Ortsgespräch

Jubiläum: Zehn Jahre Call by Call im Ortsnetz

Verspäteter Start mit wenigen Anbietern
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Call by Call im Ortsnetz: Seit 10 Jahren möglichCall by Call im Ortsnetz: Seit 10 Jahren möglich Vor genau zehn Jahren ist eines der letzten großen Monopole der Deutschen Telekom gefallen: Am 25. April 2003 waren erstmals Gespräche über Call by Call im eigenen Ortsnetz möglich und Kunden der Deutschen Telekom konnten somit einen anderen Anbieter und günstigere Tarife für die Telefonate zu den Nachbarn nutzen. Bis dato war das nur durch den damals noch unattraktiven Wechsel des Anschlussanbieters oder mit Tricks möglich. Der Wettbewerber-Anteil nach Minuten lag in den Ortsnetzen Anfang 2003 nur bei 3,6 Prozent.

Lange Zeit war Call by Call nur über einen Umweg möglich. Findige Anbieter kamen auf die Idee, über eine Sonderrufnummerngasse Call by Call im Ortsnetz anzubieten. Damals gab es unter der Gasse 0190, dem Vorgänger der heutigen 0900, eine frei tarifierbare Gasse. Unter dieser 0190-0-Vorwahl konnten damals von Anbietern ganze Blöcke belegt werden. So war etwa über 0190-035 und die Telefonnummer ein Gespräch möglich, das dann wie ein 0190-Gespräch über die Telefonrechnung abgerechnet wurde. Allerdings lagen die Minutenpreise auf Call-by-Call-Niveau und somit um 1 Cent pro Minute.

Anbieter versuchten mit Tricks schon vorm Start Gespräche zu vermitteln

Zuvor kamen die Wettbewerber schon auf andere Ideen. So wurden Ortsgespräche über die Prüfrufnummer 031 vermittelt oder eine Internet-by-Call-Einwahl für Sprachtelefonie genutzt. Beide Varianten wurden jedoch von der damaligen RegTP, der heutigen Bundesnetzagentur, schnell untersagt, weil die Regulierungsbehörde darin eine missbräuchliche Nutzung der Rufnummerngassen sah.

Um die Einführung des regulären Call by Call im Ortsnetz gab es lange Diskussionen. Letztlich erfolte die Einführung zum 25. April 2003, allerdings nur unter Auflagen für die Anbieter. Sie mussten nämlich ihre Netze ausbauen und ein engmaschiges Übergabepunkte-Netz mit der Telekom knüpfen. Diese Bedingungen gibt es bis heute und sie einer der Gründe, weswegen nur wenige Anbieter überhaupt Call by Call im Ortsnetz anbieten. Die Erschließung und der Unterhalt jedes einzelnen Übergabepunktes kostet, während der Minutenanteil, der über Call by Call im Ortsnetz geführt wird, aufgrund von Flatrates und Anbieterwechseln weiter zurück geht. Einige Anbieter haben daher in den vergangenen Jahren ihre Einzugsgebiete für Ortsgespräche auch schon wieder zurückgebaut. Mit der Einführung von Call by Call im Ortsnetz war noch keine Pre-Selection möglich. Diese wurde erst einige Monate später eingeführt, hat heute aber noch weniger Bedeutung als Call by Call.

Call by Call im Ortsnetz heute

Call by Call im Ortsnetz wird heute von jenen Telekom-Kunden genutzt, die keine Flatrate für die Telefonie haben. Aufgrund der Preisstruktur der Telekom werden das in der Regel Kunden sein, die kein DSL möchten oder bekommen können. Dann nämlich ist eine Sprachflatrate vergleichsweise teuer. Im Umkehrschluss dürfte ein größer Anteil der Nutzerschaft eher in der ländlichen Region zu finden sein. Gerade dort ist Call by Call im Ortsnetz jedoch eher schwächer vertreten, da weniger Kunden über einen Einzugspunkt versorgt werden können.

In unserer Datenbank listen wir zehn Anbieter, die bundesweit Ortsgespräche anbieten. Oftmals sind Ortsgespräche rund um die Uhr für unter 1 Cent pro Minute möglich. Teilweise werden die Gesprächsminuten an die Kunden sogar unterhalb des Einkaufspreises vermittelt. Die Einkaufspreise sind reguliert, Spielraum gibt es hier nicht. Aktuell günstigster Anbieter mit einer Garantie für Ortsgespräche rund um die Uhr ist die 01038 von Tellmio. Sie berechnet 1,49 Cent pro Minute. In den Abendstunden nach 19 Uhr sind 01013 und 01070 günstiger, sie garantieren Preise von weniger als 1 Cent pro Minute.

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