Enttäuschend

Mehr Information: BNetzA startet Breitband-Monitor

Einen Breit­band-Monitor möchte die Bundes­netz­agentur im Internet anbieten, aber das Angebot verknüpft Altbe­kanntes mit geschlos­senen Benut­zergruppen ("Nur auf Antrag") und bringt somit wenig neue Erkennt­nisse.
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Nach der App Breit­band­messung, die es für Apple (iOS) und Google (Android) sowie für den Desktop-PC im Browser gibt, hat die Bundes­netz­agentur heute ihr neues Infor­mati­onsportal Breit­band-Monitor gestartet. Auf der Seite breit­band-monitor.de werden die bishe­rigen Infor­mati­onsan­gebote zur Breit­band­messung und Funk­loch-Karte zusam­menge­fasst. Darüber hinaus will das Portal Infor­mationen zum Infra­struk­tur­atlas der Bundes­netz­agentur und zur Entwick­lung des Breit­band­marktes bieten.

BNetza-Präsi­dent Jochen Homann erklärt das so: "Der Breit­band­ausbau ist von zentraler Bedeu­tung. Mit dem Breit­band-Monitor steht dem Nutzer nun eine Inter­netseite der Bundes­netz­agentur rund um das Thema zur Verfü­gung. Das Angebot soll in den kommenden Monaten noch erwei­tert werden."

Infor­mati­onsan­gebot für Verbrau­cher und Experten

Wenig Neuigkeitswert bietet die neue Seite Breitband-Monitor der BundesnetzagenturWenig Neuigkeitswert bietet die neue Seite Breitband-Monitor der Bundesnetzagentur Das neue Portal will Verbrau­chern und Experten die Möglich­keit geben, sich einen Über­blick über die von der Bundes­netz­agentur verfüg­baren Infor­mationen zum Thema Breit­band zu verschaffen. Für Verbrau­cher stehen dabei die Karten und Berichte der Breit­band­messung sowie die Funk­loch-Karte bereit.

Infra­struk­tur­atlas

Ein Schwer­punkt des Ange­bots für Experten liegt auf Infor­mationen rund um den Infra­struk­tur­atlas. Ziel ist es, Mitnut­zungs­möglich­keiten für einen beschleu­nigten Breit­band­ausbau aufzu­zeigen. So geben inter­aktive Karten erst­mals bis zur Land­kreis­ebene Auskunft über die jewei­ligen Daten­liefe­ranten und die Länge der erfassten Leer­rohre und Glas­faser­leitungen. Der Nutzer erhält damit eine Voraus­schau über die im Infra­struk­tur­atlas darge­stellten Infra­struk­turen. In einem zweiten Schritt kann mittels Antrags­verfahren Einsicht in die verfüg­baren Geodaten genommen werden.

Vor allem für Tele­kommu­nika­tions­unter­nehmen sowie Länder, Land­kreise und Kommunen stelle der Breit­band-Monitor damit ein wich­tiges Infor­mati­onsan­gebot für den Breit­band­ausbau bereit.

Erster Eindruck: Durch­wachsen

Wir haben uns das Angebot ange­schaut. Es ist etwas ernüch­ternd. Die "Markt­beob­achtung" liefert etwas Statistik, im 3. Quartal melden Telekom 45.598 Millionen, Voda­fone 46,9 Millionen und Telefónica 45,606 Millionen "Mobil­funk­teil­nehmer". Im Klein­gedruckten erfährt man, dass es geschal­tete SIM-Karten sind, also insge­samt 138 Millionen oder etwa 1,65 SIM-Karten pro Mitbürger, egal ob Baby oder Greis.

Ein weiterer Link führt zu der bereits bekannten "Funk­loch-Karte" von breitbandmessung.de, die Fans schon kennen.

Der "Infra­struk­tur­atlas" steht, so lesen wir auf der Webseite, nur "Netz­betrei­bern, Bund, Ländern, Kreisen und Gemeinden auf Antrag zur Verfü­gung." Es ist also nicht möglich, einmal zu kurz schauen, welche Region wie gut versorgt ist, beispiels­weise, wenn man über einen Umzug oder einen Anbie­terwechsel nach­denkt. Man muss also weiterhin alle in Frage kommenden Anbieter "abklap­pern".

Ob die öffent­lich einseh­bare Statistik der Daten­liefe­ranten (von 0 auf 1090) für Anwender wirk­lich so span­nend ist, lassen wir einmal dahin­gestellt.

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