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1 Jahr Green IT: Bewusstseinswandel erkennbar

In diesem Jahr ist Green IT mehr als nur ein Motto
Von Hagen Hellwig
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Der Anwender zu Hause hat in Zukunft gar keinen Computer mehr, sondern nur noch einen Bildschirm mit Netzzugang. "Das Netz ist der Computer" – so der schon vor Jahren gepredigte Slogan des Hardware-Riesen Sun. Die Workstation Sun Ray 270 ist eigentlich nur ein Monitor. Der Anwender aktiviert per Codekarte seine persönlichen Einstellungen und kann fortan die für ihn freigeschalteten Programme und Daten nutzen. Mit dieser sogenannten virtuellen Desktop-Infrastruktur wird nicht nur Energie gespart (61 Prozent laut Sun), sondern es reduziert sich auch der Administrationsaufwand. Verständlich, denn es müssen nur noch die zentralen Rechner gewartet werden und nicht mehr jeder einzelne Arbeitsplatz.

0 Watt im Standby-Betrieb

Workstation Sun Ray 270 Den leidigen Standby-Verbrauch ist Fujitsu Siemens [Link entfernt] jetzt konsequent angegangen. Auf der CeBIT 2009 ist der erste 0-Watt-PC zu sehen, also ein Computer, der im Standby-Betrieb keinen Strom verbraucht. Trotzdem bleibt der Computer dabei administriebar. Die Esprimo Green PC genannten Computer sollen Mitte dieses Jahres in den Handel kommen. Zur letztjährigen CeBIT 2008 hatte Fujitsu Siemens bereits den 0-Watt-Monitor vorgestellt. Monitore, die vor allem im Betrieb besonders sparsam sind, stellt Toshiba vor. Das Feature AutoView regelt bei diesen Eco-TV-Modellen den Stromverbrauch in Abhängigkeit vom Bildinhalt und von der Umgebungshelligkeit. Das verbaute Eco-Panel allein soll den Energieverbrauch dieser Geräte schon um 50 Prozent senken.

Dass moderne, umweltfreundlich IT-Geräte womöglich teurer sind als herkömmliche Modelle, ist für die Mehrheit der Verbraucher offenbar unerheblich. Fast 60 Prozent der Menschen sind laut einer auf der CeBIT vom Branchenverband BITKOM vorgestellten Umfrage sogar bereit, dafür einen höheren Preis zu bezahlen. Grund dafür sind "die hohen Strompreise und die Diskussionen um den Klimawandel", sagt BITKOM-Präsidiumsmitglied und IBM-Manager Martin Jetter, "auch in wirtschaftlich harten Zeiten." Darüber, ob die Verbraucher jedoch ihren Worten Taten folgen lassen, sprich das Stromeffizienz-Kriterium wirklich in die Kaufentscheidung einfliessen lassen, gibt die Studie des BITKOM jedoch nicht wieder.

Die Welt von morgen: smarter und intelligenter

Auch Computer-Urgestein IBM gibt sich umweltbewusst. Unter dem unternehmenseigenen CeBIT-Motto "Making the World Work Smarter" will man Lösungen für eine "intelligentere Welt" anbieten. Unter diesen phrasenhaft wirkenden Wortgebilden werden unter anderem ein Rechenzentrum der Zukunft, neue Sicherheitskonzepte und neue Information Management-Strategien gezeigt. "Unsere Technologien leisten besser als jemals zuvor einen Beitrag dazu, Menschen, Dinge und Abläufe miteinander zu verknüpfen und die Welt insgesamt intelligenter zu machen", erklärt IBM-Deutschland-Chef Martin Jetter, "das ist unsere Vision des smarter Planet."

Wachstum soll nicht mehr der Umwelt schaden

Auf der international besetzten Podiumsdiskussion "Green IT – Hype or Hope?" ging es darum, wie man es schafft, ein Wirtschaftswachstum vom Energieverbrauch abzukoppeln. Die Teilnehmer, darunter Martin Jetter vom BITKOM-Verband bzw. IBM, Rob Mulligan von amerikanischen Verband TechAmerica und Dennis Pamlin vom World Wildlife Fund, waren sich einig, dass die IT als Querschnittsbranche das gesamte Wirtschaftsleben bestimmt und aus sich heraus auch die Innovationen antreibt, allerdings für sich auch hohe Energiemengen verschlingt, angeblich soviel wie der weltweite Flugverkehr. Bisher war ein Wachstum der Wirtschaft immer auch mit einem Wachstum des Energie- und Ressourcenverbrauchs gekoppelt. Die einhelligen Forderungen, um dieser Entwicklung zu entrinnen: Die Energieeffizienz und die Materialeffizienz erhöhen und einen Bewusstseinswandel herbeiführen.

Einen guten Überblick verschafft die Green-IT-Halle 8. Politische Unterstützung kommt unter anderem vom früheren Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Prof. Klaus Töpfer und den Teilnehmern der Jahreskonferenz "Nachhaltigkeit in der digitalen Welt" vom Bundesumweltministerium mit Sigmar Gabriel, dem Umweltbundesamt, BITKOM und der OECD auf der CeBIT 2009.

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