Festnetz

Das Jahr 2005 im Festnetz: TAL, Flatrates, neue T-Com-Tarife

Von Thorsten Neuhetzki
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Der Rückblick auf das Jahr 2005 im Festnetzmarkt bedeutete gleichzeitig auch einen kleinen Blick in die Zukunft: Die Tage der Gasse 0190 waren gezählt. Diese Rufnummerngasse verschwand zum 31. Dezember.

Auch sonst war der Markt in Bewegung. Erstmals konnten die später zahlreichen Vollanschlussanbieter in großem Umfang Kunden durch attraktive Produkte gewinnen. Im Fokus dabei: Die Sprachflatrates. Doch auch die Festnetzsparte der Telekom, die damalige T-Com (heute T-Home), ließ sich hier nicht lumpen und führte nach einer Tarifreform im Frühjahr zum Jahresende ebenfalls eine Sprachflatrate ein. Auch regulatorisch gab es einiges zu berichten: Die Telekom musste die Preise für die Letzte Meile senken, Tarifansagen sollten zunächst gesetztlich vorgeschrieben werden, wozu es aber doch nicht kam, und einiges mehr.

Vollanschlussmarkt: Flatrates machen Alternativanbieter interessant

Schon zum Ende des Jahres 2004 waren Telefonflatrates ein großes Thema, das seinerzeit Arcor ins Gespräch gebracht hatte. Nun gab es fast keinen Vollanschlussanbieter mehr, der seinen Kunden nicht eine solche Pauschale für Gespräche ins deutsche Festnetz anbot. Waren diese Pauschalpreise Anfang des Jahres mit etwa 20 bis 25 Euro noch relativ hoch, fielen sie später Schritt für Schritt. Viele Anbieter wie Versatel oder HanseNet hatten schon bald Tarife für etwa zehn Euro im Programm. Auch für jene, die viel ins Ausland telefonierten, gab es erste Lösungen. HanseNet bot für etwa 20 Euro eine solche Pauschale an.

T-Com: Neue Tarife seit Frühjahr

Achim Berg, Vertriebsvorstand der
Telekom-Festnetzsparte, stellte im Frühjahr
die neuen Tarife vor. Foto: dpa
Die T-Com hatte zwischen September 2004 und September 2005 insgesamt 1,3 Millionen Anschlüsse im eigenen Netz verloren. Viele dieser Kunden waren zu einem der alternativen Anbieter gewechselt, wie deren steigende Kundenzahlen zeigten. Eine Entwicklung, der auch die Telekom mit einer Flatrate zu begegnen versuchte. Diese war zwar seit ihrer Einführung Anfang Oktober bereits im Preis gesenkt worden und kostete zum Jahresende 19,95 Euro, wurde aber nicht von der T-Com beworben. Auch war der Preis deutlich höher als bei den Mitbewerbern, so dass die Einführung kaum dämpfende Wirkung auf die Abwanderung der Kunden hatte.

Ein anderes tarifliches Zeichen setzte die T-Com im Frühjahr: Am 1. März stellte das Unternehmen ein komplett neues Tarifportfolio vor. Im Mittelfeld stand hier der XXL Freetime, der Privatkunden Flatrate-Gespräche zur Nebenzeit versprach und mit 14 Euro Aufpreis zum normalen Anschluss weniger kostete als die Ganztagsflatrate. Dennoch lohnten sich diese neuen Tarife für viele Kunden nicht, wie unsere Berechnungen zeigten.

Neue Call-by-Call-Anbieter, viel Tarifhopping

Für viele Kunden war Call by Call die einfachste und günstigste Weise zu telefonieren. Doch auch das wurde 2005 schwieriger. Dies hing aber nicht mit technischen Gegebenheiten zusammen, sondern vielmehr damit, dass die Anbieter immer mehr zu einem Tarif-Ping-Pong neigten und versuchten, die Kunden mit Lockangeboten in teure Zeitfenster zu lotsen. Anders waren Tarife, die eine Stunde am Nachmittag etwa einen Cent kosteten, eine Stunde später aber das Dreifache oder noch mehr, nicht zu erklären. Der Kunde hatte zwei Möglichkeiten: Er konnte sich entweder vor fast jedem Gespräch über den gerade günstigsten Tarif informieren oder sich für einen konstanteren Anbieter bzw. eine Pre-Selection entscheiden. Nachteil bei der Wahl eines tariflich konstanten Anbieters: Die Minutenpreise waren meist höher als bei den nur kurze Zeit gültigen Angeboten. Für Kunden mit höherem Telefonie-Aufkommen bot sich auch eine Flatrate an. Neben dem Angebot der T-Com gab es Flatrate-Angebote, die per Pre-Selection realisiert wurden. Der bekanntestete Anbieter Tele2 verlangte dafür monatlich 17,95 Euro.

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