Netzqualität

Connect-Netztest: Telekom vorn, Vodafone holt auf

Beim diesjährigen Connect-Netztest liegt die Telekom wieder vorn, Vodafone kann aber aufholen. Während o2 bei mobilen Daten besser abschneidet, kann bei E-Plus bei der Sprachtelefonie punkten. Weitere Details in der News.
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Die Ergebnisse im Connect-Netztest.Die Ergebnisse im Connect-Netztest. Die Connect hat auch in diesem Jahr wieder den großen Mobilfunk-Netztest gemacht. Dabei liegt nun im vierten Jahr in Folge das Netz der Deutschen Telekom mit 436 von 500 möglichen Punkten wieder vorn. Aber das milliardenschwere Netzausbauprogramm von Vodafone wirkt inzwischen: Die Connect-Tester bescheinigen dem Vodafone-Netz "einen gigantischen Schritt nach vorne". Damit meldet sich der durch die Fusion von o2 und E-Plus auf Platz drei unter den deutschen Mobilfunkern abgestiegene mit 400 Punkten und einer "rundum guten Performance im Kampf um die anspruchsvolle Kundschaft zurück".

Mit dem besten Testergebnis seit dem Jahr 2010 kann Vodafone als einziger Betreiber im Test Ergebnispunkte hinzugewinnen. Der Abstand zum Erstplatzierten hat sich damit halbiert, der Abstand zum Verfolgerfeld im Test verdoppelt - es folgt das o2-Netz mit 335 Punkten vor dem Netz von E-Plus mit 327 Punkten. Vor allem in Sachen Sprache hat Vodafone kräftig aufgeholt. Allerdings können die Düsseldorfer auch beim Thema Daten mit mehr "Speed und Zuverlässigkeit" ordentlich punkten.

Vodafone im Aufwärtskampf

"Unser milliardenschweres Ausbauprogramm wirkt, die harte Arbeit der letzten zwölf Monate zahlt sich aus. Vodafone meldet sich mit einem Top-Netz zurück, mit turboschnellen Datenverbindungen und bester Sprachqualität in Großstädten sowie auf Deutschlands Straßen - und dem besten Testergebnis seit 2010", freut sich Vodafones Technik-Chef Eric Kuisch. "Die Halbzeit unserer Netzmodernisierung zeigt: Unser Aufwärtskampf zurück an die Netz-Spitze ist in vollem Gange, das Verfolgerfeld lassen wir hinter uns. Diesen Trend werden wir mit weiteren zwei Milliarden Euro auch im nächsten Jahr erneut befeuern. Und unseren Kunden ein noch besseres Sprach- und Surferlebnis bieten."

In den Großstädten bietet Vodafone laut Connect inzwischen fast so gute Qualität wie die Telekom, innerhalb von Gebäuden ist Vodafone sogar geringfügig besser. Bei Gesprächen vom Auto oder vom Zug aus ist die Telekom allerdings weiterhin deutlich besser. Deutschlandweit haben die Düsseldorfer in den letzten Monaten die Sprachqualität für ihre Kunden verbessert, die Rufaufbauzeit nahezu halbiert, und die Gesprächsfehler in den Städten auf unter 2 Prozent reduziert.

Auch beim mobilen Internet konnte sich Vodafone im Connect-Test in diesem Jahr verbessern, allerdings ist der Abstand zur Telekom hier teilweise deutlich größer als der zum Verfolger o2. Beim Datentransfer vom Zug aus liegt Vodafone sogar hinter Telekom und E-Plus.

Netzausbau geht weiter

In Sachen Netzausbauprogramm meldet Vodafone, dass inzwischen 60 Prozent der Basisstationen im deutschen Netz bereits modernisiert seien, rund zwei Drittel der Autobahnen, aber erst 20 Prozent aller Bahnstrecken, was das derzeit schlechte Abschneiden in dieser Disziplin erklärt. Aber dafür sollen bereits zahlreiche Flughäfen, Bahnhöfe, Einkaufszentren sowie Fußballstadien modernisiert worden sein. In den kommenden Monaten will Vodafone Sprachqualität und Surferlebnis seiner Kunden weiter verbessern.

Wie Connect mitteilt, wurden für den Test in ihrem Auftrag zwei vollständig ausgestattete Testfahrzeuge und zusätzlich Tester per Zug und zu Fuß vom langjährig bewährten Messpartner P3 communications quer durch Deutschland geschickt Insgesamt wurden mehr als 75 000 Messungen in Deutschland in repräsentativen 21 Großstädten, 27 Kleinstädten sowie auf Autobahnen, Landstraßen und Bahnstrecken durchgeführt.

Spannend wird, wie sich die Fusion von o2 und E-Plus auf die Netzqualität auswirken wird - während das Netz von o2 bei der Sprachtelefonie schwächelt, liegt E-Plus bei den Daten deutlich zurück. Vor allem in Sachen LTE-Ausbau müssen die beiden Spätstarter noch einiges tun. Wie es mit dem Unternehmen weiter gehen könnte, haben wir in unserem Artikel o2/E-Plus-Fusion: Was Torsten Dirks wirklich plant beschrieben.

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