Heißes Eisen

MobileIron: Sicher in die Firma

Einst war BlackBerry das Standard-Werkzeug bei IT-Profis. Heute wollen Mitarbeiter ihre "eigenen" Handys mitbringen (BYOD), da kann MobileIron helfen.
Von der CEBIT in Hannover berichtet
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In Firmen werden Handys vom IT-Management verwaltet. Privates bleibt möglich, wenn...In Firmen werden Handys vom IT-Management verwaltet. Privates bleibt möglich, wenn... Die Messe CEBIT war schon immer eine Business-Messe, richtet sich aber auch an fortgeschrittene oder interessierte "Endkunden" und alle sind mit dem Smartphone unterwegs.

Das Smartphone wird privat und beruflich gleichermaßen genutzt und steckt voller Informationen. Damit wird das Smartphone zur begehrten Beute, ob real oder virtuell, weil "böse" Menschen über das Smartphone Zugriff auf heikle Firmen- oder Privatinformationen bekommen wollen oder sogar erhalten können.

In Firmen ist das Smartphone heute ein wichtiges "Werkzeug". Bestimmte Anwendungen (Apps) müssen jederzeit erreichbar sein, bestimmte Informationen wie Adressbuch oder Terminkalender erst recht. Die Informationen darin sollen aber in der Firma bleiben, weil sie Außenstehende nichts angehen. Und schließlich sollen alle Mitarbeiter die gleichen Informationen oder Anwendungen nutzen können, ohne sich im Detail groß darum kümmern zu müssen.

Es war einst der Blackberry

Der legendäre BlackBerry war ein solches Gerät, welches sein eigenes "Ökosystem" mitbrachte. Hinter dem Gerät standen eigene Sicherheits-Server, die alle Informationen speicherten und für Sicherheit sorgten. Doch der "Untergang" des BlackBerry-Imperiums war eines Tages nicht mehr wirklich aufzuhalten und so wechselten viele ehemalige BlackBerry-Fans zu "MobileIron", ein Unternehmen, das sich mit dem Alltagswerkzeug ("Iron" = das Eisen, Bügeleisen oder Schießeisen, also Universalwerkzeug) beschäftigt.

Zunächst war das "Eisen" nur ein Werkzeug zum Verwalten und Organisieren von "Handys" und "Smartphones", engl. Mobile Device Management (kurz MDM). Doch bald kam noch mehr dazu, eine Verwaltung von Apps und ein Sicherheitskonzept, das nicht nur einen klassischen "Virenschutz" beinhaltet, der einfach nach bekannten "Mustern" von Programmen sucht, die "böse" sein könnten. Stattdessen beinhaltet es einen umfassenden Schutz, der mithilfe aus dem Netz (der "Cloud") auch ungewohnte Aktivitäten aufdeckt und rechtzeitig Alarm schlägt - auch dann, wenn das mobile Endgerät mal aktuell kein Netz hat.

MobileIron hat sich neben der Geräteverwaltung und dem Schutz vor Angriffen aller Art, der Verwaltung sicherer Apps auf dem Handy verschrieben, auch die DSGVO spielt eine wichtige Rolle. Unternehmen können auch „Grenzen“ festlegen, bis wieweit Anwender mit „ungesicherten“ Geräten Informationen von den Systemen oder Webseiten der Unternehmen herunterladen dürfen oder können. Autorisierte Nutzer loggen sich mit einem Single-Sign-On System ins Unternehmensnetz ein, auch auf dem Smartphone.

Leben im Container

MobileIron installiert die Firmenanwendungen automatischMobileIron installiert die Firmenanwendungen automatisch Da Smartphones üblicherweise auch privat genutzt werden, läuft MobileIron in einer Art von „Container“ ab, wobei es egal ist, ob der Anwender lieber Produkte mit iOS (Apple) oder Android bevorzugt. Auch ältere Geräte mit Windows Phone oder BlackBerry können auf Wunsch noch unterstützt werden. Auf dem Firmenhandy bleiben die privaten Apps und Daten außen vor. Es kann dann zwei Adressbücher auf dem Handy geben - das eine für die Firma, das andere für private Nutzung. Datenschutzrechtlich „heikle“ Angebote wie z.B. „WhatsApp“ können privat weiter genutzt werden, es findet dann logischerweise kein Abgleich mit dem Firmenadressbuch statt. Sollte sich ein Firmenkontakt auf einmal per WhatsApp melden, muss entschieden werden, ob man ihn auch im „privaten“ (für WhatsApp auf Wunsch sichtbaren) Adressbuch speichern möchte.

Alle Daten in der (sicheren) Cloud gespeichert

Am Stand von MobileIron präsentierten sich auch Partner-UnternehmenAm Stand von MobileIron präsentierten sich auch Partner-Unternehmen Geht das Handy verloren oder kaputt, sind die Unternehmens-Apps und Daten in der Cloud gesichert. Wie schnell man sein defektes Handy heute austauschen kann, stellen wir demnächst in einem eigenen Artikel vor.

In der mobilen Welt der IT-Profis ist MobileIron inzwischen zum festen Begriff geworden. Seine Produkte verkauft MobileIron selbst nicht an Endkunden oder Unternehmen, sondern geht über die Mobilfunknetzbetreiber, wie die Deutsche Telekom oder sogenannte Systemhäuser, die nicht einzelne Geräte, sondern komplette Lösungen an ihre Kunden verkaufen. Am Ende des Tages soll es ja einfach nur "funktionieren". Dabei wird dann pro Gerät und Monat ein kleiner Betrag berechnet, der den Betrieb, Speicherplatz und etwaigen Service einschließt.

Für Privatkunden gibt diese Lösungen in der Form noch nicht. Es ist aber nicht auszuschließen, das ein Mobilfunkanbieter, Service-Provider ein größeres Systemhaus eines Tages auch diese Kundengruppe für sich entdeckt. Beim BlackBerry war es seinerzeit ähnlich gewesen.

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