Technik-Messe

CES 2022: Das sind die Trends der Technik-Messe

In der Pandemie haben Computer, Smart­phones und Fern­seher das Leben erträg­licher gemacht. Die umfas­sende Digi­tali­sie­rung hat der Branche einen außer­gewöhn­lichen Schub beschert. Doch nun blicken die Hersteller auf die Zeit, wenn Corona nicht mehr den Alltag domi­niert.

Die Tech­nik­branche gehört zwei­fellos zu den Gewin­nern der Pandemie. "Stellen Sie sich nur einmal vor, wo wir in den vergan­genen zwei Jahren ohne moderne Tech­nologie gewesen wären", sagte Gary Shapiro, Chef der High­tech-Messe CES in Las Vegas, zum Auftakt des Bran­chen­treffs.

"Kein Internet. Kein Home­office. Kein Strea­ming. Keine kontakt­lose Liefe­rung. Keine Tele­medizin." Künst­liche Intel­ligenz habe dabei geholfen, neue Impf­stoffe und Behand­lungen zur Bekämp­fung der Pandemie zu entwi­ckeln. "Aber Tatsache ist, dass Über­leben nicht genug ist."

Die Tech-Konzerne schauen nun auf eine Zeit, in der die Pandemie den Alltag nicht mehr domi­niert. Dabei zeichnen sich auf der dies­jäh­rigen Messe mehrere Trends ab.

Nach­hal­tig­keit

Die CES findet noch bis zum 8.  Januar in Las Vegas statt Die CES findet noch bis zum 8.  Januar in Las Vegas statt
Bild: picture alliance/dpa | Christoph Dernbach
Die Bedro­hungen durch den Klima­wandel und die Zerstö­rung der Umwelt sind inzwi­schen Kern­themen der Messe, auch weil die Verbrau­cher in ihren Kauf­gewohn­heiten immer umwelt­bewusster werden. Zum Auftakt der CES sprach Samsung-CEO Jong-Hee Han fast ausschließ­lich von Inno­vationen im Bereich der Nach­hal­tig­keit.

So soll eine neue Gene­ration von Wasch­maschinen der Südko­reaner verhin­dern, dass Mikro­plastik aus Fleece-Klei­dungs­stü­cken in das Ökosystem gelangt. Eine neuar­tige TV-Fern­bedie­nung soll Millionen von Batte­rien über­flüssig machen: Der Klicker bezieht den Strom sowohl aus der Sonne als auch aus der Energie von Radio­wellen, die von Geräten wie einem WLAN-Router im Haus ausge­sendet werden.

Mobi­lität

Schon in den vergan­genen Jahren hatte sich die CES immer stärker zu einer Mobi­litäts­messe entwi­ckelt. In diesem Jahr nahmen unter anderen Mercedes, BMW, Volvo, Hyundai, General Motors und Sony die Show zum Anlass, ihre neusten Elek­tro­autos und Mobi­litäts­pro­jekte zu präsen­tieren - auch wenn zum Teil nur digital.

Viel Aufmerk­sam­keit in Las Vegas zog aller­dings auch ein Aussteller auf sich, den man nicht unbe­dingt auf einer High­tech-Messe erwartet, nämlich der Land­tech­nik­her­steller John Deere. Das Unter­nehmen aus dem US-Bundes­staat Illi­nois hat auto­nomes Fahren auf dem Feld seri­enreif gemacht. Deere kündigte auf der CES einen voll­auto­nomen Traktor an.

Der Land­wirt kann das 14 Tonnen schwere Gefährt aus der Ferne mit einem Smart­phone oder Computer bis auf 2,5 Zenti­meter genau steuern. Das High­tech-Monster mit einem Neun-Liter-Motor und mehr als 400 PS wird je nach Ausstat­tung mehrere hundert­tau­send Dollar kosten und ab dem Sommer auf Feldern in den USA einge­setzt. In Deutsch­land fehlt noch eine Zulas­sung für den voll­auto­nomen Traktor.

TV-Technik

Bei den großen Fern­sehern für das Wohn­zimmer versuchten auch in diesem Jahr die Hersteller, die Ton- und Bild­qua­lität zu opti­mieren. Die Unter­schiede zu den Vorjah­res­modellen sind jedoch nur für das geübte Auge auszu­machen. Daher wundert es nicht, dass die Hersteller auf der Suche nach neuen Kunden auch mit neuen Form­fak­toren expe­rimen­tieren.

So präsen­tierte Samsung einen trag­baren Projektor zum Überall-TV-Schauen ("The Free­style"). Das Gerät kann um 180 Grad gedreht werden und verwan­delt so jeden Ort in ein Display, vom Boden über die Wände bis zur Decke. Im Smart-Speaker-Modus analy­siert das Gerät die Musik, um synchro­nisierte visu­elle Effekte zu proji­zieren.

Auch Samsung-Wett­bewerber LG versucht, mit einem mobilen Fern­seher die Gene­ration Z anzu­spre­chen. Der "LG StanbyME", bei dem im Namen kein Buch­stabe fehlt, wurde wie bei einer Steh­lampe auf einen Standfuß montiert und kann auch ohne Strom­kabel drei Stunden lang mit einem einbauten Akku betrieben werden.

Krypto

Der Rummel um die Krypto-Technik Block­chain erin­nert manche Beob­achter bereits an die Internet-Blase vor der Jahr­tau­send­wende. Auf der CES stehen aller­dings weniger Digi­tal­wäh­rungen wie Bitcoin oder Ethe­reum im Fokus, sondern die digi­talen Echt­heits­zer­tifi­kate NFT. Die Abkür­zung steht für Non-Fungible Token (auf Deutsch etwa "nicht-austausch­bare Wert­marke").

Mit Hilfe von NFT sollen beispiels­weise digi­tale Bilder für den Fern­seher einge­kauft werden können, die vom Aussehen zwar nicht von Kopien unter­schieden werden können, aber von den Künst­lern als "Origi­nale" ausge­wiesen werden.

Fixstern Apple

Der iPhone-Hersteller Apple war zwar - wie in jedem Jahr - nicht auf der CES vertreten. Doch die Verkaufs­schlager mit dem Apfel-Logo inspi­rierten etliche Aussteller. Beson­ders die Apple Watch und die Kopf­hörer AirPods fanden auf der CES viele Nach­ahmer.

Google kündigte zur CES an, künftig eine stär­kere Inte­gra­tion von Android-Geräten unter­schied­licher Hersteller anzu­streben. So soll man Kopf­hörer aus dem Android-Universum ähnlich unkom­pli­ziert mit Smart­phones verbinden können, wie dies Apple bei der Kopp­lung der AirPods mit iPhone, iPad oder Mac gelungen ist.

Google nennt die Initia­tive "Better Toge­ther" und erwähnte dabei Apple mit keinem Wort. Das Tech-Portal "The Verge" schrieb aller­dings, dass der Rest der Branche das Projekt eher als "Aufholen gegen­über Apples Ökosystem" bezeichnen werde.

Sony hat auf der CES einen neuen Auto-Proto­typen vorge­stellt, der sich mit 5G-Mobil­funk steuern lässt.

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