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Handys aus China: Das ist beim Kauf zu beachten

Smartphones immer stärker werdender Marken direkt aus China bestellen, wird zunehmend interessanter. Denn: Die Hersteller werben mit guter Ausstattung zu günstigem Preis. Wir haben uns gefragt: Worauf muss man beim Kauf achten?
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Wer auf Händler-Seiten wie Gear­best surft, stol­pert immer wieder über Smart­phone-Beschrei­bungen, die "inter­na­tio­nale Version" und "globale Version" im Titel tragen. Daneben gibt es noch eine chine­si­sche Version. Darauf sind aber viele wich­tige Google-Anwen­dungen gesperrt, weil sie in der Volks­re­pu­blik nicht zuge­lassen sind. Dann werden Nutzer auf dem Gerät keine gängigen Google-Anwen­dungen wie den PlayS­tore und Maps finden. Von China-Versionen sollten deut­sche Käufer also absehen.

Damit ein Smart­phone in Deutsch­land bezie­hungs­weise der EU zuge­lassen wird, muss es über eine CE-Kenn­zeich­nung verfügen. Eine Bedie­nungs­an­lei­tung, eine Zoll­in­halts­er­klä­rung, Rech­nung und eine Konfor­mi­täts­er­klä­rung müssen beiliegen. Außerdem muss das Gerät durch die zustän­dige Bundes­netz­agentur für den deut­schen Markt zuge­lassen sein. Ob das auch alles den Vorschriften entspricht, kann der einfache Online-Shopper eines Smart­phones beim Kauf­vor­gang erstmal nicht prüfen, sondern muss sich darauf verlassen, dass der Verkäufer die Ware gemäß der Vorschriften auslie­fert.

Die Bundesnetzagentur rät, dass Verbraucher darauf achten sollten, dass die Produkte über eine deutschsprachige Bedienungsanleitung verfügen und eine CE-Kennzeichnung haben. Ist beides nicht vorhanden, sollten Nutzer das Gerät gar nicht erst einschalten. Grund: Eine zu hohe Sendeleistung oder unzulässige Frequenznutzung können Störungen im Empfang nach sich ziehen können.

Plagiate

Ein Problem, das durchaus auftreten kann, sind Plagiate. Auch da stecken Käufer zunächst nicht drin. In jedem Fall sollten sie kein angeb­li­ches iPhone XS Max in der höchsten Spei­cher­ver­sion oder ein Samsung Galaxy Note 9 für wenig Geld kaufen. Es ist davon auszu­gehen, dass es sich dabei um eine Kopie handelt. Shops, die das anbieten, gelten ohnehin nicht als seriös.

Laut Angaben des Zolls ist der Käufer "Einführer" der Ware nach Deutsch­land. Auch wenn er unab­sicht­lich ein Plagiat erworben hat, das vom Zoll entdeckt wurde, wird die Ware einbe­halten und dem Recht­schutz­in­haber, verein­facht gesagt zum Beispiel dem Smart­phone-Hersteller, zur Prüfung vorge­legt. Der entscheidet dann, wie mit der Ware zu verfahren ist. In der Regel wird sie vernichtet und der Käufer erhält vom Anwalt des Recht­schutz­in­ha­bers eine Unterlassungs­erklärung, die er unter­schreiben muss. Die entstan­denen Rechts­an­walts­kosten muss der Käufer tragen. Grund­sätz­lich ist also drin­gend davon abzu­raten, eindeutig zu erken­nende Plagiate (s.o.) zu bestellen.

Zahlungs­mög­lich­keiten

Mit Kredit­karte können Käufer in der Regel immer zahlen. Das sollte aber vermieden werden, weil meis­tens auch die Option besteht, per PayPal zu zahlen. Daran sollten sich Käufer auch halten, weil sie so die Möglich­keit haben, vom Käufer­schutz Gebrauch zu machen, sollte die Ware inner­halb von 180 Tagen nicht ange­kommen sein. Käufer können sich dann an den Bezahl­dienst wenden und prüfen lassen, ob ein Käufer­schutz­an­trag zustande kommt.

Zoll und Einfuhr­um­satz­steuer

Auf den Seiten des Deut­schen Zolls gibt es einige Infor­ma­tionen für Sendungen aus einem Nicht-EU-Staat. Unter dem Punkt "Mobil­te­le­fone, Smart­phones im Taschen­format (170 mm x 10 mm x 45 mm)" steht explizit, dass auf diese Geräte keine Zoll­gebühren gezahlt werden müssen. Ganz gebüh­ren­frei ist das Paket damit aber noch nicht, weil eine Einfuhr­um­satz­steuer (EUSt) darauf erhoben wird.

Laut Defi­ni­tion des Deut­schen Zolls entspricht "Die Einfuhr­umsatzsteuer [...] weit­ge­hend der Umsatz­steuer (auch als Mehr­wert­steuer bezeichnet), die beim Verbrauch oder Verkauf von Waren und bei der Erbrin­gung von Dienst­leis­tungen im Inland bzw. bei Liefe­rungen inner­halb der Euro­päi­schen Union anfällt." Auf Nach­frage beim Haupt­zollamt Berlin bestä­tigte uns das der Pres­se­spre­cher: Die Einfuhr von Smart­phones aus China ist zoll­frei, die Einfuhr­umsatzsteuer von 19 Prozent wird aber in jedem Fall erhoben. In einer Broschüre des Zolls zu Internet-Sendungen aus Dritt­län­dern steht: Über­steigt der Wert der Sendung 150 Euro, fällt neben der Einfuhr­um­satz­steuer und der Verbrauchs­steuer (betrifft nur Waren wie Alkohol, Tabak­waren und Kaffee) auch eine Zoll­ge­bühr an. Das klingt im ersten Moment etwas verwir­rend. Man könnte schnell davon ausgehen, dass auch bei Smart­phones aus China eine Zoll­ge­bühr anfällt. Der Waren­wert von 150 Euro ist auch bei güns­tigen Geräten aus der Volks­re­pu­blik schnell über­stiegen, trotzdem wird für Smartphones kein Zoll erhoben.

Rechen­bei­spiel: Das Elephone A5 4G kostet bei Gear­best (Stand: 10. Januar) aktuell rund 177 Euro. Die Versand­pau­schale ist für "Germany via Prio­rity Line" (15-25 Werk­tage) als kosten­frei ange­geben. Die Einfuhr­um­satz­steuer beträgt 33,63 Euro. Das macht einen Gesamt­preis von 210,63 Euro für das Smart­phone.

Auf der nächsten Seite behan­deln wir die Themen Versand, Garantie und Rekla­ma­tion.

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