Kampfansage

Wikileaks: Computerexperten und Hacker sollen Geheimdienste unterwandern

Beim CCC appellierten die drei Aktivisten Harrison, Assange und Appelbaum an die Hacker und Computerexperten, die Geheimdienste zu unterwandern. Zudem betonten die Wikileaks-Aktivisten, dass sie dem Druck der US-Regierung trotzen und weiterhin geheime Dokumente veröffentlichen werden.
Von dpa / Jennifer Buchholz
AAA
Teilen

Plötzlich stand sie auf der Bühne: Sarah Harrison, die den ehe­maligen Geheimdienst­mit­arbeiter Edward Snowden auf seiner Flucht begleitete, ist über­raschend beim Chaos Communication Congress auf­ge­treten. Bei einem an­ge­kündigten Vortrag der Wikileaks-Aktivisten Julian Assange und Jacob Appelbaum trat Harrison ebenfalls auf die Bühne des Hamburger Kongress­zentrums.

Die drei Aktivisten richteten einen deutlichen Appell an die Hacker und Computer­experten: Sie sollten Geheim­dienste und andere Institutionen infiltrieren und wie Edward Snowden geheime Informationen öffentlich machen.

System-Administratoren hätten enorme Macht, sagte Assange per Video­übertragung aus der ecuadorianischen Botschaft in London. Die sogenannten Sysadmins verwalten Netzwerke und kennen daher die Struktur der Systeme. Sie sollten Geheimdiensten und Firmen beitreten, Informationen sammeln und diese öffentlich machen, forderte Assange. Selbst einzelne System-Administratoren könnten großen Einfluss haben, wenn sie Informationen veröffentlichten.

Wikileaks arbeitet trotz Regierungsdruck weiter

Assange will verstärkt gegen die Arbeiten der Geheimdienste vorgehenAssange will verstärkt gegen die Arbeiten der Geheimdienste vorgehen Die Videoverbindung zu Assange über Skype brach mehrmals ab - so auch bei der Frage, wie die Aktivisten die Flucht von Edward Snowden aus Hongkong organisierten. Seine Mitstreiter auf der Bühne witzelten, dass wohl die Geheimdienste hinter der stockenden Videoverbindung steckten. Sie ernteten sichere Lacher beim Publikum. Harrison bekam zu Anfang ihres Auftritts stehenden Applaus.

Sie betonte, Wikileaks arbeite trotz des Drucks der US-Regierung weiter. "Wir setzen unsere Veröffentlichungen fort", sagte sie. Sie könne derzeit aus Angst vor Strafverfolgung nicht nach Großbritannien zurückkehren. "Deswegen bleibe ich in Deutschland."

An dem Auftritt von Assange hatte es zuvor auch Kritik gegeben. Einige Aktivistinnen fanden es nicht angemessen, Assange sprechen zu lassen, während Vorwürfe wegen sexueller Vergehen gegen ihn weiter offen sind.

Teilen

Mehr zum Thema Wikileaks