Nocht nicht aber bald

Carbajo: 5G wird alles auf den Kopf stellen

Bei der Connect-Konferenz in München zeigte der Telefónica CTO, Cayetano Carbajo Martin auf, was wir von 5G erwarten können.
Aus München berichtet
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Connect Conference in MünchenConnect Conference in München Hochkarätige Referenten bei der "Connect Conference" des gleichnamigen Mobilfunk-Fachmagazins in München: Es ging um die Zukunft der Telekommunikation und der Dienste im Jahre 2018 und das Hauptthema war - erwartungsgemäß - 5G, aber es gab schon Ausblicke auf 6G. Dirk Waasen, langjähriger Chefredakteur und heute Verlagsmanager bei WEKA Fachmedien, wo die Connect erscheint, nannte die Probleme beim Namen: Brauchen wir das Netz der Zukunft und wer wird es bezahlen? Es hat 1000 Jahre gebraucht, bis Kleidung oder das Rad oder der Wagen erfunden wurde. Irgendwann kam die Windmühle, dann konnte man Strom aus Wasserkraft gewinnen, dafür brauchte es "nur" 100 Jahre. Vom Strom zum Computer in 60 Jahren, in 25 Jahren zur Computerindustrie und wie mag es weiter gehen?

Cayetano Carbajo: 5G ist noch nicht da, aber darin liegt die Zukunft

Erster Redner mit Heimspiel der Technik Chef (CTO) der Telefónica Deutschland Cayetano Carbajo-Martin, der einen Einblick gab, was man von 5G erwarten darf. In seiner Einleitung dämpfte er die Erwartungen. "5G ist noch nicht da, aber die Zukunft liegt in 5G." Alle Beteiligten seien sich einig, dass 5G "disruptiv" sei, also alles bisher gewohnte auf den Kopf stellen könne. Momentan suchten alle nach einem vernünftigen Geschäftsmodell.

Der Vorteil von 4G und 5G sei die bessere spektrale Effizienz, das heißt die vorhandenen Frequenzen können besser (intensiver, erfolgreicher) genutzt werden und Frequenzen sind rar. Die Latenzen (Antwortzeiten) sollen auf 4 bis 1 ms im Idealfall sinken, aber nicht für alle Anwendungsfälle ist das notwendig. Die Datenraten könnten im "Peak" bei 20 GBit/s liegen. Pro Quadratkilometer Fläche könne man mit einer Million Endgeräte rechnen.

Suchen das Geschäftsmodell

5G kommt auf jeden Fall, die Frage sei wie und was genau komme. Mit Release 16 seien die Hausaufgaben gemacht. Was werde 5G auslösen?

Im sogenannten "Low Band" also unter 1 GHz müssten die Frequenzen umsortiert werden ("Refarming"). Es werde neue Nutzungsmodelle geben. Die Zusammenarbeit mit der Industrie habe allerhöchste Priorität. Derzeit würden gemeinsam neue Nutzungsmodelle entwickelt.

5G bedeutet: Speed on Demand

Sicher sei: Es werde enhanced Mobile Broadband (eMBB) on demand geben. Das bedeutet, der Nutzer kann kurzzeitig eine höhere Geschwindigkeit buchen, wenn er sie gerade braucht. Sicher ist, dass 5G für den ortsfesten Funkzugang (Fixed Wireless Access, FWA) verwendet werden wird.

Deutschland fast ohne Glasfaser

Carbajo nannte erschreckende Zahlen: Nur 2 Prozent der Anschlüsse in Deutschland seien mit Glasfaser versorgt, in Spanien seien es bereits 79 Prozent. Für 2020 werde die Zahl in Deutschland auf 6 Prozent steigen, während Spanien dann die 100 Prozent-Quote erreicht haben will. Deshalb laufe es in Deutschland auf eine Anbindung der Häuser und Wohnungen über Mobilfunk hinaus, eben FWA.

5G sei nahe der Realität und braucht Glasfaser als Rückgrat ("Backhaul"), ansonsten werden viele Frequenzen ("Spektrum") benötigt. Auf Nachfrage von Teltarif.de bestätigte Carbajo: Eine 100 Prozent-Netzabdeckung werde es in Deutschland niemals geben, aber "wir müssen weiter ausbauen". Gerade in ländlichen Regionen sei es unsinnig, drei Netze parallel aufzubauen, hier plädierte Carbajo für eine Zusammenarbeit mit den anderen Netzbetreibern.

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