besser, aber nicht gut

Bilanz: CeBIT 2010 verzeichnet rund 334 000 Besucher

4 157 Unternehmen aus 68 Ländern auf der Messe vertreten
Von Ralf Trautmann mit Material von ddp
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Die Computermesse CeBIT in Hannover will künftig mit einer klareren Struktur neue Zielgruppen ansprechen. Die am Samstag nach fünftägiger Dauer zu Ende gegangene diesjährige Schau habe optimale Voraussetzungen geschaffen, um mit einem ausgebauten Konzept 2011 zu wachsen, sagte der Vorstand der Deutschen Messe AG, Ernst Raue. Im Jahr 2009 kamen auf der zeitlich längeren Messe rund 400 000 Besucher, für die CeBIT 2010 verbuchten die Veranstalter 334 000 Besucher. Die Veranstalter werten die Zahl dennoch als Erfolg: Es handele sich im Vorjahresvergleich um einen leichten Zuwachs - wenn ein Fünf-Tages-Vergleich angelegt wird. Die Messe ist damit aber in jedem Fall weit von Ihren besten Zeiten entfernt. Der Branchenverband BITKOM begrüßte die Absicht, das CeBIT-Profil weiter zu schärfen.

Wie bereits berichtet, sollen nach dem neuen Konzept die Kernthemen der ITK-Branche in vier anwenderorientierten Plattformen gebündelt werden. So würden mit der "CeBIT pro" die professionellen Anwender angesprochen, die "CeBIT gov" richte sich an Behörden und öffentliche Einrichtungen, während die "CeBIT lab" Anlaufpunkt für internationale Forschungsinstitute und Universitäten werde, sagte Raue. Neue Plattform für von Hightech begeisterte Verbraucher werde künftig die "CeBIT life".

Angeblich mehr Geschäftskontakte auf den Ständen

Raue zeigte sich zufrieden mit der diesjährigen CeBIT. Der Investitionsstau löse sich jetzt spürbar auf, sagte er. Zahlreiche Unternehmen hätten von bis zu 30 Prozent mehr Geschäftskontakten auf den Ständen im Vergleich zum Vorjahr berichtet. "Die Branche lässt jetzt die Krise hinter sich und startet durch", sagte Raue. Insgesamt beteiligten sich in diesem Jahr 4 157 Unternehmen aus 68 Ländern an der CeBIT. Gemessen an früheren Werten ist dies kein Grund für Euphorie - es ist die geringste Ausstellerzahl seit 20 Jahren.

BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer sagte, die CeBIT habe der IT- und Kommunikationsbranche "genau den Schub gegeben, den sie nach der Wirtschaftskrise braucht". In Hannover sei noch deutlicher geworden als bisher, dass digitale Hightech "der Schlüssel zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen ist, vom Datenschutz bis zum Klimaschutz".

Nachfrage der privaten Verbraucher "nach wie vor gut"

Das CeBIT-Profil 2011 sei die zweite Stufe der Weiterentwicklung, die vor drei Jahren begonnen habe. Scheer begrüßte ausdrücklich, dass Verbraucher künftig wieder stärker angesprochen würden. Die Branche mache ein Drittel des Umsatzes mit Privatkunden, "und im Web 2.0 seien viele Menschen ohnehin zugleich Anwender und Produzenten", betonte er. Die Nachfrage der privaten Verbraucher sei "nach wie vor gut". Stark gefragt seien derzeit vor allem Smartphones, mobile Computer und Flachbildfernseher.

Bestandteil der Messe war in diesem Jahr mit der CeBIT Sounds! erstmals die Musikbranche. Raue nannte die Resonanz im Markt darauf "überzeugend". Schon jetzt stehe fest, dass die CeBIT Sounds! weitergeführt werde, sagte er. Sie werde künftig "an der Schnittstelle zwischen Musikbranche und ITK-Industrie den Takt vorgeben". Die CeBIT 2011 in Hannover beginnt am 1. März und schließt am 5. März.

Alle wichtigen News von der CeBIT sowie Eindrücke in Bildern finden Sie übrigens auf unserer Sonderseite zur Messe.

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