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Kostenloses WLAN in Berliner U-Bahn wird ausgebaut

Der Testbetrieb am Umsteigebahnhof Osloer Straße hat sich offenbar bewährt. Die BVG will in der Berliner U-Bahn das WLAN-Netz ausbauen. Im Fokus stehen dabei zunächst größere Bahnhöfe, in der fahrenden Bahn wird es kein Netz geben.
Von Thorsten Neuhetzki
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Im August überraschte die BVG in Berlin ihre Fahrgäste damit, dass diese kostenloses WLAN nutzen können. Zwar betraf das zunächst nur einen Bahnhof - den U-Bahnhof Osloer Straße im Wedding -, doch war der Test offenbar erfolgreich. Wie die Morgenpost heute berichtet, will die BVG, die in Berlin das U-Bahn-Netz betreibt, das kostenlose Internet in der U-Bahn schrittweise ausbauen. Gestern erst wurde bekannt, dass auch der Vertrag zwischen dem Senat und einer privaten Betreiberfirma über 650 Hotspots in der Berliner Innenstadt unterschrieben wurde.

Welches Unternehmen die WLAN-Netze im Auftrag der BVG ausbauen wird, steht noch nicht fest. Aufgrund der Größe des Auftrages muss das Vorhaben ausgeschrieben werden. Die BVG hofft, dass Ende 2016 "eine nennenswerte Zahl von Bahnhöfen" über WLAN verfügen wird, teilte eine Sprecherin der Zeitung mit. Welche Bahnhöfe konkret ausgebaut werden sollen, steht noch nicht fest, es sollen aber wohl in jedem Fall größere Bahnhöfe und Bahnhöfe an stark frequentierten Linien sein. Die Morgenpost nennt als Beispiel die U5, die vom Alexanderplatz in Richtung Osten bis nach Hönow verläuft. 2017 wird in unmittelbarer Nähe der Linie die Internationale Gartenschau (IGA) stattfinden.

Erstinstallation hat mehr als 300 000 Euro gekostet

Surfen im U-BahnhofSurfen im U-Bahnhof Die Kosten für das Pilotprojekt an der Osloer Straße, der nicht als Umsteige-Bahnhof für Touristen, aber als wichtiger Bahnhof für Berliner im Norden der Stadt gilt, waren nach Angaben der Morgenpost hoch, die BVG habe dieses aus eigenen Mitteln gestemmt. Die Installation der Infrastruktur habe 308 800 Euro gekostet, weitere 30 000 Euro seien für den laufenden Betrieb notwendig. Allerdings sind in dem Einmal-Betrag auch schon Kosten eingerechnet, die bei der Versorgung weiterer Stationen nicht mehr anfallen werden, weil die Infrastruktur nun schon existiere, heißt es.

Dass die Nutzer auch während der Fahrt mit der U-Bahn das WLAN nutzen können, hält die Sprecherin der BVG für unwahrscheinlich. In dem Zeitungsartikel heißt es, dass es noch keine verlässliche Technik gebe, den Transport der Daten im fahrenden Zug zu sichern.

Die Berliner U-Bahn ist in Sachen Mobilfunk versorgt mit einem UMTS- und LTE-Netz von E-Plus. Das UMTS-Netz kann von o2-Kunden durch das National Roaming der beiden Netze des Telefónica-Konzerns mitgenutzt werden. Nach einer Konsolidierung der Netze werden auch o2-Kunden das LTE-Netz nutzen können - das wird voraussichtlich kommendes Jahr der Fall sein. Kunden von Telekom und Vodafone können unterirdisch maximal mit EDGE-Geschwindigkeit surfen. Die beiden Netzbetreiber werden sich mit der BVG nicht einig über verschiedene Kosten für die Standortmiete und den Austausch von Technik.

Wie E-Plus die Berliner U-Bahn mit LTE versorgt, haben wir in einer Reportage zusammengestellt. Zudem haben wir ein Video über den Netzausbau produziert.

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