Übernahme

Kreise: Brüssel erleichtert E-Plus-Übernahme für Telefónica

Nach Insider-Informationen will die EU-Kommission in Brüssel Telefónica die Übernahme von E-Plus erleichtern und im Gegenzug kleinere Konkurrenten stärken.
Von dpa /
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Brüssel will E-Plus-Übernahme erleichternBrüssel will E-Plus-Übernahme erleichtern Brüssel macht Telefónica die E-Plus-Übernahme laut Kreisen einfacher. Die EU-Kartellwächter haben die Hoffnung auf ein viertes Schwergewicht im hart umkämpften deutschen Telekommunikationsmarkt aufgegeben und wollen nun stattdessen kleinere Wettbewerber aufpäppeln. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg heute mit Bezug auf Insider. Für Telefónica dürfte die Genehmigung des Milliarden-Deals damit näher rücken.

Damit Telefónica die derzeit noch zum niederländischen Telekom-Konzern KPN gehörende Marke E-Plus schlucken kann, würde es wohl reichen, wenn kleinere Konkurrenten im deutschen Markt - beispielsweise United Internet oder Freenet - wettbewerbsfähiger gemacht würden, heißt es in dem Bericht. Bislang gingen Beobachter davon aus, dass Brüssel die Möglichkeit eines neuen, dann vierten Netzbetreibers in Deutschland schaffen wolle. Doch die Kommission findet sich laut Bloomberg damit ab, dass sich kein Käufer für die von Telefónica angebotenen Lizenzen finden würde.

Stillhalte-Abkommen zwischen den drei Netzbetreibern?

Durch den Zusammenschluss von E-Plus und Telefónica Deutschland (O2) würden der dritt- und viertgrößte Anbieter hinter Marktführer Telekom und Vodafone verschmolzen. Die Aufseher fürchten beim Wegfall eines von vier Konkurrenten deutlich höhere Preise auf dem deutschen Markt. Der Kauf ist damit auch ein Test für den europäischen Telekomsektor, ob die Behörden eine weitere Konzentration der Branche erlauben. Weder die EU-Kommission noch die betroffenen Unternehmen wollten sich auf Anfrage äußern.

Fraglich ist, ob sich mit der Aussage der EU-Kommision, kleinere Wettbewerber mehr stärken zu wollen, Bedenken dieser ausräumen lassen. Im April äußerte sich freenet-Chef Christoph Vilanek in einem Interview zur Fusion von E-Plus und o2 und wies darauf hin, dass es nach einer Fusion zwar zu keinem Kartell zwischen E-Plus/o2, Vodafone und der Telekom kommen mag, der Mobilfunkmarkt allerdings sehr transparent sei. So habe jeder Anbieter Zugriff auf die Preis- und Provisionslisten seiner Mitbewerber, was auch ohne Absprachen zu einem nicht abgestimmten Stillhalteabkommen führen könne. Auch freenet als Drittanbieter könne da wenig ausrichten, da für Anbieter ohne eigenes Netz wenig Raum für Innovationen übrig bliebe. Es gebe kaum Spielraum für Neuerungen, beispielsweise die Portionierung von Datenpaketen, die die Netzbetreiber vorgeben. Auch bei der Bewerbung von LTE-Angeboten müsse sich der Provider an restriktive Vorgaben der Netzbetreiber halten.

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