Sportrechte

Bundesliga: Kein Rechte-Unterschied zwischen TV und Streaming mehr

Die DFL hat ihre Pläne für die TV-Rechte der Bundesliga vorgestellt. Klar ist: So wie die Bundesliga heute zu sehen ist, wird es nicht bleiben. Wir waren bei der DFL vor Ort und zeigen Ihnen, wie die Rechte ausgestaltet sind.
Aus Frankfurt am Main berichtet Thorsten Neuhetzki
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Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat heute in Frankfurt am Main ihre Pläne für die Ausschreibung der TV- und Internetrechte vorgestellt, die ab der Saison 2017/2018 bis 2021/2022 gelten soll. Dabei wird es für die übertragenden Sender aber auch für die Zuschauer einige Veränderungen geben. Zwar bleiben die befürchteten massiven Spielplan-Änderungen aus, doch es wird Sendern wie Sky nicht mehr möglich sein, alle Spiele auf allen Plattformen live zu zeigen. Das geht auf einen Beschluss des Bundeskartellamtes zurück, das eine so genannte No Single Buyer Rule eingeführt hat. Das trifft vor allem Sky - vorausgesetzt, Sky würde alle Pay-TV-Rechte für die Live-Übertragung ersteigern. Informationen dazu waren bereits am Samstag durchgesickert.

Die Live-Spiele werden in acht verschiedene Pakete aufgeteilt. Fünf davon gelten als Premium-Pakete. Sie umfassen nahezu alle Live-Spiele der 1. Liga. Würde ein Sender alle diese Pakete kaufen, würde die DFL ein eigenes OTT-Paket ausschreiben, das 103 Spiele pro Saison per Web-TV und Mobilfunk beinhaltet. Pro Spieltag sind dieses drei Live-Spiele, die dann statt bei einem Pay-TV-Sender wie Sky etwa bei Amazon oder Google zu sehen wären, würden sich diese Unternehmen dafür interessieren.

Ansonsten sind die Rechte-Pakete dieses Mal technologieneutral ausgeschrieben. Damit darf der Erwerber eines Paketes die Spiele live über alle Verbreitungswege ausstrahlen. Bei der letzten Ausschreibung mussten sich die Sender um verschiedene Broadcast-Wege einzeln bewerben. Ein Käufer muss sich jedoch verpflichten, drei der fünf möglichen Verbreitungswege auch wirklich zu nutzen - dabei reicht jedoch auch eine Sublizenz an einen anderen Anbieter aus. Als Verbreitungswege gelten Satellit, ein zusammengefasstes Kabel/IPTV, Web-TV, Mobilfunk und DVB-T/DVB-T2. Konkret bedeutet das, dass beispielsweise die Telekom die Rechte für Mobilfunk und IPTV sichern und selbst nutzen könnte, Web-TV und Satellit aber an einen Partner gibt.

Zahlreiche Live-Spiele im Free-TV möglich

Die DFL stellt ihre Bundesliga-Rechte-Ausschreibung vorDie DFL stellt ihre Bundesliga-Rechte-Ausschreibung vor Die fünf verschiedenen Pakete, die entscheidend sind, ob die No-Single-Buyer-Rule greift, sind zum Teil neu. So hat die DFL beispielsweise ein Konferenzpaket mit den Spielen des 15.30-Uhr-Termins am Samstag geschnürt (Paket B). Paket A enthält im Wesentlichen die Spiele des Freitagabends, Paket C 176 Einzelspiele des Samstags 15.30 Uhr Paket D Samstag-Top-Spiele am Samstag und Paket E 60 Sonntagsspiele. Wichtig: Theoretisch ist es denkbar, das die Pakete D und E auch im Free-TV ausgestrahlt werden. Würde also beispielsweise ein Free-TV-Sender eines der Pakete D oder E ersteigern und ein Pay-TV-Sender wie Sky alle anderen Pakete, so würde die OTT-Paket-Regelung nicht greifen.

Umgangen werden kann diese No-Single-Buyer-Rule übrigens auch dann, wenn ein Partnersender eines Pay-TV-Betreibers eines der Pakete kauft, das dann über das Pay-TV-Paket mit zu empfangen ist. Voraussetzung ist aber, dass der Partnersender auch über andere Wege empfangen werden kann.

Weitere Details zu den neuen Bundesliga-Rechten und wie die Nutzer von Handys von den neuen Rechten profitieren sollen, erklären wir detailliert in einer weiteren Meldung. Hier zeigen wir auch auf, was mit den Radio-Rechten und den Rechten für Produkte wie Bundesliga bei Bild.de passiert.

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