Abzocke

Bundesnetzagentur schaltet die Nummer 11861 ab

Verbraucher können Geld zurückverlangen

Die Bundesnetzagentur hat die Abschaltung der 11861 angeordnet. BNetzA: Abschaltung der 11861
Logo: BNetzA Montage: teltarif.de
Bis zum Jahresende 2008 konnten Kunden der Deutschen Bahn unter der Telefonnummer 11861 Fahrplan- und Fahrkarteninformationen einholen. Ende 2008 stellte die Deutsche Bahn den Auskunftsdienst unter der 11861 ein. Der neue Besitzer der noch in vielen Telefonbüchern stehenden und in den meisten Mobiltelefonen vorkonfigurierten Rufnummer soll diese genutzt haben, um Verbraucher abzuzocken. Dies teilte die Bundesnetzagentur heute mit.

Die Bundesnetzagentur hat die Abschaltung der 11861 angeordnet. BNetzA: Abschaltung der 11861
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Die Aufsichtsbehörde ordnete die Abschaltung der Auskunftsdienstnummer 11861 an. Zudem wurde der Betreiber verpflichtet, die für den Weitervermittlungsdienst bezahlten Gebühren auf eine Anforderung der jeweiligen Verbraucher zurückzuzahlen und noch nicht entrichtete Entgelte nicht mehr einzuziehen.

Der Vorwurf der Bundesnetzagentur: Zwischen April und Oktober dieses Jahres soll die gesetzlich geregelte Preisansage vor der Weitervermittlung nicht erfolgt sein. Seit November habe es dann eine Preisansage gegeben, diese sei mit einer Minute und 47 Sekunden jedoch so langwierig gewesen, dass sie allein den Anrufer 3,98 Euro gekostet habe. Dies sei "ein bewusster Verstoß gegen den gesetzlich intendierten Verbraucherschutz", urteilte die Bundesnetzagentur.

"Wir raten allen Verbrauchern, die vor einer Weitervermittlung über die 11861 nicht durch eine Preisansage über den Preis des weitervermittelten Gesprächs informiert wurden oder in deren Verbindungen die oben beschriebene überlange Preisansage erfolgt ist, sich auf den gesetzlichen Wegfall des Entgeltanspruchs sowie die in diesem Zusammenhang ausgesprochenen Verpflichtungen im Bescheid der Bundesnetzagentur zu berufen", sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.

Der derzeitige Betreiber des ehemaligen Bahn-Auskunftsdienstes hatte sich im Dezember 2009 die Rufnummer gesichert. Sie taucht noch in vielen Telefonbüchern und auch Handys auf. Viele Verbraucher hätten auch nach der Übergabe an einen neuen Inhaber die Nummer in dem irrigen Glauben angerufen, den Auskunftsdienst der Deutschen Bahn zu erreichen, so die Netzagentur. Stattdessen riefen sie bei einem Auskunftsdienst an, welcher 1,99 Euro je angefangener Minute kassierte und das nicht nur für die eigentliche Auskunft, sondern auch für die weitervermittelten Gespräche.