Sicherheit?

Einzeln über 2000 Euro: Bund ordert Tausende "Krypto-Handys"

Anschaffungen werden aus dem Konjunkturpaket gezahlt
Von Ralf Trautmann
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Der Nokia-Ableger Secusmart hat mit dem Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern einen Rahmenvertrag für die Anschaffung von "mehreren tausend Krypto-Handys für Bundesbehörden unterzeichnet" - wie die dpa berichtet, geht eins davon auch an die Kanzlerin. Diese sollen mittels einer Secuvoice genannten Lösung die "abhörsichere" Kommunikation über mobile Endgeräte ermöglichen. Finanziert wird das ganze laut dem Unternehmen aus dem Konjunkturprogramm.

Eigentlich geht es aber gar nicht vorrangig um Handys, sondern um die Secusmart Security Card: Laut dem Unternehmen erfolgt das Ver- und Entschlüsseln der Gespräche nämlich über diese Karte, die sich im Speicher-Karten-Slot des Handys befindet. Als Mobiltelefon können bestimmte Nokia-Handys aus der Eseries und Nseries in handelsüblicher Ausführung verwendet werden.

Die Lösung nutzt den GSM-CSD-Kanal, das Verfahren basiert dabei laut Secusmart auf dem selben Crypto-Algorithmus, der auch im Tetra-Netz verwendet wird. Mittels Zertifikat auf der Security Card werden die Gesprächspartner authentisiert. Die sicherheitsrelevanten Daten sollen in Gänze auf der Karte liegen, wird diese aus dem Telefon entfernt, blieben auch keine Spuren zurück. Die Verschlüsselung selbst soll ebenfalls vollständig auf der Karte stattfinden. Damit gilt das Produkt als sicher nach der Einstufung "Verschlusssache nur für den Dienstgebrauch" des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das eine Sicherheitswarnung für die klassische GSM-Telefonie ausgegeben hatte, sowie der "Geheimhaltungsstufe NATO restricted". Welchen Preis der Bund für eine einzelne Krypto-Lösung zahlt, wollte das Unternehmen nicht verraten, laut Secusmart kostet eine einzelne Karte für den Endabnehmer aber 2200 Euro netto. Insgesamt beläuft sich das Auftragsvolumen laut dem Unternehmen auf mehrere Millionen Euro.

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