertes Smart­phone mit Anroid 9.0 und einem 6,8-Zoll-Display in den Außen­maßen 17 Zenti­meter "lang", 8 Zenti­meter breit und 18,5 Zenti­meter Diago­nale (umge­rechnet etwa 7,2 Zoll). Das Gerät hat eine Dicke von ca. 8 Milli­metern. Mit zwei SIM-Karten bestückt, hält man 222 Gramm in den Händen. Ein Sili­konrahmen als Schramm und Fall­schutz wird seri­enmäßig mitge­liefert.

Acht Kerne, Dual-SIM und LTE

Beim Cubot Max 2 wird ein Hybrid-Slot verwendet
Beim Cubot Max 2 wird ein Hybrid-Slot verwendet
Das Max 2 nimmt wahl­weise zwei Nano-SIM-Karten (Dual-SIM) oder eine SIM-Karte plus eine SD-Spei­cher­karte (maximal 256 GB) in seinen Hybrid-Slot auf und wird von einem Medi­atek Chip­satz MT6762V/WB (auch bekannt als Helio P22) ange­trieben, in dessen Kern ein ARM 64 Bit Prozessor mit 8 Kernen ("Octa­core") und 12 nm-Prozess steckt. Im Gerät warten 64 GB interner Spei­cher und 4 GB Arbeits­spei­cher auf die notwen­digen Befehle des seri­enmä­ßigen Anroid-Pie-Betriebs­systems.

6,8 Zoll, 3 Kameras, Corning Gorilla Glass 5

Das 6,8-Zoll-Display wird von Corning Gorilla 5 Glas geschützt und hat ein Seiten­verhältnis von 19:9. Es gibt eine Dual­kamera hinten, die laut Hersteller aus einer Kamera mit 12 MP und einer weiteren mit 2 MP besteht, unter der eine 6-fach gestaf­felten 6P-Linse und dahinter der Sony Kamera-Sensor IMX486 auf die Bild­infor­mationen wartet.

Die Front­kamera ist oben rechts im Display zu sehen und erin­nert ein wenig an eine Innen-Imbus-Schraube. Sie löst mit 8 MP auf, das Licht wird durch eine 4P-Linse (vier­fach gepackt) gesam­melt. Für die GPS-Navi­gation ist das Gerät mit einem Gyro­skop ausge­stattet. Einen Sensor zur Kompass-Orien­tierung gibt es in dieser Preis­klasse nicht.

Android 9 - (k)ein Update

Die Rückseite spiegelt und mag etwas rutschig erscheinen. Der mitgelieferte Schutzrahmen ist zu empfehlen, wenn man keine extra Tasche dafür verwenden möchte
Die Rückseite spiegelt und mag etwas rutschig erscheinen. Der mitgelieferte Schutzrahmen ist zu empfehlen, wenn man keine extra Tasche dafür verwenden möchte
Das Cubot Max 2 ist mit einem ziem­lich origi­nalge­treuen Android 9 inklu­sive Google Play Store und den dazu­gehö­renden Apps bestückt, auf herstel­lerei­gene Apps wurde hingegen verzichtet. Für das Max 2 scheint es bislang nur ein einziges Mal ein Betriebs­system-Update gegeben zu haben, welches das Gerät auf den Patchlevel Januar 2019 gehoben hat. Weitere Updates sollte man nicht erwarten. Der verwen­dete Linux-Kernel 4.9.117 stammt immerhin vom 5. Juli 2019.

Das Mobil­funk-Modul "spricht" GSM 850/900/1800/1900, beherrscht ferner die E-UTRA-Bänder 1,3,7,8 und 20 (900/1800/2600/800/800 MHz), empfängt und sendet Blue­tooth zwischen 2402 und 2480 MHz sowie WLAN (WiFi) bei 2412-2472 MHz (also kein 5 GHz-WLAN) und lauscht GPS bei 1575,42 MHz. Ein UKW-FM-Empfänger (mit RDS Sender- und Programm­inhalts­anzeige) für 87,5-108 MHz ist auch inte­griert. Als FM-Radio-Antenne dient das Kabel eines (nicht im Liefer­umfang enthal­tenen) Kopf­hörers mit 3,5-mm-Klin­kenste­cker.

5000 mAh Strom­spei­cher

Strom für das beacht­liche Smart­phone kommt aus einem Polymer-Akku, der 19,25 WattStunden liefern soll oder 3,85 V mit 5000 mAh Kapa­zität bietet. Dieser Akku ist fest verbaut, der Nutzer kann (und sollte) das Gerät nicht selbst öffnen.

20 Stunden nach dem letzten Aufladen und nach drei Stunden Display­nutzung kündigte uns das Smart­phone eine Rest­kapa­zität von "63 Prozent" oder einen Tag und 11 Stunden an. Diese Werte können schnell schwanken, aber bei normaler Nutzung sollte man locker über einen Tag hinweg kommen, wir schafften sogar zwei. Dem Gerät liegt ein Stecker­netz­teil mit USB-A auf USB-C Kabel bei.

VoLTE ohne Umstände möglich

Auf dem Display ist eine Schutzfolie aufgeklebt, die über die Gerätefunktionen aufklärt und vor dem Gebrauch zu entfernen ist.
Auf dem Display ist eine Schutzfolie aufgeklebt, die über die Gerätefunktionen aufklärt und vor dem Gebrauch zu entfernen ist.
Nach dem Einlegen der SIM-Karte und dem Einschalten meldete sich die verwen­dete Telekom-SIM-Karte sofort mit einem Feld­stär­kesymbol und einem unüber­sehbaren "VoLTE"-Schriftzug. Dabei war es egal, ob man die Karte in SIM-Schacht 1 oder 2 einlegt, die Anzeige VoLTE war sofort da und blieb auch während der Tele­fonver­bindung über einen VoLTE-fähigen Lauf­zeit­vertrag (hier im Telekom-Netz). Im Netz von o2 wird VoLTE leider von diesem Gerät nicht unter­stützt. Ein Test mit Voda­fone war mangels ausrei­chender Netz­versor­gung vor Ort nicht möglich.

Keine Gesichts­erken­nung

Im Android-Menü fanden wir ein Unter­menü "Entsper­rung mit Gesichts­erken­nung", doch das war ausge­graut. Dafür hat das Max 2 auf der Rück­seite einen Finger­abdruck­sensor, um das Gerät dort zu entsperren. Alter­nativ kann auf der Display­seite auch ein Muster gezeichnet oder eine Geräte-PIN einge­geben werden. Als weitere Sicher­heit kann das Gerät erst nach Eingabe der Geräte-PIN gestartet werden.

Bei preis­werten Modellen ist die Entsper­rung per Gesicht oft nicht so zuver­lässig, was Erken­nung oder Sicher­heit anbe­trifft, von daher ist das kein Bein­bruch.

Woher kommt der güns­tige Preis?

Je nach Beleuchtung spiegelt das Display des Cubot Max 2 ein wenig, in der Praxis fällt das kaum auf
Je nach Beleuchtung spiegelt das Display des Cubot Max 2 ein wenig, in der Praxis fällt das kaum auf
Cubot hat beim Display bewusst auf Höchst­auflö­sung und maxi­male Hellig­keit verzichtet. Auch die verbauten Prozes­soren sind nicht von der ultra­schnellen Sorte. So kam das Max 2 im AnTuTu-Benach­mark auf 92876 Punkte, während ein Mittel­klasse-Modell wie der BlackBerry Key2LE schon 143832 Punkte erreichte. Das Huawei Mate 20 X ist dann etwa dreimal so schnell und erreichte 373617 Punkte. Das spie­gelt sich dann aber auch im Kauf­preis wider. Die verbauten Kameras machen bei ausrei­chender Beleuch­tung ordent­liche Bilder, bei schwa­chem Licht neigen sie zum Rauschen, was in dieser Preis­klasse durchaus üblich ist.

Wer gerne mit dem Handy in Deutsch­land mobil bezahlen möchte, ist beim Max 2 von Cubot an der falschen Adresse, denn einen NFC-Sensor hat das Gerät nicht. Man kann Google Pay zwar instal­lieren, aber nicht damit bezahlen. In China, wo das Gerät ursprüng­lich herkommt, ist das weniger tragisch, weil dort Bezahl­systeme mit auf dem Display ange­zeigten QR-Codes üblich sind.

Fazit

Gefallen hat uns, dass dem Gerät im Karton nicht nur eine kurze, sogar deutsch­spra­chige Bedie­nungs­anlei­tung beigepackt ist, auch die Konfor­mitäts­erklä­rung liegt bei. Der Funk­teil ("Radio") entspricht EN 301511, 300 328, 301908, um nur einige zu nennen. Da Amazon aus Deutsch­land verschickt, gibt es für den Käufer auch keinerlei Probleme mit dem Zoll. Wer sein Handy lieber im Fach­handel kaufen möchte, Cubot arbeitet mit dem Groß­händler Tele­part zusammen, der ausschließ­lich den Fach­handel belie­fert.

Wer auf die Schnelle ein einfa­ches, güns­tiges Smart­phone braucht, um auch nach Abschal­tung von 3G noch mobil mit 4G über VoLTE tele­fonieren zu können, wer für ein 6,8-Zoll-Display kein Vermögen ausgeben will, oder wo schnell ein Ersatz­gerät beschafft werden muss, weil das vorher teuer gekaufte Nobel-Modell verse­hent­lich herun­terge­fallen ist und die Spider-App geladen hat. Das Cubot Max 2 bietet eine ganze Menge Technik für schmales Geld.

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