Mobilfunk-Discount

Preisschraube abwärts: Die Discount-Story 2005

2005 war das Jahr der Mobilfunk-Discounter
Von Marie-Anne Winter
AAA
Teilen

Als Tchibo im Oktober 2004 mit einem ersten Discountangebot an den Start ging, war zwar absehbar, dass sich Nachahmer finden würden. Doch dass die Entwicklung auf dem Discountmarkt im Jahr danach dermaßen rasant fortschreiten würde, hat viele dann doch überrascht. Nun tummelten sich eine ganze Reihe Anbieter in diesem Segment und drehten munter an der Preisschraube. Die Preise im Mobilfunk sanken im Zuge dieser Markteintritte deutlich: Gegen Jahresende konnte mit einer Prepaid-Karte von einem Mobilfunk-Discounter bereits zu Minutenpreisen zwischen 14 und 16 Cent in alle deutschen Netze telefoniert werden, netzinterne Gespräche waren bereits ab 5 Cent pro Minute möglich - und im Rahmen von Aktionen konnten Kunden bestimmter Discounter untereinander sogar kostenlos telefonieren, nachdem ein Jahr zuvor der Tchibo-Tarif mit damals 35 Cent in alle Netze als attraktives Angebot gegolten hatte. Dabei fing alles relativ harmlos an.

In den ersten Monaten dümpelte das Discounter-Jahr noch behäbig vor sich hin. Doch verschiedene Anbieter bastelten offenbar an Modellen für die neue Low-Cost-Mobiltelefonie. Nachdem die Prepaid-Tarife von Schwarzfunk das Tchibo-Angebot Ende März unterboten hatte, trat mit simply ein neues Produkt auf die Mobilfunk-Bühne: Der Service-Provider Victorvox, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Drillisch AG, bot einen Mobilfunkvertrag ohne Mindestvertragslaufzeit, monatliche Grundgebühr und Mindestumsatz an. Es handelte sich jedoch um ein Post-Paid-Produkt. Gespräche ins deutsche Festnetz, netzinterne Gespräche und Verbindungen zur Mailbox kosteten 29 Cent pro Minute, für Gespräche in andere deutsche Mobilfunknetze wurden 39 Cent pro Minute verlangt. Eine SMS kostete ab 15 Cent. Das war durchaus nicht schlecht, aber noch kein wirklich großer Schritt.

Die neue Schmerzgrenze

Im Mai dann gelang E-Plus mit seiner Discount-Marke simyo eine neue Tarifsensation: Mit einem Prepaid-Angebot, das mit einem Einheitspreis von 19 Cent für Gespräche ins Festnetz und zu mobil in die Offensive ging. Binnen Tagen legte simply nach und unterbot den simyo-Tarif mit einem Minutenpreis von 18 Cent - hiermit war eine neue Schmerzgrenze definiert. Ende August brachte der Mobilfunk-Provider debitel mit debitel-light ebenfalls einen Discount-Tarif auf den Markt. Dieser bot allerdings nichts Neues: Mit debitel-light telefonierte man ebenfalls für 19 Cent in alle Netze, SMS kosteten 14 Cent pro Nachricht. Allerdings war debitel-light nicht nur im Internet zu kaufen und sprach somit auch andere Kundengruppen an.

Mit Blau.de kam Mitte September dann ein Anbieter hinzu, der die Palette nicht nur mit einer neuen Farbe, sondern auch mit einem rechnerischen Minutenpreis von 17,9 Cent bereichterte. Faktisch wurden allerdings 19 Cent pro Minute abgerechnet und die Differenz danach wieder auf dem Kundenkonto gutgeschrieben. Das war ein netter Versuch, der aber nicht überzeugte.

Nur wenige Tage später trat dann klarmobil.de auf den Plan, die Discount-Marke von mobilcom. Wie auch simply setzte dieser Anbieter auf die Kombination der Vorteile von Prepaid- und Postpaid-Karten. Gespräche in deutsche Telefonnetze kosteten mit diesem Tarif nach wie vor 18 Cent pro Minute, SMS 13 Cent. Anders als bei den E-Plus-Discountern simyo, debitel-light und Blau.de wurden auch Verbindungen zur Mailbox mit 18 Cent pro Minute berechnet. Interessant war hier die Möglichkeit, die bisherige Rufnummer zu klarmobil.de zu portieren.

1 2 letzte Seite
Teilen