Corona-Studie

Studie: Jeder Zweite will keine Corona-Warn-App installieren

Mit knapp 18 Millionen Down­loads ist die deut­sche Corona-Warn-App die erfolg­reichste aller frei­wil­ligen Tracing-Apps welt­weit. Dennoch wollen viele Menschen die App nicht instal­lieren. Das RKI sagt, Frei­wil­lig­keit gehört zum Konzept.

Laut einer Studie wollen viele die Corona-Warn-App nicht installieren Laut einer Studie wollen viele die Corona-Warn-App nicht installieren
Bild: coronawarn.app / SAP Deutschland
Die Corona-Warn-App des Bundes stößt in der Bevöl­kerung weiterhin auf große Vorbe­halte, obwohl Experten ihr einen spür­baren Beitrag zur Eindäm­mung der Pandemie beschei­nigen. In einer Umfrage im Auftrag des Tech­nik­ver­bandes gfu gaben 52 Prozent der Befragten an, sie wollten die App des Robert Koch-Insti­tuts (RKI) nicht instal­lieren. Die Studie mit 2000 Befragten wurde am Mitt­woch im Vorfeld der Tech­nik­messe IFA veröf­fent­licht.

Knapp die Hälfte (48 Prozent) erklärte, die App habe für sie keinen persön­lichen Mehr­wert. Ein Drittel (33 Prozent) bezwei­felte, dass die Daten ausrei­chend geschützt sind. Dabei hatten Daten­schützer und auch Nicht-Regie­rungs­orga­nisa­tionen wie der Chaos Computer Club das Daten­schutz­kon­zept der App zum Start ausdrück­lich gelobt. Knapp ein Drittel (30 Prozent) befürchtet Eingriffe in die Selbst­bestim­mung.

Knapp 18 Millionen Down­loads

Laut einer Studie wollen viele die Corona-Warn-App nicht installieren Laut einer Studie wollen viele die Corona-Warn-App nicht installieren
Bild: coronawarn.app / SAP Deutschland
Patrick Schmich, der Leiter des Epide­mio­logi­schen Daten- und Befra­gungs­zen­trums am RKI sagte auf der IFA-Veran­stal­tung "gfu Insights & Trends", eine höhere Instal­lati­ons­quote sei natür­lich wünschens­wert. Man habe aber diese im welt­weiten Vergleich sehr hohen Down­load­zahlen nur erreicht, weil man die Daten­menge auf das Mindestmaß redu­ziert und auf ein strenges Daten­schutz­kon­zept gesetzt habe. Außerdem sei die Corona-Warn-App nur ein Instru­ment zur Pandemie-Bekämp­fung, neben sozialer Distanz und einer Mund-Nasen-Bede­ckung.

Die Anwen­dung des RKI gehört mit knapp 18 Millionen Down­loads in Deutsch­land zu den erfolg­reichsten Anwen­dungen in den App Stores von Apple und Google. Rund ein Drittel (35 Prozent) der Befragten hatte die App bereits herun­ter­geladen oder plante dies.

13 Prozent gaben an, dass eine Instal­lation der App bei ihnen tech­nisch nicht möglich sei. Insge­samt bewer­teten die Nutzer die App eher positiv. Fünf Prozent sind damit eher unzu­frieden und nur drei Prozent völlig unzu­frieden.

120 Labore invol­viert

Schmich wies darauf hin, dass inzwi­schen 120 Labore für die Über­tra­gung der Test­ergeb­nisse an die App ange­schlossen seien. Bislang seien bereits über 300 000 Test­ergeb­nisse in der App bereit­gestellt worden. Bei den Telefon-Hotlines, die zur App ange­boten werden, seien inzwi­schen rund 250 000 Anrufe aufge­laufen und beant­wortet worden.

Am Diens­tag­abend hatten Apple und Google das tech­nische Funda­ment der App erwei­tert. Die Tech-Konzerne geben Regie­rungen nun die Möglich­keit, eine Corona-Warn-Infra­struktur auf Smart­phones auch ohne eine geson­derte App aufzu­setzen.

Google inte­griert dafür die nötige Funk­tio­nalität direkt in Play Services des Betriebs­sys­tems Android, Apple in die Version 13.7 des iOS-Systems seiner iPhones. Die Nutzer werden gefragt, ob sie an der Nach­ver­fol­gung teil­nehmen wollen. Ohne eine aktive Zustim­mung wird die Tracing-Funk­tion nicht aktiv. Bestehende Corona-Warn-Apps werden weiterhin funk­tio­nieren.

Mehr zum Corona-Tracing ohne App lesen Sie in einer weiteren News.

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