Entsperrt

iPhone und iPad: iCloud-Sperre soll sich für 150 Dollar aufheben lassen

ChronicUnlocks will die iCloud-Sperre eines iPhone oder iPad aufheben können. Dabei bleiben viele Detail-Fragen ungeklärt. Lesen Sie in unserem Bericht, warum sich Besitzer eines Apple-Handhelds im Zweifelsfall besser an den Hersteller wenden sollten.
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ChronicUnlocks nennt sich ein Anbieter, der angeblich die Bindung eines iPhone oder iPad an die Apple-ID des Besitzers aufheben kann. Dazu müssen einem Bericht des Onlinemagazins Heise zufolge lediglich die IMEI-Nummer des Geräts und die Modellbezeichnung übermittelt werden. Für den Dienst, der drei bis 15 Arbeitstage in Anspruch nehmen soll, lässt sich ChronicUnlocks allerdings fürstlich entlohnen. Stolze 149,99 US-Dollar, umgerechnet etwa 110 Euro, sollen Interessenten an die Hacker zahlen.

Offiziell soll sich der Service an Nutzer richten, die ihr iPhone oder iPad versehentlich gesperrt haben, oder an Interessenten, die ein Gebrauchtgerät erworben haben, das vom Verkäufer nicht freigeschaltet wurde. Das kann in der Tat passieren, denn standardmäßig wird die Bindung des Smartphones oder Tablets an den eigenen Apple-Account automatisch eingerichtet, sobald bei der Einrichtung des Handhelds die Nutzung der iCloud-Dienste ausgewählt wird. Wird das Gerät nicht entsperrt, so lässt es sich nach einem Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen nur nach Eingabe von Apple-ID und Passwort wieder aktivieren.

Service bleibt undurchschaubar

Zwielichtiger Anbieter will iCloud-Sperre knacken könnenZwielichtiger Anbieter will iCloud-Sperre knacken können Unklar bleibt, wie ChronicUnlocks die Geräte freischalten, will, ohne direkten Zugriff auf die Hardware zu haben. Zudem ist es unklar, ob der iCloud-Unlock tatsächlich mit der IMEI-Nummer in Verbindung steht. Diese gehört zur Telefon- bzw. Datenfunk-Schnittstelle. Eine solche gibt es zwar in jedem iPhone und auch in einem iPad mit Mobilfunk-Modem, nicht aber in der WLAN-Version des Tablets.

ChronicUnlocks erklärt ganz offiziell, dass der Service nicht für verlorengegangene oder gestohlene Geräte gilt. Zudem weist der Anbieter vorsorglich darauf hin, dass eine Rückzahlung des Geldes nicht vorgesehen ist und dass sich ein SIM-Lock, der das iPhone oder iPad an Betreiberkarten eines bestimmten Netzanbieters bindet, nicht aufheben lässt.

Apple Store im Zweifelsfall der bessere Ansprechpartner

Wer als Besitzer sein rechtmäßig erworbenes iPhone oder iPad versehentlich gesperrt hat, sollte sich im Zweifelsfall zusammen mit dem Kaufnachweis direkt an Apple wenden. Zwar weist der Hersteller darauf hin, es bestünde die Möglichkeit, dass sich einmal gesperrte Geräte nicht mehr freischalten lassen, wenn die Zugangsdaten für die jeweilige Apple-ID nicht mehr auffindbar sind. Dennoch verfügt der Hersteller offenbar über Möglichkeiten, betroffenen Kunden zu helfen.

Selbst wenn für den Besuch einer Genuis Bar im Apple Store im Erfolgsfall ebenfalls Kosten anfallen, so dürfte das Geld besser angelegt sein als bei einem Anbieter, dessen Service sich technisch nicht nachvollziehen lässt. Bislang gibt es keine Rückmeldungen von ChronicUnlocks-Kunden, die berichten, ob sich das iPhone oder iPad tatsächlich per "Fernwartung" reaktivieren lässt.

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