Cookies

Cookies: Voreinstellungen statt nervige Banner gefordert

Wer eine neue Webseite besucht, wird in der Regel erst einmal mit einem Cookie-Banner konfron­tiert. Digi­tal­poli­tiker der Union fordern Vorein­stel­lungen.

Die meisten neu besuchten Webseiten starten mit einer Cookie-Abfrage Die meisten neu besuchten Webseiten starten mit einer Cookie-Abfrage
picture alliance/dpa | Bernd Weissbrod
Digi­tal­poli­tiker der Union wollen per Gesetz die vielen Daten­schutz-Anfragen auf Websites über­flüssig machen. Statt­dessen sollen Nutzer die Möglich­keit bekommen, ihre Daten­schutz-Präfe­renzen in Vorein­stel­lungen zu spei­chern, auf die Internet-Seiten dann zugreifen können.

Derzeit werden Nutzer beim Ansteuern einer neuen Website - und manchmal auch häufiger - gefragt, ob sie der Spei­che­rung von Cookies und der Frei­gabe anderer Daten zustimmen. Viele klicken schnell drauf, um zum Inhalt zu gelangen.

Vorein­stel­lungen statt nervige Banner

Die meisten neu besuchten Webseiten starten mit einer Cookie-Abfrage Die meisten neu besuchten Webseiten starten mit einer Cookie-Abfrage
picture alliance/dpa | Bernd Weissbrod
"Der derzei­tige Dschungel an Cookie-Bannern im Internet ist nervig und führt zu weniger statt mehr Daten­sou­verä­nität, Daten­schutz und Klar­heit", sagte Tankred Schi­panski, der Spre­cher für Digi­tale Agenda der CDU/CSU-Frak­tion, der Deut­schen Presse-Agentur.

"Das wollen wir ändern und Nutzern über Vorein­stel­lungen beim Dienst­anbieter die Möglich­keit geben, die Daten­schutz­ein­stel­lungen einmal zu treffen, statt mit jeder Website aufs neue verwir­rende Banner wegkli­cken zu müssen."

Schi­panski will den Bereich mit Daten­schutz-Einstel­lungen im Gesetz zur Rege­lung des Daten­schutzes und des Schutzes der Privat­sphäre in der Tele­kom­muni­kation und bei Tele­medien fest­schreiben. Die Webbrowser-Anbieter würden dabei verpflichtet, eine solchen Funk­tion einzu­richten. Deutsch­land wäre damit ein Vorreiter in der EU, während es auch auf euro­päi­scher Ebene bereits ähnliche Über­legungen gibt.

Vereinbar mit EU-Daten­schutz­grund­ver­ord­nung

Nach Ansicht der Unions-Digi­tal­poli­tiker ist eine solche Lösung vereinbar mit der EU-Daten­schutz­grund­ver­ord­nung, die grund­sätz­lich eine Zustim­mung der Nutzer voraus­setzt. Im aktu­ellen Entwurf des deut­schen Gesetzes, der heute in erster Lesung in den Bundestag kommt, ist der Vorschlag nicht enthalten.

Deutsch­lands oberster Verbrau­cher­schützer Klaus Müller sprach sich dafür aus, dass Web-Browser und Betriebs­sys­teme so vorein­gestellt sein sollten, dass eine Analyse des Surf­ver­hal­tens von Nutzern zu Werbe­zwe­cken "grund­sätz­lich abge­lehnt" werde.

"Sollten Verbrau­cher dies anders wünschen, könnten sie dies an zentraler Stelle im Web-Browser oder Betriebs­system einstellen», sagte der Chef des "Verbrau­cher­zen­trale Bundes­ver­bands" (VZBV) dem "Handels­blatt".

Das Bundes­jus­tiz­minis­terium rief unter­dessen dazu auf, die Cookie-Auswahl­banner nutzer­freund­licher zu gestalten. "Wer nicht im Netz mit Cookies getrackt werden will, muss das im Browser-Fenster genauso leicht Wegkli­cken können wie das Einwil­ligen ange­klickt werden kann", sagte Justiz­staats­sekretär Chris­tian Kastrop dem "Handels­blatt".

Was sind Cookies?

Cookies sind kleine Dateien, die Websites auf Compu­tern der Nutzer spei­chern. Dank ihnen kann der Anbieter zum Beispiel erkennen, ob jemand die Seite schon einmal besucht hat. Sie können aber auch dazu verwendet werden, Akti­vitäten der Nutzer für Werbe­zwecke nach­zuver­folgen.

Apple geht aktuell noch einen Schritt weiter und will demnächst App-Anbieter verpflichten, sich die Erlaubnis der Nutzer einzu­holen, wenn sie ihr Verhalten quer über verschie­dene Anwen­dungen und Dienste für die Perso­nali­sie­rung von Werbung nach­ver­folgen wollen. Der Plan stößt auf heftigen Wider­stand vor allem von Face­book.

Konzern­chef Mark Zucker­berg warnte wieder­holt, dass dies nega­tive Folgen für kleine Unter­nehmen haben werde, die sich auf Online-Werbung verlassen. Apple argu­men­tiert, es gehe darum, den Nutzern die Kontrolle über ihre Privat­sphäre zurück­zugeben.

Zum Thema Daten­sam­melei steht Face­book immer wieder in der Kritik. Eine Frage ist: Darf der Face­book-Konzern Daten von Nutzern aus verschie­denen Quellen in einer großen Daten­bank zusam­men­führen? Mehr zum Thema lesen Sie in einer weiteren News.

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