Android für Notebooks

Console OS: Android soll Desktops und Ultrabooks erobern

Console OS soll Android zum Notebook- und Desktop-System umwandeln. Ein Wechsel zwischen Windows und Android soll binnen Sekunden möglich sein. Doch bislang sind vergleichbare Projekte stets gescheitert. Können die Entwickler von Console OS die Hindernisse überwinden?
Von Hans-Georg Kluge
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Console OS soll Android auf Notebooks bringen. Die Entwickler planen, bis zum Dezember 2014 eine stabile Version zu veröffentlichen. Das Betriebssystem soll Android-Anwendungen auf einem Notebook mit schnellen Prozessoren von Intel ausführen können. Auf der Crowd-Funding-Plattform Kickstarter ist Console OS bereits ein voller Erfolg.

Console OS: Android für Intel-Prozessoren

Ein Surface Pro 3 mit Console OSEin Surface Pro 3 mit Console OS Console OS soll ein Port von Android für Notebooks sein. Die Idee ist, Console OS als Dual-Boot-Option neben Windows zu installieren. Die Installation werde nach Angaben der Entwickler sowohl auf der internen Festplatte als auch auf einem USB-Stick möglich sein. Eine "InstaSwitch" genannte Technik soll ermöglichen, zwischen den beiden Betriebssystemen zu wechseln. Console OS setzt dafür auf einen eigens entwickelten Hypervisor, der die parallele Ausführung zweier Betriebssysteme mit Hilfe von Hardware-Virtualisierung ermöglicht.

Einen direkten Zugang zum Google Play Store wird es nicht geben - stattdessen soll der Amazon App Shop zugänglich sein. Um Anwendungs-Käufe aus dem Google Play Store mit Console OS zu verwenden, soll es eine Connector-App geben. Die genaue Funktionsweise ist aber noch offen. Die Informationen auf der Kickstarter-Seite legen nahe, dass diese App auf einem Android-Smartphone zum Einsatz kommt und dort Informationen zu Einkäufen über den Play Store ausliest. Über den Console OS Store sollen speziell angepasste Android-Anwendungen verbreitet werden.

Anpassungen für Notebooks

Console OS soll kein reines Android werden. Stattdessen wollen die Entwickler die notebooktypische Maus- und Tastatur-Steuerung von Apps verbessern. Unseren Erfahrungen nach ist dies auch dringend nötig, denn die Android-Oberfläche harmoniert nicht gut mit einer Maus. WindowFlinger nennt sich der Fenstermanager von Console OS. Mit diesem soll es möglich sein, Android-Apps in Fenstern auszuführen.

Eine allgemein einsetzbare Software wird Console OS jedoch nicht sein. Die Entwickler werden zunächst bestimmte Notebooks von Lenovo, Sony und weiteren Herstellern unterstützen. Daneben sollen auch die Surface-Pro-Tablets von Microsoft unterstützt werden. Weitere Geräte werden je nach Wünschen aus der Community folgen.

Ein Surface Pro 3 mit Console OSEin Surface Pro 3 mit Console OS Neben einer kostenlosen Variante von Console OS soll es auch eine Ausführung geben, die 20 Dollar im Jahr kostet. Diese werde weitere Features enthalten und könne beispielsweise mehr als zwei Apps in Fenstern ausführen. Noch bis zum 11. August können Interessierte über Kickstarter das Projekt unterstützen. Als Belohnung gibt es für Förder-Beträge ab 10 Dollar Console OS Pro 1.0 mit lebenslangen Updates - ob dazu auch große Versionssprünge zählen, ist unklar. Das Android für Notebooks soll im Dezember 2014 erscheinen.

Weitere Informationen finden sich auf der Kickstarter-Projektseite und auf consoleos.com [Link entfernt] .

Dual-Boot-Lösung Transformer Book Duet von Asus

Die Idee, Android und Windows auf einem Gerät als Dual-Boot-Lösung zu installieren, ist nicht taufrisch. Asus stellte Anfang des Jahres das Transformer Book Duet vor. Dieses sollte mit Ultrabook-Technik neue Leistungssphären für die Android-Welt erschließen. Android ließ sich auf diesem Notebook-Tablet-Hybrid als vollwertiges Betriebssystem starten. Zwischen den beiden Welten sollten Nutzer innerhalb von vier Sekunden hin- und herwechseln können. Das Gerät wird jedoch nicht erscheinen - Asus verabschiedete sich von den Plänen. In der Branche gilt es als ausgemacht, dass weder Google noch Microsoft mit diesen Dual-Boot-Lösungen glücklich sind. Ob auch Console OS Druck aus Mountain View und Redmond erhalten wird, wird sich zeigen.

Mit Bluestacks gibt es eine Software-Lösung, die es erlaubt, Android-Apps unter Windows auszuführen. Apps laufen mit Bluestacks als eigenständige Anwendungen - Android muss also nicht eigens booten. Details dazu und wie Sie Bluestacks verwenden können, erfahren Sie in unserer Meldung.

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