Ausschreibung

Bundesnetzagentur schreibt zwei neue 116-Nummern aus

Kostenfrei erreichbare Nummern für Opfer von Verbrechen sowie akut Erkrankte
Von Marc Kessler
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Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat zwei neue Sonderrufnummern zum Betrieb ausgeschrieben. Dabei soll die Rufnummer 116 006 künftig als "Beratungsdienst für Opfer von Verbrechen" betrieben werden, die Nummer 116 117 als "Bereitschaftsdienst für ärztliche Hilfe in nicht lebensbedrohlichen Situationen".

In der 116xxx-Rufnummerngasse werden sogenannte "harmonisierte Dienste von sozialem Wert" (HDSW) realisiert. HDSW müssen nach einer Vorgabe der Europäischen Union jederzeit bundesweit vorwahlfrei erreichbar sein. Dem Anrufer dürfen dabei keine Kosten entstehen. Schon im Jahr 2007 hatte die EU-Kommission über die Einführung zusätzlicher 116-Nummern nachgedacht.

Über die 116 006 sollen nach dem Willen der EU Opfer von Verbrechen emotionale Unterstützung erhalten, über ihre Rechte aufgeklärt und an einschlägige (Hilfs-) Organisationen weitervermittelt werden.

Die 116 117 soll Anrufer in dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Fällen - vor allem am Wochenende und außerhalb normaler Praxis-Öffnungszeiten - an einen medizinischen Dienst weiterleiten.

Ausschreibeverfahren läuft bis Mitte April

Für beide Sonderrufnummern hat die BNetzA ein Ausschreibungsverfahren gestartet, das ab sofort und noch bis zum 14. April läuft. Im Zuge dessen müssen Bewerber unter anderem ein Realisierungskonzept vorlegen, das die Regulierungsbehörde anschließend nach festgelegten Kriterien bewertet. Ausgewählt werden soll jeweils derjenige Bewerber, "dessen Antrag den dauerhaften ordnungsgemäßen Betrieb des HDSW am besten erwarten lässt". Für die Zuteilung der Rufnummern fällt jeweils eine Gebühr von 5 200 Euro an.

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