Internet via Satellit

Filiago: Flatrate für Internet via Satellit ab April

Noch immer gibt es in Deutschland kein flächendeckendes Highspeed-Internet per DSL-Breitband oder TV-Kabel. Der Satelliten-Internet-Anbieter Filiago will diese "weißen Flecken" füllen.
Von Ulrike Michel
AAA
Teilen (19)

Flächendeckendes Highspeed-Breitband-Internet bleibt für manche Deutsche nach wie vor ein Wunschtraum: Wie das Bundes­minis­te­rium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in seinem Breitbandatlas (Stand Ende 2016) bekannt gab, müssen über zehn Prozent der deutschen Haushalte - also circa vier Millionen - immer noch ohne Breitband­internet mit mehr als 16 MBit/s im Downstream aus­kom­men (hier der Bericht zur Breitband-Verfüg­barkeit als PDF).

Eine Alternative zum Internet über DSL oder TV-Kabel stellen Satelliten-Internet-Anbieter bereit. Der Vorteil: Internet via Satellit ist nicht abhängig vom Ausbau der lokalen Infrastruktur, also beispielsweise der Verlegung von Glasfaser, sondern benötigt nur eine ausreichende Stromversorgung, der Datentransfer vom und zum Endkunden wird über Satellit bewerkstelligt. Eines der wenigen bundesweit tätigen Anbieter von Satelliten-Internet ist das Unternehmen Filiago mit Sitz in Bad Segeberg.

Filiago führt Flatrate mit hoher Bandbreite ein - Update: Preise

Filiago: Flatrate für Internet via Satellit ab AprilFiliago: Flatrate für Internet via Satellit ab April Ab dem 7. April bietet Filiago nun für Privat­kunden mit dem Tarif Filiago 4.0 Premium unlimited erstmals eine Flatrate mit bis zu 30 MBit/s im Downstream an. Kosten wird der Tarif monatlich 74,95 Euro, hinzu kommen 13,95 Euro monatlich für die Hardware-Miete (Kaufpreis: 499,95 Euro). Für die Bereit­stellung sind 299,95 Euro veranschlagt, zudem werden eine einmalige Einrichtungs­gebühr von 49,95 Euro zuzüglich 34,50 Euro Versandkosten fällig.

Der neue Tarif wird außerdem mit einer Datendrossel ausgestattet sein: Nach Verbrauch von 100 GB im aktuellen Monat wird die verfügbare Datenübertragungsrate von bis zu 30 MBit/s auf bis zu 3 MBit/s im Download und bis zu 1 MBit/s im Upload gedrosselt. Das bis zur ersten Drosselungsstufe verbrauchte Datenvolumen "entspricht circa 40 Stunden HD-Videos oder 1 700 Stunden Musik streamen oder 10 Stunden YouTube-Videos schauen", so Utz Wilke, Gründer und geschäfts­füh­ren­der Gesellschafter von Filiago. Steigt der Datenverbrauch im aktuellen Monat auf 130 GB reduziert sich die Download- und Uploadrate dann sogar noch weiter auf 128 KBit/s.

Dabei wird das in der Freezone zwischen 0:00 und 5:00 Uhr verbrauchte Daten­volumen nicht eingerechnet, (rein rechnerisch) gibt es daher zusätzliche 2 100 GB pro Monat bevor die Datendrossel greift. Dies sollte bei der Nutzung berücksichtigt werden - wer große Datenmengen downloaden will, sollte dies also eher in die Nachtstunden verlegen.

Um die gleichmäßige Verteilung der Satelliten-Kapazität auch zukünftig zu gewähr­leisten, bedient sich der Anbieter zudem einer Fair-Use-Policy, bei der im Falle einer hohen Netzauslastung die Kunden mit geringem Daten­verbrauch vorrangig versorgt werden. Dazu, wie die Fair-Use-Regelungen genau aussehen sollen, hat sich der Anbieter nicht geäußert. Neben Deutschland profitieren auch Kunden in der Schweiz, Österreich und den östlichen Anrainerstaaten von dem Tarifangebot.

Die bisherigen Volumentarife von Filiago - Update: Preis, Kündigungsrecht

Auch die bereits im November 2016 eingeführten Filiago-4.0-Volumentarife bieten eine maximale Bandbreite von 30 MBit/s im Downstream, allerdings sind diese mit einem inkludierten Datenvolumen ausgestattet. Statt einer Datendrossel ist nach Verbrauch des inkludierten Datenvolumens bis zum Ablauf des Abrechnungs­zeit­raums dann kein Internet mehr verfügbar - es sei denn, es wird zusätzliches Daten­volumen für 4,99 Euro pro Gigabyte nachgebucht. Auch bei den Volumentarifen gilt die Freezone von 0:00 bis 5:00 Uhr.

Für alle Filiago-4.0-Tarife (inklusive der neuen Flatrate) gilt eine Best Performance Garantie, das heißt Privatkunden wird ein sofortiges Kündigungsrecht eingeräumt und zwar dann, wenn ein schnellerer, kabelgebundener Internetzugang realisiert werden kann. Als Nachweis gilt das Anschlussprotokoll des neuen Anbieters.

Satelliten-Internet bringt gegenüber den DSL- und Kabel-Angeboten dennoch einige Nachteile mit sich, wie zum Beispiel die vergleichsweise hohen Latenzzeiten sowie die bei Ersteinrichtung auf Internet via Satellit anfallenden Hardware- und Montage­kosten. Weitere Details zu den technischen Besonderheiten sowie den Vor- und Nachteilen lesen Sie in unserem Ratgeber zum Internet über Satellit.

Teilen (19)

Mehr zum Thema DSL Alternativen