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CHIP Netztest 2016/2017: Die Krone gehört (noch) Magenta

Der Chip Netztest 2016/2017 bescheinigt der Telekom das beste Handynetz. Doch die Konkurrenz schläft nicht.
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Der Sieger des CHIP Netztests trägt Magenta.Der Sieger des CHIP Netztests trägt Magenta. Neben den bereits von uns vorgestellten Ergebnissen des connect-Netztests, hat auch das Technikmagazin CHIP zusammen mit NET CHECK die Netzabdeckung und Qualität deutscher Handynetze untersucht. Die Ergebnisse wurden auf Grundlage von 400000 Daten-Samples, 22000 Telefonaten und 12000 Kilometern auf Straßen und Schienen sowie 450 Kilometern zu Fuß in deutschen Innenstädten erstellt. Getestet wurde mit vier Messsystemen und insgesamt 42 Smartphones, die parallel in Betrieb waren. Auf jeden Netzbetreiber kamen dabei 14 Geräte.

Ergebnis: Der Sieger trägt Magenta

Die beste Netzqualität und das beste Gesamtnetz bietet den Testergebnissen zufolge nach wie vor die Telekom an. Allerdings gibt es keine schier uneinholbare Marktdominanz des Bonner Unternehmens mehr. Vodafone holte im Vergleich zu den Vorjahren stark auf, liegt in der Kategorie "Bestes LTE-Netz" sogar mit der Telekom gleichauf auf Platz eins. Beiden Unternehmen wird in diesem Kontext die Note "sehr gut" verliehen. o2 Telefónica landet auf dem dritten Platz und hat mit der Integration des E-Plus-Netzes zu kämpfen. Nachholbedarf gibt es bei der Deutschen Bahn: Im Zug ist der Empfang den Testergebnissen nach zu schlecht.

Telefonieren bei Telekom und Vodafone kaum ein Problem

Den Testergebnissen zufolge stellt das Telefonieren bei der Telekom und Vodafone kaum ein Problem dar. Eine klare Ausnahme besteht in diesem Kontext bei Verbindungen in Zügen. Der Einsatz der neuen Voice-over-LTE-Technik beschleunigt den Verbindungsaufbau massiv, vor allem bei Vodafone und der Telekom. So erreichen die beiden Anbieter in der Kategorie "Telefonieren über LTE" die Note 1,8. o2 verfehlt mit der Note 3,2 eine gute Bewertung.

Anbieterunabhängig sind nach wie vor Zugfahrten für die Anbieter sowohl beim Telefonieren wie auch beim Surfen selbst im ICE ein echtes Problem. So scheiterten im Telefónica-Netz im Test über ein Drittel aller Anrufe. Dabei wurden Verbindungen entweder erst gar nicht aufgebaut oder rissen vorzeitig ab. Bei der Telekom kamen 21,2 Prozent der Gespräche nicht zustande. Im Vodafone-Netz betrug die diesbezügliche Fehlerquote 16,9 Prozent. YouTube-Nutzer konnte im Zug bei Vodafone in 69,6 Prozent aller Versuche Live-Videos erfolgreich streamen, Telefónica-Kunden gelang dies in 72,3 Prozent, Telekom-Kunden in 89,1 Prozent der Fälle.

An beliebten Orten kann die Qualität leiden

Messungen, die an städtischen Hotspots wie Kaufhäusern und Bahnhöfen durchgeführt worden, führen zu dem Ergebnis, dass diese Netze dort langsam aber sicher an ihre Belastungsgrenze stoßen. Zurückgeführt wird dies auf die, in der Regel starke Frequentierung von Mobilfunkkunden. Dabei schwächelt besonders das o2-Netz der Telefónica. Der Webseiten-Abruf dauert länger, die Erfolgsquote bei Dateitransfers sinkt und das YouTube-Streaming klappt nicht mehr so gut.

Kaum Unterschiede bei Apptests

Die Apptests liefern kaum Abweichungen zwischen den Anbietern. Beispielsweise dauerte ein Bildupload bei Dropbox anbieterabhängig zwischen 6,8 Sekunden (Vodafone) und 9,9 Sekunden (Telefónica). Die Uploadzeit für ein großes Bild bei Facebook betrug im Test zwischen 14,1 Sekunden (Telekom) und 15,4 Sekunden (Telefónica).

Ergebnisse grob mit connect-Netztest vergleichbar

Die Ergebnisse des CHIP-Netztests lassen sich grob mit denen des connect-Netztests vergleichen. Beide Tests küren die Telekom zum Sieger, bescheinigen Vodafone aber Zugewinne. Telefónica geht aus beiden Tests als drittplatzierter hervor.

teltarif.de hat im November ebenfalls getestet, wie gut die Datenqualität der Mobilfunknetze ist.

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