Internet

2004: So viel Breitband war noch nie

Internet-Zugänge wurden 2004 erneut schneller und günstiger
Von Björn Brodersen

Das Internet-Jahr 2004 stand ganz im Zeichen des Breitband-Zugangs. Nicht nur führte die T-Com im April drei neue T-DSL-Anschlussvarianten auf dem Markt ein, sondern sie gab ihr DSL-Produkt auch noch an einzelne Wettbewerber zur direkten Eigenvermarktung weiter (Resale). Die Kunden konnte dies nur freuen: Nach der Breitband-Offensive der T-Com (heute T-Home) gerieten die Preise für den schnellen Internetzugang in den freien Fall. Auch wer noch mit dem DSL-Einstieg warten wollte, konnte zumindest bis Ende des Jahres weiterhin auf ordentliche Preisnachlässe der Provider zählen. In vielen Fällen erließen die Anbieter das Einrichtungsentgelt für den Anschluss, verzichteten einige Monate lang auf das monatliche Tarifentgelt oder stellten dem Kunden bei Vertragsabschluss kostenlose DSL-Hardware zur Verfügung.

Angestoßen wurde der verschärfte Preiskampf im Juli, als 1&1 und Arcor die ersten T-DSL-Resale-Produkte auf den Markt brachten. Beide Anbieter konnten seitdem nicht nur DSL-Anschlüsse der Telekom auf eigene Rechnung und unter eigenem Namen vermarkten, sondern hatten auch mehr Spielraum bei der Gestaltung ihrer Zugangsangebote. Beispielsweise konnten sie günstigere Preise für den DSL-Anschluss verlangen als die T-Com. Später schlossen auch andere Anbieter wie freenet, 1Xnet und GMX Resale-Vereinbarungen mit der Telekom und brachten entsprechende Produkte auf den Markt, weitere folgten. Was die Telekom-Wettbewerber sich vorerst nur wünschen konnten, war das Ende der Zwangsbündelung von Telefon- und DSL-Anschluss - dieses kam erst im Jahr 2006.

Nicht jedes Schnäppchen erwies sich als Glücksgriff

Für den Kunden sanken die Einstiegskosten ins schnelle Internet beträchtlich: Bei 1&1, Arcor, freenet und GMX konnten DSL-Einsteiger bei einigen Anschlussvarianten die Einrichtungskosten von knapp 100 Euro sparen. Dazu gab es kostenlos ein Standard-DSL-Modem oder zu Sonderpreisen einen WLAN-Router. Auch die monatlichen Grundpreise fielen in den Keller: freenet und 1Xnet etwa boten ihre Resale-Anschlüsse günstiger als die T-Com an. So kostete ein DSL-Anschluss mit einer Geschwindigkeit von 3 MBit/s bei 1Xnet 19,95 statt 24,99 Euro im Monat, bei freenet 23,90 Euro. Andere Provider, die keine Resale-Vereinbarungen mit der Telekom getroffen hatten, konnten dagegen nur auf der Seite der Tarifkosten oder durch Übernahme der Anschluss-Einrichtungskosten die Kunden umwerben. Die wichtigsten DSL-Aktionen der Reseller und Provider im jeweils aktuellen Monat finden Sie übrigens auf teltarif.de immer unter DSL-Flatrate-Aktionen.

Wer sich allerdings 2004 auf Flatrate-Angebote zu Schnäppchen-Preisen von Anbietern wie 1Xnet, dsl-discounter oder justdsl warf, erlebte in den folgenden Wochen eine bittere Enttäuschung. Keiner dieser Provider konnte seine Flatrate-Angebote lange aufrechterhalten. Die Gründe: Fehlkalkulationen der Anbieter, maßloses Ausnutzen des unbegrenzten Surfkontingents seitens der User und - wie im Fall von dsl-discounter - nicht ausreichende Netzkapazitäten. justdsl und 1Xnet ersetzten ihre Pauschalzugänge durch Volumentarife, dsl-discounter unterbreitete den ungeliebten Power-Usern ein neues, teureres Flatrate-Angebot und drosselte bei Ablehnung des Angebots die Datenübertragungsrate der Zugänge. Doch auch das half nicht gegen die Netzüberlastung, und so ging dsl-discounter bereits im Januar 2005 offline.

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