Überraschend

CallYa Flex: Umleitungen zur Mailbox kostenpflichtig

Beim Prepaid-Tarif CallYa Flex von Vodafone gibt es eine versteckte Kostenfalle. Landet ein eingehender Anruf über die Rufumleitung auf der Mailbox, entstehen beim Vodafone CallYa Flex unerwartete Kosten.
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Beim Tarif CallYa Flex von Vodafone gibt es eine mögliche Kostenfalle, die man kennen sollte. Nicht nur abgehende Anrufe zur eigenen Mailbox (Kurzwahl 5500), sondern auch eingehende Rufumleitungen zur eigenen Mailbox werden berechnet. Dies sollte man wissen, bevor man sich wundert, wohin die noch verbliebenen Sprachminuten und SMS-Einheiten verschwunden sind.

Der Tarif CallYa Flex wurde von Vodafone für die Kunden entwickelt, die ihre Karte nur unregelmäßig nutzen oder den Bedarf zu Beginn noch nicht abschätzen können. Dazu kann über eine spezielle kostenlose CallYa-Flex-App die Anzahl der Minuten/SMS (Einheiten) und das dazu gehörende Datenvolumen eingestellt werden. Wird das eingestellte Datenvolumen vorzeitig verbraucht, kann für beispielsweise 4,99 Euro das eingerichtete Datenpaket frisch nachgebucht werden und gilt dann für den Rest des Abrechnungszyklus. Eine dauerhafte Vergrößerung (oder Verkleinerung) des Volumens ist nur zum Abrechnungstermin (alle 28 Tage) möglich. Hat man also das kleinstmögliche Paket gebucht (400 MB plus 50 Minuten/SMS) und braucht ad hoc deutlich mehr Volumen, kann man immer nur ein 400-MB-Paket für 4,99 Euro oder 50 Minuten für 1,49 Euro nachkaufen, bis der reguläre Abrechnungstag kommt. Danach würden die neu eingestellten Werte aus der App gelten, sofern man diese geändert hat.

Eingehende Rufumleitungen werden vom Guthaben abgezogen

Kostenfalle Rufumleitung beim CallYa FlexKostenfalle Rufumleitung beim CallYa Flex Ankommende Anrufe, die wegen leerem Akku oder fehlendem Netz oder schlicht, weil man gerade nicht drangehen kann oder will, auf der Mailbox landen, erzeugen beim Nutzer der CallYa-Flex-Karte ebenfalls Kosten, bzw. schmälern sein Minuten/SMS-Budget. Das gilt auch für Anrufweiterleitungen zu anderen Vodafone-Rufnummern, die in vielen Tarifen kostenlos sein können, beim CallYa Flex jedoch nicht.

Vodafone bestätigt diese Kosten

Diese von teltarif.de-Lesern eher "zufällig" entdeckte mögliche Kostenfalle hat uns die Vodafone Pressestelle auf Nachfrage bestätigt. Wörtlich: "Das ist richtig. Anrufe zur Mailbox wie auch Anrufweiterleitungen auf die Mailbox werden wie ganz normale nationale Calls behandelt. Und insofern auch vom gebuchten Minuten-Kontingent abgezogen. Gleiches gilt auch für die anderen CallYa Tarife - also CallYa Special/International/Allnet Flat. Hier deckt die enthaltene Vodafone-Flat solche Anrufweiterleitungen aber ab."

Möglicher Workaround: Umleitungen löschen

Durch Senden des USSD-Kommandos ##002# gefolgt von der "Anrufen"-Taste lassen sich alle vom Kunden gesetzten Rufumleitungen aufheben. Es kann aber sein, dass dann im Netz die bei vielen neueren Anschlüssen hinterlegte Grundumleitung zur Abwesenheitsansage aktiviert wird. Bei unserer Testkarte war diese Umleitung bereits entfernt (oder nie geschaltet gewesen). Wer durch Abfragen wie *#62# (Abfrage, ob Umleitung, bei nicht im Netz) eine Antwort mit einer unbekannten Rufnummer (z.B. +49 172 ...) bekommt, sollte die CallYa Hotline unter 0172-2290229 kontaktieren und um Löschung dieser Umleitung bitten. Möglicherweise kostet es etwas Verhandlungsgeschick, damit die Hotline versteht, was gemeint ist und diese Funktion auch wirklich abschaltet.

Mailbox nutzen - Community Option?

Wer seine Vodafone-Mailbox aber wirklich nutzen möchte und täglich viele Anrufe erhält, könnte über die Buchung der Community Flat (2,99 Euro für 28 Tage) nachdenken, die Verbindungen zu allen Anschlüssen im Vodafone-Mobilfunknetz enthält. Bevor man die Option ohne lange nachzudenken bucht: Die Community-Option ergibt aber erst Sinn, wenn innerhalb von vier Wochen (28 Tage) regelmäßig mehr als 33 Minuten gesprochen oder auf die Mailbox umgeleitet wird.

Nicht alle Nutzer im Vodafone Netz sind "netzintern"!

Es gibt virtuelle Nutzer des Vodafone-Netzes, die von dieser Option nicht abgedeckt werden. Anrufe zu den "Netzen" von Lycamobile (Vorwahl 01521) oder Truphone (Vorwahl 01529) sind hier jedoch nicht enthalten, da dies tariftechnisch als "fremdes" Netz betrachtet wird. Diese Netze nutzen zwar die Mobilfunkversorgung von Vodafone, haben aber dahinter eine eigene Vermittlung und somit ein "eigenes" Netz.

Der Kommentar: Unschönes Detail

Wer seine Vodafone Karte im Tarif CallYa Flex nur selten nutzt, beispielsweise als Backup, um zum hauptsächlich genutzten Netz eines anderen Anbieters eine Alternative ("für alle Fälle") zu haben, kann diese überraschenden Kosten vielleicht noch verschmerzen, besonders, wenn die Rufnummer nur in einem eng beschränkten Bekanntenkreis kommuniziert wird. Das turnusgemäße Minutenpaket muss ohnehin bezahlt werden, ob es genutzt wird oder nicht, da fallen zwei bis drei Anrufe auf der Mailbox nicht ins Gewicht. Wer aber viel mobil telefoniert oder oft angerufen wird, würde diese Kosten schon eher merken und kann mit der Community-Option vielleicht sparen. Vielleicht hat er von Haus aus auch ein ausreichend dimensioniertes Minutenpaket, sodass es in der Regel keine Probleme geben sollte.

Und wem das alles zu teuer ist, der kann sein Restguthaben noch nutzen und die Karte danach einfach nicht mehr aufladen. Sollte das Guthaben unter 9 Cent sinken, dürfte die Karte mit Rufumleitung faktisch nicht mehr erreichbar sein, es entstehen aber auch keine weiteren Kosten, sofern nicht die automatische Guthabenaufladung (CallYa Comfort) eingerichtet und aktiviert wurde. Wird eine Karte rund ein bis zwei Jahre nicht aufgeladen, kann die Nummer abgeschaltet werden, was sich durch kostenlosen Anruf der Netz-Kurzwahl 12007 vom CallYa-Handy wohl verhindern lässt. Die Portierung der Rufnummer zu einem anderen Anbieter (bei CallYa nach Setzen der Option jederzeit möglich) kostet knapp 30 Euro, die als Guthaben auf der Karte vorhanden sein müssen. Dabei ist darauf zu achten, dass man die Option rechtzeitig vor dem "Stichtag" für die Nachbuchung der Option bestellt, sonst würde ein neuer Abrechnungszyklus vom Guthaben abgezogen und dies die Portierung verhindern.

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