Breitbandgipfel

Staatssekretär: "Wollen Glasfaserkabel in jedem Haushalt"

CeBIT-Breitbandgipfel mit teils kontroverser Podiumsdiskussion
Von Marc Kessler
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Die Nutzung der 800-MHz-Frequenzen der Digitalen Dividende - wenn sie denn erst einmal versteigert ist und alle rechtlichen Probleme aus dem Weg geräumt sein werden - wird erst einmal "alle Probleme lösen", gab sich Markus Haas, Director Legal Affairs bei o2 Germany, auf dem Breitbandgipfel des BITKOM auf der IT-Messe CeBIT überzeugt. Allerdings sei ein künftiger Frequenzbedarf bis 2020 bereits absehbar, so Haas.

BNetzA-Präsident Matthias Kurth wollte - erwartungsgemäß - auch heute den sechsten Bieter bei der Versteigerung der Frequenzen der Digitalen Dividende nicht verraten. Hinsichtlich der Klagen gegen die BNetzA aufgrund des Versteigerungsverfahrens sagte Kurth: "Wenn viele Beteiligte sich nicht einigen können, muss eben irgendwann jemand entscheiden." Zu solchen Entscheidungen fühle man sich berufen und führe sie auch durch.

Kurth setzt generell auf einen Technologie-Mix. Es werde keine "zentrale Lösung" für das Breitband-Problem geben. Vielmehr müsse man alle Anbieter (Richtfunk, Kabel, Mobilfunklösungen wie der künftige Standard LTE) in ein Boot nehmen. Dadurch, so Kurth, werde die Wettbewerbssituation "nicht über den Haufen geworfen".

Staatssekretär Müller: "Glasfaser in jeden Haushalt"

Das Ende eines GlasfaserkabelsDas Ende eines Glasfaserkabels Der Landwirtschafts-Staatssekretär Dr. Gerd Müller gab sich in der Podiums-Diskussion davon überzeugt, dass Funklösungen allenfalls eine Übergangslösung seien. "Wir brauchen das Kabel", so Müller. Dem widersprach allerdings Eva-Maria Ritter vom Branchenverband VATM. Gerade solche (Funk-) Lösungen litten unter Akzeptanzproblemen (Strahlungs-Angst etc.), auch wenn diese nicht gerechtfertigt seien. Auch Markus Haas von o2 widersprach und betonte, mit LTE profitiere diesmal der ländliche Raum im Zuge der Ausbauverpflichtung bei der Nutzung der Digitalen Dividende als erster von der aktuellsten Technologie überhaupt.

Müller entgegnete auf die Gegenreden, man sei zwar grundsätzlich technologieoffen, aber zum Erreichen der Breitbandziele der Bundesregierung halte er vor allem kabelgebundene Lösungen für die beste Lösung. "Wir wollen das Glasfaserkabel in jedem Haushalt", so der Staatssekretär wörtlich.

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