Sportrechte

Bundesliga-Livestream künftig auch im Ausland zu sehen

Wenn ab 2017/2018 die neuen TV-Rechte für die Bundesliga greifen, gibt es auch neue Möglichkeiten für die Zuschauer. Erstmals ist legal ein Stream im Ausland möglich. Auch 30-Sekunden-Clips auf Handys sind denkbar und erlaubt.
Aus Frankfurt am Main berichtet Thorsten Neuhetzki
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Wer die Bundesliga bei seinem Anbieter in Deutschland abonniert, wird diese ab der nächsten Rechteperiode vorübergehend auch im Ausland sehen können. Das sagte der Chef der DFL heute in Frankfurt am Main, Christian Seifert, bei der Vorstellung der neuen Bundesliga-Rechte-Ausschreibung. Die zur Vergabe stehenden Rechte sehen vor, dass Abonnenten die Spiele auch im EU-Ausland sehen können. Man komme damit einer Regelung der EU Komission zuvor, die derartiges verlangt hatte. Die genaue Ausgestaltung ist allerdings offen, da auch die genauen Mindestanforderungen der EU noch fehlen. Seifert stellte in Frankfurt aber weitere interessante Details der neuen Rechteperiode vor.

"Innovative Angebote" durch zusätzliche Leistungen

Die Rechte-AusschreibungDie Rechte-Ausschreibung Die neuen Rechtepakete enthalten nach Angaben von Seifert die Möglichkeit zu innovativen Leistungen. So beinhaltet jedes der Live-Rechtepakete außer C (Samstag 15.30 Uhr) und H (Free-TV Livespiel 1./17. & 18. Spieltag), dass der Inhaber der Rechte von allen Spielen 30-sekündige Clips an seine Nutzer verschicken darf - auch dann, wenn er die Live-Rechte an den Spielen gar nicht hat. So wären kurze Clips mit dem gerade geschossenen Bayern-Tor auf dem Handy der Kunden denkbar.

Rechteinhaber, die ein Live-Paket der 1. Liga gekauft haben, dürfen zudem von allen Spielen direkt nach Abpfiff Beiträge zwischen vier und zwölf Minuten Länge zusammenstellen und senden - allerdings hinter einer Bezahlschranke. Auf welchem Übertragungsweg bleibt ihnen überlassen. Besitzt der Anbieter auch die Rechte am Live-Signal, dürfen die Zusammenfassung sogar beliebig lang sein.

Getrennt von den Live-Rechten werden auch die Highlight-Rechte für Dritte, also etwas Sportschau, Sportstudio oder ran, ausgeschrieben. Sie sind - wie die Live-Rechte - technologieneutral. Parallel zu den klassischen Verwertungsfenstern gibt es auch ein Rechtepaket, das sich beispielsweise an den Springer-Verlag richten könnte. Das Paket O erfüllt zumindest die Kriterien des aktuell von Springer genutzten Pakets, Spielezusammenfassungen 40 Minuten nach Spielende online zu stellen. Auch kostenlose Zusammenfassung ab Montag oder Dienstag (je nach Spieldatum) ab 0 Uhr sind mit einem Unterpaket möglich und könnten einem neuen Player zum Einstieg in den Markt verhelfen.

Radio-Rechte weitgehend unverändert

Die Pakete im ÜberblickDie Pakete im Überblick Auch die Audio-Verwertung wird von der DFL jetzt ausgeschrieben, sie bleibt aber weitgehend unverändert. Für DAB+ ist wichtig zu wissen, dass die nationale Übertragung im Netcast-Paket und somit dem Streaming untergeordnet ist, aber die klassischen ARD- oder Privatsender, die üblicherweise nur regional ausgestrahlt werden, auch regional per DAB+ ausgestrahlt werden können.

Die DFL rechnet damit, dass die Ausschreibung und Vergabe der Rechte bis Anfang Juni erledigt ist. Weitere Details zu den Paketen und warum es das heutige Sky-Angebot in dieser Form künftig nicht mehr geben wird, lesen Sie in einer früheren News.

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