Opera

Opera-Browser für unterwegs: Die Versionen im Vergleich

Der Opera-Browser gehört zu den Pionieren auf mobilen Geräten, schließlich war er schon unter Nokias Betriebssystem Symbian verfügbar. Android-Nutzer können Opera mittlerweile sogar in drei Versionen herunterladen. Wir vergleichen sie.
Von Björn König
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Opera war schon immer anders. Die Software-Schmiede aus dem kühlen Oslo passte irgendwie nie zur großen Konkurrenz aus dem Silicon Valley. Zu Zeiten von Nokias Symbian-Betriebssystem hatte sich der Browser noch durchaus eine Reputation erarbeitet, doch galt er auf dem Desktop zumindest in der Anfangsphase noch eher als Download für Nerds. Spätestens mit Aufkommen von Mozilla Firefox und später Google Chrome sah es aber so aus, als wäre der Zug für die Norweger endgültig abgefahren.

Der schwere Stand auf Smartphones hatte einen relativ einfachen Grund: Schließlich ist Chrome bereits ab Werk auf jedem Android-Gerät installiert und die Blink-Engine sorgte darüber hinaus sowieso stets für einen flotten Seitenaufbau. Wer jetzt allerdings damit gerechnet hat, von Opera nichts mehr zu hören, hat sich getäuscht. Seit der Übernahme durch ein chinesisches Konsortium um Beijing Kunlun Technologies kommt wieder viel Bewegung in den Browser-Markt.

Opera für Android

Der klassische Android-Browser ist nach wie vor das Flaggschiff und trumpft vor allem in Sachen Funktionsvielfalt auf. Zu den Highlights zählen zum Beispiel eine integrierte VPN-Funktion, ein Download-Manager, der personalisierte Newsfeed, Nachtmodus und die automatische Bestätigung von Cookie-Dialogen. Ganz besonders praktisch ist zudem die Option, in mobilen Netzwerken Daten zu sparen. Vermutlich ist dies auch ein wesentlicher Grund, warum in vergangener Zeit wieder viele Nutzer auf Opera umgestiegen sind.

Schließlich hat Deutschland in Sachen mobiles Datenvolumen noch immer erheblichen Nachholbedarf gegenüber seinen europäischen Nachbarn. Gleichwohl wirkt der Browser insbesondere beim Start auf Smartphones mit weniger Speicher eher träge und zeigte hin und wieder gewisse Kompatibilitätsprobleme bei bestimmten Websites. Auch ist die Menüleiste am unteren Bildrand wohl insbesondere für Chrome-Nutzer nach wie vor gewöhnungsbedürftig. Was auf größeren Displays die Bedienung erleichtert, wirkt bei kleineren Geräten zwischen 4 und 5 Zoll eher lästig.

Opera Touch

Opera Mini

Zweiter im Bunde ist mit Opera Mini ein ganz spezieller Browser, der primär für die Nutzung in langsamen Netzwerken konzipiert wurde. Mini bedeutet also in dieser Hinsicht zweierlei: Einerseits ist der Browser in Sachen Speicher insgesamt genügsamer als sein großer Bruder, hat dafür aber auch deutlich weniger Funktionen. Trotzdem gibt es einige individuelle Anpassungsmöglichkeiten, zum Beispiel im Hinblick auf das Design des User Interface. Wichtigste Funktion aber ist der Datensparmodus.

Hier gibt es sogar drei Stufen: Im automatischen Modus wird der Verbrauch je nach Netzwerk (EDGE/3G/LTE/WLAN) angepasst, wohingegen die Modi "Hoch" und "Extrem" permanent aktiviert sind. In letzterem Modus werden Webseiten allerdings nur noch eingeschränkt dargestellt. Zudem gibt es darüber hinaus die Option, Bilder in hoher, mittlerer oder niedriger Qualität zu laden. Im Bedienkonzept hat Mini jedoch viele Gemeinsamkeiten mit Opera für Android. Insbesondere finden Nutzer hier ebenfalls eine untere Navigationsleiste vor.

Opera Touch

Kommen wir nun zum Exoten unter den Opera-Browsern. Unter dem Namen "Touch" startete das jüngste Projekt aus Norwegen. Dieser Android-Browser wurde speziell für die Einhand-Nutzung auf größeren Smartphone-Displays entwickelt und verfügt dazu über eine einzigartige Bedienung per Wischgesten. Mit der Funktion "Opera Flow" können zum Beispiel Inhalte auf das Notebook gesendet werden.

Wer sein Smartphone häufig in den späten Abendstunden nutzt, wird sich besonders über den integrierten Darkmode freuen. Als kleines Bonbon erhält Opera Touch noch einen Ingoknito-Mode, mit dem Surfer im Netz anonym bleiben sollen. Auch wenn Design bei der Browserwahl sicherlich nicht das entscheidende Kriterium sein sollte, konnte Opera auch hier beeindrucken. So wurde "Touch" im Jahr 2018 mit dem bekannten Red Dot Design Award ausgezeichnet. Größter Vorteil gegenüber den internen Wettbewerbern scheint aber ganz eindeutig die Geschwindigkeit zu sein. Im Seitenaufbau stellt er sowohl Opera für Android als auch "Mini" deutlich in den Schatten.

And the winner is...

Das beste Gesamtpaket bot nach unserer Ansicht Opera Touch. Der Browser überzeugte vor allem durch sein innovatives Einhand-Bedienkonzept auf großen Smartphone-Displays, die hohe Geschwindigkeit beim Seitenaufbau sowie durch sein Design und den Dark Mode. Leider fehlte zum Testsieg noch der Datensparmodus. Den bekommt man im Opera Mini, welcher entsprechend Platz 2 einnimmt und unsere Empfehlung für Smartphone-Nutzer ist, die bis zum Monatsende auf ihr Datenvolumen achten müssen. Opera für Android wirkte hingegen eher träge sowie überladen und konnte auch bei der Bedienung und im Seitenaufbau nicht überzeugen. Diese Bewertung konnte auch der größere Funktionsumfang nicht kompensieren.

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