Cortana

Cortana: Das kann die smarte Windows-10-Assistentin

Was Siri für Apple-Nutzer ist, das ist bei Windows 10 Cortana. Sie nimmt Befehle entgegen und merkt sich Ihre Vor­lieben - zulasten des Daten­schutzes. Deinstal­lieren lässt sich die smarte Sprach­assis­tentin nicht, aus­schalten aller­dings schon.
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Cortana Microsoft Halo Der Name "Cortana" ist eine Hommage an die künstliche Intelligenz aus der Spiele-Serie Halo. Was ist Cortana? Oder besser gefragt: Wer ist Cortana? Sie ist die digitale Assis­tentin von Microsoft, die ähnlich wie Google Now oder Apples Siri Fragen und Befehle ihrer Nutzer in gespro­chener Sprache ent­gegen­nimmt. Der Name ist eine Hom­mage an die gleich­namige Figur aus Micro­softs Spie­le-Se­rie Halo. Dort ist Cortana eine künst­liche Intelli­genz, die dem Spieler zur Seite steht.

Erstmals wurde die Siri-Kon­kurren­tin 2014 im Rahmen der Microsoft-Konferenz Build vorgestellt. Nachdem sie zu­nächst nur für Windows Phone 8.1 ver­fügbar war, können mittler­weile auch Windows-10-Nutzer die intelli­gente Sprach­assis­tentin am Desktop nutzen. Sie basiert auf Microsofts Such­maschine Bing und sammelt ähnlich wie Google Now persön­liche Daten über ihre Nutzer. Auf diese Weise lernt die Soft­ware stetig dazu und kann Fragen immer indi­vidu­eller beantworten. Das Nutzer­erlebnis wird persön­licher - möglicher­weise aber zulasten des Daten­schut­zes. Ob sich dieses Risiko lohnt? Wir zeigen Ihnen, was die digitale Assis­tentin alles kann.

Witzige Befehle und smarte Antworten: Das kann Cortana

Lustige Befehle und Fragen
an Cortana zum Ausprobieren
  • Kannst du jodeln?
  • Wer ist Dein Vater?
  • Gib mir ein Rätsel!
  • Sing mir ein Schlaflied!
  • Was hältst du von Siri?
  • Gibt es Aliens?
  • Cortana, flirte für mich!
  • Kannst du kochen?
  • Überrasch mich!
Cortana ist mehr als eine clevere Sprach­steuerung. Sie ist eine virtu­elle Assistentin, die alle möglichen Fragen und Befehle direkt ent­gegen­nehmen und beant­worten kann. Falls ein Gerät über kein Mikrofon verfügt, ist auch die Text­eingabe per Tastatur möglich. Such­begriffe müssen nicht mehr müh­sam in eine Such­maschine einge­geben, Apps nicht mehr manuell ge­öffnet werden und auch Kontakte aus Ihrem Telefon­buch kann die intelli­gente Soft­ware für Sie anrufen oder per SMS er­rei­chen. Außer­dem behält Cortana Ihren Kalender im Blick und weist Sie auf Termine hin. Sie kann Erin­nerun­gen erstel­len, Musik­titel ab­spie­len, den Wetter­bericht anzeigen, Routen berech­nen und sogar Witze erzählen - und das alles direkt vom Windows-Start­bild­schirm aus.

Über den Befehl "Hey Cortana" lässt sich die Soft­ware per Sprach­befehl aktivieren, ohne dass der Nutzer zuvor eine Taste am Rechner oder Smart­phone betä­tigen muss. Die Funktion lässt sich nach Bedarf ein- und ab­schalten. Unter Win­dows 10 wählen Sie hierzu das Such­feld in der Task­leiste aus und öffnen Cortanas Start­seite. Klicken Sie dann auf das Notiz­buch (zweites Symbol von oben in der linken Spalte) und wählen Sie das Menü "Einstellungen" aus. Hier aktivieren Sie "Hey Cortana".

Vernetzung von Smartphone und PC - auch für Android und iOS

Cortana fr Windows 10Cortana für Windows 10:
1. Startseite 2. Notizbuch
3. Erinnerungen 4. Feedback
Als digitale Assis­tentin sorgt Cor­tana dafür, dass alle Ge­räte, die bei ihr unter der­selben Micro­soft-ID ange­meldet sind, stets mit den­selben Infor­matio­nen ver­sorgt blei­ben. Sie syn­chroni­siert an­stehen­de Termine und Erin­nerun­gen und bringt neue SMS, WhatsApp- oder Face­book-Nach­richten, ver­passte Anrufe und sogar den Akku­stand des Handys auf den Windows-10-Rechner.

Auch auf einem iPhone oder Android-Smart­phone lässt sich die Win­dows-Assis­ten­tin nutzen. Seit 2015 sind ent­spre­chende Apps in den USA verfüg­bar. Deren deutsch­spra­chige Version lässt indes noch auf sich warten. iPhone-Nutzer kön­nen die App über den ameri­kani­schen App-Store down­loaden. Hierzu ist aller­dings ein US-Apple-Account not­wendig. Android-Nutzer finden die englisch­sprachige Cortana-App im Google PlayStore. Auch Apps von Drittan­bietern wie Net­flix oder Twitter, die Cortana unter­stützen, sind bis­lang meist nur in englischer Sprache verfüg­bar.

Sehr persönliche Assistentin: Cortana merkt sich Ihre Interessen

Eine Besonder­heit ist das soge­nannte "Notiz­buch", in dem Vor­lieben und Inte­ressen des Nut­zers ge­speichert werden können. So lernt die digitale Assis­ten­tin Sie besser kennen und passt sich an Ihre indi­vidu­ellen Bedürf­nisse an. Sie hält Sie zum Bei­spiel auf dem Lau­fen­den über Nach­richten zu Themen Ihrer Wahl, infor­miert über Ihre Lieb­lings­sport­arten und Mann­schaften oder beob­achtet den Ver­kehr auf Ihren gewohn­ten Strec­ken und sagt Be­scheid, wenn Sie mehr Zeit für eine Fahrt ein­planen müssen.

Aber nicht nur zu selbst­gewähl­ten Themen infor­miert die Micro­soft-Assis­tentin. So in den Cortana-Ein­stel­lungen nicht anders ver­merkt, sammelt die Soft­ware konti­nuier­lich Daten, um ihre per­sön­lichen Empfeh­lungen zu opti­mieren. Diese Aus­hor­chung der Nutzer sehen viele kritisch. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich gegen Cor­tanas Daten-Hunger wehren können.

Datenschutz: So bändigen Sie Cortanas Informations-Hunger

Um das Nut­zungs­erleb­nis zu ver­bessern, sammelt Cortana konti­nuier­lich Daten. Hierzu zählen Informa­tionen zum Stan­dort und Stand­ort­ver­lauf, Kon­takte, Such­ver­lauf, Kalen­der-Ein­träge, und sogar Inhalte von Nach­richten und Apps. Zum Glück lässt sich die neu­gierige Assistentin relativ flexibel konfi­gurieren. Im Menü "Einstellungen", das sich über das Notizbuch erreichen lässt, können alle wichtigen Funktionen zentral ver­waltet werden. Nutzer können dort fest­legen, auf welche Konten Cortana zu­grei­fen und welche Vor­lieben sie sich merken darf.

Die gesam­mel­ten Infor­matio­nen werden unter ande­rem in der Cloud auf dem Bing.com-Dash­board ge­spei­chert, einem Micro­soft-Server also. Sie lassen sich jedoch nach­träglich löschen. Wählen Sie hierzu in den Ein­stel­lun­gen die Option "Alles, was Cortana über mich weiß, in der Cloud verwalten". In einer separaten Meldung erfahren Sie mehr zum Daten­schutz bei Cortana.

Windows 10 Anniversary Update: Cortana wird Pflicht

Windows 10 Cortana Online suchen und Webergebnisse einbeziehenDieser Schalter ver­schwand mit dem Anni­ver­sary-Up­date Bis zum Win­dows 10 Anni­ver­sary Up­date vom Au­gust 2016 konnten Nutzer, die auf Cortana verzichten wollten, die Assistentin mit nur einem Klick deakti­vieren. Mittler­weile ist der Dienst jedoch nicht mehr optio­nal. Wer unter Windows­10 eine Suche durch­führen will, kann dies nur noch über Cortana tun.

Das allein wäre ja noch nicht so schlimm, aller­dings lässt sich die Post-Update-Cortana auch nicht mehr so flexibel konfi­gurieren wie ihre Vor­gän­gerin. Bei der konnte der Schalter "Online suchen und Web­ergeb­nisse einbe­ziehen" noch je nach Wunsch an- oder abge­schaltet werden. Eben dieser ist mit dem Anni­ver­sary Update jedoch ver­schwunden. Die Such­funktion lässt sich also nicht mehr wie bisher auf den lokalen PC be­schrän­ken und sämtliche Such­anfragen laufen über Microsofts haus­eigene Such­maschine Bing. Ledig­lich Cortanas perso­nali­sierte Vor­schläge wie Restau­rant-Empfeh­lungen oder die Lieb­lings-Sport-Nach­richten lassen sich noch ab­schalten.

So schalten Sie Cortana per Registry-Eingriff ab

Technisch versierte Nutzer können Cortana auch nach dem Anni­ver­sary Update noch vom Windows-10-Rechner ver­bannen, dann aller­dings nur über einen Registry-Ein­griff. Tippen Sie hierzu den Befehl "regedit" in die Such­box am linken unteren Bild­schirm­rand und betätigen Sie die Enter-Taste. Navigieren Sie an­schlie­ßend zu HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Windows Search und tragen Sie unter "AllowCortana" den Wert "0" ein. Für die Modifi­kation der Registry sind Admin-Rechte erforder­lich.

Für all jene, die Cortana weiter­hin nutzen wollen, bleibt beim Thema Privat­sphäre ein fahler Bei­geschmack er­halten. Wie viele Daten wollen wir der Microsoft-Assis­tentin anver­trauen? In der namens­geben­den Spiele-Serie jeden­falls wird die künst­liche Intelli­genz mit zu­neh­mendem Wissen kälter und zynischer bis sie sich schließ­lich gegen den Spie­ler wendet und ihn verbal attac­kiert. Dies zumindest wird den Windows-10-Nutzern hoffent­lich erspart bleiben.

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