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Alt gegen neu: Der Chromecast im Vergleich

Der neue Chromecast von Google ist da. Doch sollte man seinen alten ersetzen? Wir haben die beiden Sticks in den Praxis-Vergleich geschickt.
Von Thorsten Neuhetzki
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Google hat den Chromecast in Rente geschickt - sein Nachfolger ist der neue Chromecast, von Google auch wieder nur als Chromecast bezeichnet. Vom Vorgänger, der zuletzt etwa 20 Euro kostete, haben einzelne Händler nur noch Restbestände. Offiziell gibt es nur noch den Nachfolger für 39 Euro. Doch was machen bestehende Chromecast-Fans? Sollte man den Chromecast gegen den neuen Chromecast austauschen oder verspricht der neue Streaming-Stick mehr, als er halten kann? Wir haben die beiden Sticks parallel eingesetzt. Der alte und der neue Chromecast im FotostudioDer alte und der neue Chromecast im Fotostudio

Generell sind beide Modelle Film- und Mediatheken-Streaming-Sticks. Egal ob Netflix, ARD, ZDF, Youtube oder maxdome: Die beiden Sticks streamen die Filme auf den Fernseher. Dabei kann der Stick auch an eine HiFi-Anlage mit HDMI-Eingängen statt an den TV-Eingang gesteckt werden, um auch den Streaming-Sound über die Heimkino-Anlage zu hören. Das hat sich nicht verändert. Verändert haben soll sich laut Google aber die Schnelligkeit, mit der Videos auf dem TV wiedergegeben werden. Doch ist das wirklich der Fall?

Videos kommen auf dem neuen Chromecast nicht mehr ins Stocken

Alt gegen neu einmal zusammengelegt...Alt gegen neu einmal zusammengelegt... Wir haben mit verschiedenen Mediatheken und Streaming-Angeboten den direkten Vergleich gemacht - am gleichen Anschluss mit dem gleichen Inhalt und direkt nacheinander. Und tatsächlich: Die Inhalte waren minimal schneller geladen. Noch entscheidender aber: Trotz 100-MBit/s-Leitung schafft es der Chromecast 1 nicht, den Anfang eines Videos ohne Ruckler hinzubekommen. So sind die ersten Sekunden eines Videos oft eher vergleichbar mit einem Stream über eine langsame DSL-Leitung als über einen Highspeed-Anschluss. Das Problem trat beim neuen Chromecast im Test nicht mehr auf. Jedes Video war direkt ruckelfrei auf dem Bildschirm zu sehen. Hier dürften sich möglicherweise der schnellere Prozessor aber auch eine bessere WLAN-Technik bemerkbar machen. Das von Google beworbene Fast Play haben wir zumindest bei unseren Stichproben quer durch die Mediatheken- und Youtube-Landschaft nicht gefunden. ... und auseinander gefaltet... und auseinander gefaltet

Aber Videostreaming ist nicht alles, was der Chromecast kann. Denn er kann jetzt auch Audio. Und während die Podcast-App Beyondpod auch den alten Chromecast unterstützt, ist der Musik-Streamingdienst Spotify nur auf dem neuen Chromecast zu hören. Das mag für den ein oder anderen durchaus ein Mehrwert sein, der sich jedoch bald relativieren wird. Laut Spotify soll der alte Chromecast durch ein Update ebenfalls fit für den Musikstreaming-Dienst gemacht werden.

Neuer Chromecast jetzt auch mit 5-GHz-WLAN

Der neue Chromecast dürfte auch für jene Heimnetzwerk-Enthusiasten interessant sein, die ihr WLAN-Netz auf 2,4 GHz abschalten wollen oder hier Empfangsprobleme haben. Erstmals unterstützt der neue Chromecast neben 2,4- auch 5-GHz-Netze, die für Multimediaanwendungen deutlich besser sind. Sie bieten eine bessere Performance und sind (noch) nicht so überlaufen, wie die 2,4-GHz-Netze. Allerdings: Wer eine große Entfernung zwischen dem WLAN-Router und dem Fernseher hat, bei dem könnte das 5-GHz-Frequenzband wiederum Probleme machen.

In unserem Testumfeld konnten wir keine signifikanten Verbesserungen nur durch das andere Frequenzband und die verbesserte Antennentechnologie feststellen. Allerdings befinden sich Router und Fernseher auch im selben Raum.

Interessant sein könnte der neue Chromecast auch für 4K-Fans sein. Der neue Streaming-Adapter soll das UltraHD-Signal unterstützen. Dieses konnten wir mangels entsprechender 4K-Hardware in unserem Testumfeld jedoch nicht testen.

Spiele als Verkaufsargument

Der alte Chromecast im EinsatzDer alte Chromecast im Einsatz Ein weiteres neues Feature des neuen Chromecast sollen Spiele und deren Steuerung sein. In der Tat lassen sich einzelne Spiele vom Smartphone auf dem TV spielen, so dass das Handy zur Steuereinheit, vergleichbar mit der Nintendo Wii wird. Allerdings lässt sich zum einen über die zur Verfügung stehende Spielauswahl geschmacklich streiten, zum anderen funktionierten die von uns getesteten Spiele inklusive der Nutzung des Smartphones als Controller auch auf dem alten Chromecast - somit kein Upgrade-Grund.

Macht das Design den Unterschied?

Der neue Chromecast am Fernseher - zusammenlegen ließ er sich an unserem Gerät nicht.Der neue Chromecast am Fernseher - zusammenlegen ließ er sich an unserem Gerät nicht. Last not least wartet der neue Chromecast mit einem neuen Design auf. Dieses ist nach unserem Empfinden gut gelungen und macht mit der dem biegsamen und magnetischen HDMI-Stecker auch durchaus etwas her. Allerdings: Der Stick verschwindet in den allermeisten Fällen ohnehin hinter dem Fernseher oder im HiFi-Schrank. Kein wirklicher Upgrade-Grund.

Der neue Chromecast kostet 39 Euro, fast das doppelte wie der Vorgänger zum Schluss. Ein Upgrade vom alten auf den neuen Stick macht derzeit kaum Sinn. Hinzu kommt, dass offenbar auch Features wie die versprochene Sprachsuche bei Netflix und Co. noch nicht implementiert sind. Nur wer unbedingt Wert auf 4K, die sofortige Spotify-Nutzung legt oder aber Probleme mit dem Ruckeln beim Start von Videos und seiner WLAN-Versorgung hat, der sollte über einen Wechsel nachdenken. Für alle anderen lautet das Fazit unseres direkten Vergleichs in der Praxis: Der Chromecast der ersten Generation muss noch nicht in Rente.

Den Chromecast 2 hatten wir uns bereits Anfang der Woche im Detail angeschaut. Details dazu in unserem Artikel.

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