5G

Vodafone: Erstes 5G-Handy ist so groß wie ein Kühlschrank

Die CeBIT hat ihre Tore geöffnet und findet mühsam den Weg in die Gigabit-Gesellschaft. Vodafone ist allerdings in den Bereichen 5G und Behördenfunk aktiv. Und Forscher arbeiten daran, Netzausfälle wie kürzlich zu vermeiden.
Von der CeBIT in Hannover berichtet
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Das erste 5G-Handy von VodafoneDas erste 5G-"Handy" von Vodafone Am Sonntagmorgen, vier Stunden nach Mitternacht auf dem Weg nach Hannover, die Straßen leer, die Züge voller schlafender Passagiere, teils noch übrig von einer Disko-Nacht oder auf dem Weg zur CeBIT, wo der Mobilfunkanbieter Vodafone früh am Morgen um 9:45 Uhr zur Pressekonferenz geladen hat. Der frühe Termin war der Messegesellschaft geschuldet, die ab 11 Uhr zahlreiche Journalisten in zwei Touren (rot und blau) durch die Messe lotsen wollte, um Stände zu besuchen, die man sonst vielleicht übersehen hätte.

Einen Roboter namens Aldebaran, den die Firma "Pepper" den Verkäufern in den Shops des japanischen UMTS-Pioniers "Softbank" zur Seite stellt, "Biohacking", wo Chips mit einer Spritze unter die Haut geschossen werden, damit man seine heimische Tür über NFC mit dem eigenen Finger öffnen kann: Die Protagonisten träumen schon von der Vernetzung von Gehirnen und überschreiten damit ethische Grenzen. Bei aller Technikbegeisterung, das geht mir persönlich dann doch etwas zu weit.

Vorher starten wir bei Vodafone: Ein moderner übersichtlicher Stand in Halle P32, wo im Oberdeck der beste Kaffee dieser Messe zubereitet wird.

Vodafone beschwört den Netzausbau

Dr. Hannes Ametsreiter, der "neue" CEO aus Österreich, vom dortigen Marktführer Mobilkom Austria zur Nummer drei der Vodafone Deutschland gewechselt: Eine sympathische Erscheinung, gut vorbereitet, sicher im Thema, aber für meinen Geschmack wenig Konkretes zur aktuellen Situation bei Netzqualität und Kundenzufriedenheit mit Vodafone in Deutschland. Dafür die eindringliche Botschaft, "dass es Glasfaser braucht, wenn die Gigabit-Gesellschaft wirklich kommen soll." Ametsreiter verirrt sich auch nicht bei technischen Detailfragen, sondern gibt dann souverän an den Inhaber des "Vodafone"-Lehrstuhls an der Universität Dresden, Prof. Dr. Gerhard Fettweis weiter.

Erstes 5G-Handy gesichtet

Die Datenmengen steigen ungebremst. Prof. Fettweis kann komplizierte Zusammenhänge allgemein verständlich und gut erläutern. 15 GBit/s Datenrate sind bereits hier und heute auf der Frequenz 15 GHz möglich, das erste gezeigte 5G-"Handy" von Ericsson hat die Größe eines Kühlschranks auf Rädern und eine Reichweite von 10 Meter, im Labor sind es bereits 700 Meter. Erinnerungen an die erste 3G-UMTS-Mobilstation (auch von Ericsson) werden wach. Die bestand aus einer "umgedrehten" Basisstation und war damals in einen Mercedes-Kleintransporter eingebaut. Die zunehmende Integration wird auch das Problem lösen und in ein paar Jahren werden 5G-Handys die Größe heutiger Endgeräte haben.

Aus dem Netzzusammenbruch wenige Tage vor der CeBIT (teltarif.de berichtete) hat Vodafone gelernt. Prof. Fettweis forscht bereits in diese Richtung: Kann man auf einem Gesamtsystem mehrere Software-Versionen zeitgleich parallel fahren? Damit könnte man die Risiken beim Einspielen eines Updates minimieren, zumal es schon Systeme gibt, wo beispielsweise drei Computer, die das gleiche tun, sich gegenseitig abstimmen und wenn zwei davon meinen, es ist rot, dann ist es rot, auch wenn der dritte "grün" sagen möchte, in der Luftfahrt ein längst erprobtes Verfahren. Doch eins ist klar: Man wird nie ganz sicher vor Störungen sein. Künftige Systemen, etwa beim "Smart Traffic", dürfen eigentlich nie mehr ganz ausfallen.

Behördenfunk 2.0 von Vodafone?

Vodafone hatte vor Jahren ein komplettes Behördenfunksystem auf der Basis des damaligen GSM-Standards vorgeschlagen, was Deutschland sehr schnell, und relativ flächendeckend mit Sprach- und Datenfunk für Polizei, Feuerwehr, DRK oder technisches Hilfswerk (THW) versorgt hätte, aber die Behörden wollten partout etwas "Eigenes", was jahrelange Verzögerungen und ungeahnte Mehrkosten produziert hat (hier eine Übersicht der damaligen teltarif.de-Berichte).

Jetzt wagt Vodafone gemeinsam mit Motorola einen neuen Anlauf. Sogenannte Body Cams übertragen beispielsweise Bilder von Polizeieinsätzen, wo Videos für spätere Dokumentationen oder zum Einschätzen von Gefahrenlagen gebraucht werden. Die Kameras sind über das LTE-Netz von Vodafone mit der Zentrale verbunden, können aber parallel auch auf internen SD-Speicherkarten aufzeichnen. Denkbar wären aber auch friedlichere Szenarien, etwa im Sport oder anderen Großveranstaltungen. Bei der Produkt-Demo vor geladenen Journalisten kommt es zu "glitches" (Sprüngen) im Bild, weil neben der Video-Übertragung in Halle P32 noch jede Menge andere Demo-System laufen. Gewiss, das Vodafone-Netz ist flott, hat aber auch gut zu tun, das räumt man bei Vodafone offen ein. Solche Schwächen des aktuellen 4G-Netzes sind nebenbei der beste Antrieb für die Weiterentwicklung zum künftigen Standard 5G.

Weitere Berichte zu Vodafone auf der CeBIT

Vodafone hat die CeBIT dazu genutzt, weitere interessante Produkte und Services vorzustellen - hier die wichtigsten nochmals in einer Übersicht:

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