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Chrome schützt Surfer vor ungewollter Weiterleitung

Webseiten-Elemente, die den Nutzer ohne Klicken auf eine andere Seite umleiten, sind nervig und gefährlich. Google Chrome wird dies zukünftig unterbinden.
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Wer im Internet surft und ohne zu klicken plötzlich ein Popup sieht, in dem ihm von einer bekannten Firma wie Microsoft ein hoher Geldgewinn versprochen wird, kennt das Phänomen: Mitunter leiten in Webseiten eingebettete Elemente den Surfer ohne dessen Interaktion einfach auf andere, nicht gewünschte und meist unseriöse Inhalte um.

Besonders perfide ist dieses Verhalten, das von seriösen Webseitenbetreibern und ihren Kooperations- und Werbepartner in der Regel nicht eingesetzt wird, auf dem Smartphone: Denn mitunter ist nach dem Erscheinen des aufgepoppten Fensters oder Layers die Zurück-Taste deaktiviert, sodass der Nutzer umständlich über den Taskmanager den Browser komplett schließen und wieder öffnen muss.

Google will im Chrome-Browser diesem Treiben nun ein Ende setzen. Zukünftige Versionen sollen automatisch einen Schutz vor einer Weiterleitung auf andere Webseiten enthalten, die ohne Einwilligung des Nutzers durchgeführt werden.

Hinweisbalken statt unerwünschter Weiterleitung

Chrome schützt bald vor WeiterleitungenChrome schützt bald vor Weiterleitungen Im offiziellen Google-Produkt-Blog erläutert der Suchmaschinenbetreiber das Vorhaben.

Google habe "festgestellt, dass einige Entwickler die Flexibilität und Macht des Internets dazu missbrauchen, die Web-User auszunutzen und sie zu unerwünschten Seiten weiterzuleiten." Nach dem Pop-up-Blocker und dem Autoplay-Schutz von Chrome werde Google im Zuge der nächsten Versionen neue Schutzfunktionen einführen.

Dass eine Webseite anscheinend ohne jeden Grund zu einer anderen Seite navigiert, sei häufig auf Inhalte Dritter zurückführen, die in die Seite eingebunden sind. Ab Chrome Version 64 soll bei allen Weiterleitungen, die von Dritten stammen, ein Infobalken angezeigt und die Weiterleitung nicht ausgeführt werden.

Zu Frust bei den Usern kann laut Google führen, wenn sich durch Klicken auf einen Link das gewünschte Ziel in einem neuen Fenster öffnet, während gleichzeitig das Hauptfenster zu einer anderen, nicht gewünschten Seite navigiert. Ab Chrome 65 würde auch hier statt der Weiterleitung ein Infobalken erscheinen. "Abusive Experiences" nennt Google Phänomene, die sich nicht so einfach automatisch erkennen lassen wie beispielsweise "Links zu Webseiten Dritter, die als Play-Tasten oder andere Steuerungen der Seite verschleiert sind, oder transparente Webseiten-Overlays, die alle Klicks erfassen und neue Registerkarten oder Fenster öffnen." Der Pop-up-Blocker von Chrome soll ab Anfang Januar verhindern, dass Seiten mit derartigen Elementen neue Fenster oder Registerkarten öffnen können.

Für Webmaster hat Google den Abusive Experiences Report angelegt. Dort können die Webseitenbetreiber sehen, welche "Abusive Experiences" Google auf ihrer Seite festgestellt hat und diese wieder entfernen. Sollten die Website-Administratoren nicht innerhalb von 30 Tagen reagieren, werde die Unterdrückung neuer Fenster und Registerkarten im Chrome-Browser ausgelöst.

Die wichtigsten Internet-Browser präsentieren wir in einer Übersicht.

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