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Dropbox, Telekom Cloud und Co.: Daten speichern in der Cloud

Kostenlose Angebote bieten bis zu 25 GB Speicherplatz und viel Komfort
Von Steffen Herget
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Microsoft Skydrive mit integriertem OfficeMicrosoft Skydrive mit integriertem Office Der Software-Riese Microsoft hat zuletzt sein Angebot zur Online-Speicherung deutlich aufgewertet. So gibt es bei dem Skydrive genannten Dienst mittlerweile wie bei der Telekom stolze 25 GB freien Speicher, über den der Nutzer verfügen kann. Das Angebot ist auch bei Microsoft kostenlos. Die Größe für eine einzelne Datei ist allerdings auf 100 MB beschränkt, was den Upload von Videos und anderen großen Dateien erschwert. Auch Skydrive lässt sich als Netzlaufwerk auf dem Computer einbinden.

Das große Plus von Microsoft Skydrive ist die Möglichkeit, direkt im Account über die Online-Version von Office neue Dokumente zu erstellen oder bestehende zu bearbeiten. Damit lassen sich schnelle Änderungen jederzeit durchführen, sobald ein Browserzugang gewährleistet ist. Für die gängigen mobilen Betriebssysteme existieren auch hier Apps, die Integration in Windows Phone 7 ist erwartungsgemäß besonders gelungen. Hier lassen sich die online gespeicherten Dokumente vom Handy aus abrufen und mit der mobilen-Office-Version bearbeiten.

Strato bietet kostenpflichtige Angebote mit vielen Optionen

Der Netzwerk-Spezialist Strato - mittlerweile ein Tochter-Unternehmen der Telekom - hat mit dem Angebot namens HiDrive einen Cloud-Dienst im Angebot, der sich eher an fortgeschrittene Nutzer als an Einsteiger richtet. Dabei setzt Strato auf einen für drei Monate kostenlosen Zugang mit 30 GB Speicherplatz als "Einstiegsdroge", denn nach diesen drei Monaten wird der Account entweder abgeschaltet - inklusive Löschung der Daten - oder der Kunde muss in einen kostenpflichtigen Zugang wechseln. Hier steht 100 GB Speicherplatz ab 4,90 Euro monatlich oder 500 GB ab 9,90 Euro monatlich zur Wahl. Diese Preise beziehen sich allerdings auf eine Laufzeit von 24 Monaten, bei zwölf oder sechs Monaten werden die Angebote teurer. Der Preis für 500 GB etwa gilt auch nur für die ersten sechs Monate der Laufzeit, danach fallen 16,90 Euro monatlich an. Als Alternative gibt es von Strato noch das Angebot Free HiDrive, das auf einer speziellen Webseite als eigene Marke vertrieben wird, 5 GB kostenlosen Speicherplatz bereit hält. Auch hier werden kostenpflichtige Pakete mit 100 oder 500 GB angeboten. Ein Limit für die Größe einzelner Dateien gibt es bei Strato nicht.

Free HiDrive von StratoFree HiDrive von Strato Strato kann vor allem bei den umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten glänzen. HiDrive unterstützt den Zugriff über nahezu alle gängigen Übertragungs-Protokolle, über SMB/CIFS beispielsweise lässt sich das eigene Online-Konto als Netzlaufwerk verbinden, FTP-Zugriff ist ebenso möglich wie WebDAV. HiDrive von Strato bietet zudem die Möglichkeit, automatisierte Backups der lokalen Rechner anzulegen, etwa um stets zu einer festen Uhrzeit nachts den heimischen Computer zu sichern. Auch eine integrierte Verschlüsselung und eine optionale Zugangsbeschränkung über HTTPS bietet Strato an, um den Nutzer möglichst gut vor unberechtigten Zugriffen zu schützen. Die Strato-Server stehen in Deutschland, was für den einen oder anderen Nutzer ein weiteres Argument für den Anbieter sein kann.

NAS für die eigene Cloud

Wer seine Daten beim besten Willen nicht auf den Servern eines Internet-Anbieters speichern, aber trotzdem nicht auf eine Cloud-Lösung verzichten möchte, kann sich auch eine private Datenwolke aufbauen. Hierfür bieten sich NAS-Geräte (Network Attached Storage) an, mit Hilfe eines Routers wie der FRITZ!Box 7390 von AVM und einer USB-Festplatte ist eine eigene zentrale Speicherlösung aber ebenfalls möglich. Spezial-Geräte für die persönliche Cloud haben wir kürzlich in einem eigenen Artikel betrachtet. Entsprechend konfiguriert, ist auch der Zugriff über das Internet möglich. Im Gegensatz zu den kommerziellen Lösungen fehlt hier allerdings häufig die weitere Infrastruktur wie Apps oder Programmen für den heimischen Computer, die das Arbeiten in der Cloud deutlich komfortabler machen. Zudem ist bei Verwendung einer einzelnen Festplatte die Ausfallsicherheit nicht immer gegeben. Die Anschaffungskosten für die Hardware dürfen ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Für den Zugriff von unterwegs kann der häufig nicht besonders schnelle Upload von privaten Internet-Anschlüssen eine Hürde darstellen. Wer allerdings wirklich große Datenmengen speichern möchte, hat mit einem NAS die Möglichkeit, problemlos neue - und mittlerweile recht günstige - normale Festplatten zu integrieren und mehrere Terrabyte an Daten zu verwalten.

Fazit: Dropbox mit viel Komfort, aber wenig kostenlosem Speicherplatz

Am Ende ist es wohl zuerst eine Geschmacksfrage, ob es die professionelle Lösung oder eine eigene kleine Cloud werden soll, beide haben ihre Vor- und Nachteile. Generell ist die Datenspeicherung in der Cloud aber ein Gewinn in Sachen Komfort, denn die zentrale Speicherung sorgt neben der erhöhten Ausfall-Sicherheit für die ständige Verfügbarkeit der eigenen Daten, sobald eine Internetverbindung vorhanden ist. Bei den Online-Speicherdiensten bietet Dropbox wohl den meisten Komfort, die Telekom Cloud überzeugt allerdings, wie auch das Angebot von Microsoft, mit deutlich mehr Speicherplatz. Strato bietet eine umfangreiche Konfiguration und ist vor allem für fortgeschrittene Nutzer eine Alternative, allerdings kostenpflichtig. Wer mehr als die maximal 500 GB Speichgerplatz, die die Cloud-Anbieter im Angebot haben, benötigt, sollte über eine NAS-Lösung nachdenken.

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