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Billige Preise und Netzausbau: Wie passt das zusammen?

Wie kann der Breitbandausbau gelingen, wenn die Nutzer möglichst wenig für ihren Internetzugang bezahlen möchten? Auf dem von der UN und Huawei ausgerichteten Ultra-Broadband Forum diskutiert die Branche Chancen und Risiken.
Vom Ultra-Broadband Forum in Frankfurt berichtet
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Der Internet-Zugang und der Handyvertrag soll möglichst wenig kosten. Gleichzeitig fordern die Nutzer möglichst überall eine flächendeckende Breitbandversorgung mit Highspeed-Internet. Wie passt das zusammen? Wie können die Herausforderungen des Netzausbaus gestemmt werden in Zeiten von Billig-DSL und Mobilfunk-Discountern?

Die Herausforderungen des Breitbandausbaus werden momentan auf dem von der UN und Huawei in Frankfurt ausgerichteten Ultra-Broadband Forum diskutiert. Dabei kommen die Sprecher zu teilweise unterschiedlichen Einschätzungen, wie die Herausforderungen zu bewältigen sind.

Geht es nur mit staatlichen Subventionen?

Ultra-Broadband Forum in FrankfurtUltra-Broadband Forum in Frankfurt Houlin Zhao von der ITU legte ein flammendes Bekenntnis dafür ab, dass der Breitbandausbau nur mit staatlicher Unterstützung zu stemmen sei. Die Netzbetreiber würden stark darunter leiden, dass die Kunden einerseits billige Preise wollten und andererseits viel Geld in den Netzausbau zu investieren sei. Zhao setzt sich dafür ein, dass Staaten Förderprogramme starten, um den Breitbandausbau zu finanzieren. Bereits 150 Staaten hätten derartige Breitband-Förderprogramm aufgelegt.

Außerdem sei es unerlässlich, dass sich die Netzbetreiber endlich mit den Over-the-Top-Anbietern wie WhatsApp, Google oder Facebook über eine Mitnutzung der Netze einigen. Wie eine bessere Zusammenarbeit hier konkret aussehen könnte, sagte Zhao allerdings nicht.

Eric Xu von Huawei sieht Videodienste als den wichtigsten Treiber für den Breitbandausbau. Xu hält es für unerlässlich, dass zukünftig Glasfaserleitungen bis direkt ins Haus des Kunden führen und dass darüber interessante Dienste angeboten werden. Video solle bei diesen Diensten nicht nur ein Zusatz-Bonbon sein. Xu berichtete aus China, wo mehrere Netzbetreiber eine gemeinsame Video-Plattform entwickelt hätten, die von vielen Nutzern offenbar gut angenommen wird. China habe in diesem Bereich mit einem starken Fokus auf Video weltweit eine Führungsrolle übernommen, doch auch Japan und Südkorea seien schon recht weit.

Die Netzbetreiber würden weltweit am selben Problem leiden: Der mangelnden Bandbreite. Oft fehlten auch Ressourcen, um bei einem Provider Dinge wie ein Videoportal zu entwickeln und Kunden mit interessantem Content zu beliefern. Gelingt dies aber, habe der Netzbetreiber eine hohe Kontrolle über das, was der Nutzer mit dem Breitbandzugang macht.

Auf dem Ultra-Broadband Forum hat sich auch Ex-Regulierer Matthias Kurth zur aktuellen Regulierungspraxis und Preisgestaltung in Deutschland geäußert. Auf derselben Veranstaltung stellte Huawei übrigens eine interessante These auf: Staaten sollten Mobilfunk-Frequenzen verschenken.

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