Carbon-Handy

Carbon I MKII: Federleicht-Handy aus Karbon vorgestellt

Ein Handy aus Karbon ist schon beson­ders. Die Verwen­dung des Mate­rials verspricht ein dünnes und leichtes Design. Ein Berliner Start-Up hat heute das Carbon I MKII vorge­stellt. Wir haben uns das Gerät ange­schaut.

Ein Smart­phone aus Karbon. Wie klingt das? Inter­essant irgendwie, aber so richtig vorstellen kann man sich darunter nichts. Schließ­lich hat man sowas auf dem Smart­phon­emas­senmarkt noch nicht gesehen. Und jetzt kommt das Carbon I MKII, das aus der Design-Schmiede der Carbon Mobile GmbH stammt. Das Berliner Start-Up hat heute das "leich­teste und dünnste Smart­phone aus Karbon" vorge­stellt. Und damit sind auch schon die wesent­lichen Features des Tele­fons genannt: Leicht und dünn, mit einem Design, das "30 Prozent leichter als durch­schnitt­liche Smart­phones" ist.

Carbon 1 MKII

Firas Khalifeh, CEO von Carbon Mobile, sagt: "[...] Unser Ansatz ist es, Normen zu hinter­fragen, neue Ansätze zu finden und der Branche notwen­dige, neue Impulse hin zu Minia­turi­sierung und nach­haltiger Produk­tion zu geben."

Wir konnten die Pres­sekon­ferenz live verfolgen und das Karbon-Handy einmal in die Hand nehmen. Nach­folgend lesen Sie, welchen Eindruck wir gewinnen konnten und was unter der Karbon-Haube steckt.

Carbon I MKII - was ist dran?

Das Carbon I MKII ist sehr schlank Das Carbon I MKII ist sehr schlank
Bild: Carbon Mobile
So viel vorweg: Die Schlicht­heit, die das Karbon-Handy trans­portieren möchte, ist nicht nur auf das Design redu­ziert. Auch die inneren Werte sind im Vergleich zu aktu­ellen Flagg­schiffen abge­speckt. Da wird es das Carbon I MKII mit einer Preis­vorstel­lung von rund 800 Euro auf Ausstat­tungs­ebene schwer haben, sich mit tech­nisch voll­gestopften Samsungs, Huaweis und Co. zu profi­lieren.

Darum scheint es Carbon Mobile aber auch gar nicht zu gehen. Das Unter­nehmen möchte ein beson­deres Smart­phone für eine kleine Ziel­gruppe, die sie "Carbo­nisers" nennt, offe­rieren. Das Carbon I MKII soll und muss also auch gar nicht mit den Ange­boten auf dem breiten Markt mithalten. Manchmal ist weniger viel­leicht mehr.

Wir konnten einen Prototyp des 125 Gramm leichten Smart­phones bereits in den Händen halten. Nutzt man die meiste Zeit ein Samsung Galaxy S10+ in der Ceramic-Version, werden 198 Gramm jongliert (plus Gewicht einer Schutz­hülle). Dagegen erscheint das Karbon-Smart­phone wie ein Flie­genge­wicht, was durchaus beein­druckend ist. Positiv fällt auch die geringe Breite von 6,3 mm auf, die den Eindruck eines sehr porta­blen Geräts weiter unter­stützt. Das Carbon I MKII mit 6-Zoll-AMOLED wiegt nur 125 Gramm Das Carbon I MKII mit 6-Zoll-AMOLED wiegt nur 125 Gramm
Bild: Carbon Mobile
Das Gehäuse des Carbon I MKII besteht aus "karbon­basierten Verbund­stoffen". Der Hersteller vergleicht das mit der Karbon­faser-Mono­coque-Konstruk­tion eines Fomel-1-Autos. Diese Archi­tektur soll die Anzahl der erfor­derli­chen Kompo­nenten so verrin­gern, dass alle Bestand­teile in einem Gehäuse montiert werden können. Die Tech­nologie nennt sich "Hybrid Radio Enable Compo­site Mate­rial" (HyRECM). Das Carbon I MKII hat einen Kunst­stoff­anteil von fünf Prozent und soll sich durch leichte Repa­rier­barkeit auszeichnen.

6-Zoll-AMOLED und Mittel­klasse-CPU

Gegen das 6-Zoll-AMOLED mit einer maxi­malen Auflö­sung von 2160 mal 1080 Pixel lässt sich auf den ersten Blick nichts einwenden. Das Glass 6 wird von Corning gelie­fert und ist eine Spezi­alan­ferti­gung mit einer Maxi­maldicke von 0,4 mm. Das Carbon I MKII läuft mit Stock-Android (10) Das Carbon I MKII läuft mit Stock-Android (10)
Bild: Carbon Mobile
Um auch das geringe Gewicht des Geräts zu errei­chen, muss ein Akku mit einer Kapa­zität von 3050 mAh ausrei­chen. Schnelles Laden ist nicht vorge­sehen. Als CPU fungiert ein Mittel­klasse-Prozessor aus dem Hause Medi­atek (Helio P90). Die Größe des Arbeits­spei­chers beträgt 8 GB, die interne Spei­cher­kapa­zität 128 GB. Der Spei­cher lässt sich per microSD erwei­tern.

Statt die Verwen­dung eines zusätz­lichen Spei­cher­mediums neben einer Nano-SIM-Karte kann auch eine zweite Nano-SIM-Karte zwecks Dual-SIM-Nutzung verwendet werden. Weiterhin werden USB-C, Blue­tooth 5.0, das schnel­lere WLAN-ac und NFC für kontakt­lose Bezahl­vorgänge unter­stützt, ein opti­scher Finger­abdruck­sensor befindet sich an der Gehäus­eseite. Firas Khalifeh, CEO von Carbon Mobile, präsentiert das Carbon I MKII in Berlin Firas Khalifeh, CEO von Carbon Mobile, präsentiert das Carbon I MKII in Berlin
Bild: teltarif.de
Die finale Version, die ab Sommer verkauft werden soll (Vorbe­stel­lungen ab sofort möglich), wird Android 10 vorin­stal­liert haben. Carbon Mobile hält die Benut­zerober­fläche "sauber" und setzt somit auf Stock Android. Laut Hersteller befindet sich Android 11 in der Pipe­line, regel­mäßige Sicher­heits­updates sollen auch garan­tiert sein.

Bei der Kamera dürfen Handy­foto­grafen keinen Zahlen­werfer a la Galaxy S20 Ultra erwarten. Die Front­kamera bietet eine Auflö­sung von 20 Mega­pixeln, die Dual-Haupt­kamera eine Auflö­sung von 16 Mega­pixeln.

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