Breitbandausbau

Open-Access-Plattform beschleunigt Internetausbau auf dem Land

Im April kündigte der Glasfaser-orientierte Verband BREKO eine Open-Access-Handelsplattform an, um den Breitbandausbau in Deutschland zu fördern. Nun bescheinigt ein Gutachten der Plattform beste Chancen, den Ausbau stark voranzubringen.
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Seit Jahren hinkt Deutschland anderen Ländern hinterher, wenn es um den Ausbau der Infrastruktur für das Internet geht. Während die meisten Länder den Ausbau von Glasfaser in den Fokus rückten, stand in Deutschland das Kupfernetz im Mittelpunkt. Dem wollen diverse Verbände entgegen wirken und genau da gibt es Neuigkeiten.

Mittels Open Access soll der Wettbewerb zwischen den einzelnen Akteuren auf dem Markt - Netzbetreiber, Provider, Stadtwerke, etc - schneller zusammen­gebracht werden. Genau darauf zielt die BREKO Handelsplattform, deren Wirkung ein neues Gutachten beste Chancen einräumt.

Als wichtigste Eckpfeiler werden eine enorme Förderung des Wettbewerbs auf lokaler und bundesweiter Ebene genannt, was eine stärkere und damit effizientere Auslastung der Glasfaser­netze nach sich zieht. Erstellt wurde die Studie von Dr. Karl-Heinz Neumann, langjähriger Leiter des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikations­dienste (WIK) und hoch angesehener Experte im Bereich Telekommunikation.

Aufblühen des Breitband-Wettbewerbs

Breitbandausbau in DeutschlandDer BREKO hat mit seiner Handelsplattform den richtigen Riecher "Zunächst intensiviert sich der Wettbewerb in dem Ort, der Stadt, der Region, in der jetzt nicht mehr nur lokale FTTH-Netzbetreiber Glasfaser­anschlüsse vermarkten, sondern auch bundesweite Anbieter wie 1&1, Vodafone, Telefónica und andere", schreibt Neumann in seinem Gutachten. "Aber auch bundesweit intensiviert sich der Wettbewerb. Wettbewerber der Deutschen Telekom können sich noch mehr als Anbieter mit attraktiven NGA-Angeboten gegenüber den Endkunden positionieren. Die Flächen­deckung ihres Angebots mit ultra­schnellen Anschlüssen nimmt zu. Sie können sogar Alleinstellungs­merkmale im Verhältnis zur Deutschen Telekom darstellen."

In dem Gutachten hebt Dr. Neumann einen ganz wichtigen Aspekt der BREKO Handelsplattform besonders hervor: Die Wirtschaftlichkeit des Breitband­ausbaus. Wird ein bereits bestehendes Glasfasernetz von einem Konkurrenten überbaut, werden die potenziellen Anschlüsse quasi auf diese zwei parallel liegenden Netze aufgesplittet. In dünn besiedelten Regionen, wo vielleicht geschätzt wenige Hundert mögliche Kunden leben, bedeutet dies einen enormen Einbruch in der Wirtschaftlichkeit eines echten Glasfasernetzes.

In solchen Regionen braucht es eine Auslastung von 50 bis 100 Prozent, um überhaupt langfristig betrachtet, wirtschaftlich nutzbar zu sein. Daher steht bei der BREKO Handelsplattform die gemeinsame Nutzung von gebauten Glasfaser­netzen hoch im Kurs, um ganz einfach deren wirtschaftliche Rentabilität zu maximieren. Zumal die Geschwindigkeiten der Netze schon heute ausreichen, um Dutzende Kunden von mehreren Anbietern über ein und dieselben Hauptkabel zu übertragen.

Weniger Eigeninvestitionen, dafür mehr Fördergelder

Außerdem bietet die BREKO Handelsplattform nach Ansicht von Dr. Neumann den Vorteil, dass Unternehmen und Partner weniger eigenes Kapital in den Ausbau mit Glasfaser investieren müssen, sondern stärker von den Förder­geldern des Bundes profitieren können. Schließlich sind derzeit von den bereit­gestellten über 4 Milliarden Euro für den bundesweiten Glasfaser­ausbau gerade mal zwei bis drei Prozent tatsächlich beantragt und größtenteils auch genehmigt worden.

"Mit der konsequenten Nutzung für alle zugänglicher Plattformen wie der BREKO Handelsplattform kann die Auslastung zukunftssicherer, reiner Glasfasernetze auch in Fördergebieten durch Open Access zu fairen Bedingungen gesteigert und der Glasfaser­ausbau auf diese Weise beschleunigt werden", sagt Dr. Stephan Albers als Geschäftsführer des BREKO.

Kein Wunder also, dass die BREKO Handelsplattform auf der BREKO Glasfasermesse im kommenden Jahr wieder eine sehr große Rolle spielen wird. Nicht zuletzt wegen der sehr positiven Aussichten für die Handelsplattform selbst.

Lesen Sie in einem weiteren Beitrag, welche Ideen der BREKO für Förderung von FTTB/H-Anschlüssen für machbar hält.

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