Breitbandausbau

VATM: Glasfaser-Subvention wird Nachfrage stimulieren

Erst kürzlich hat die Monopolkommission ihren Bericht bezüglich des Breitbandausbaus in Deutschland veröffentlicht, der auf große Zustimmung bei den großen Breitband-Verbänden BREKO und VATM gestoßen ist.
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Breitbandausbau in DeutschlandFür den Bericht der Monopolkommission gibt es breiten Zuspruch Die politische Arbeit der Bundes­regierung stützt sich nicht allein auf Entscheidungen der Bundes­kanzlerin und ihrer Bundes­minister, sondern auch auf beratende Arbeits­gruppen. Eine davon ist die Monopol­kommission, welche alle zwei Jahre eine Einschätzung bezüglich der Wettbewerbs­politik, Wettbewerbs­recht und der Regulierung der Märkte veröffentlicht.

Unter anderem stand gestern die Empfehlung des unabhängigen Gremiums im Raum, die Nachfrage nach Glasfaser­anschlüssen in Privat­haushalten mit Hilfe von Gutscheinen gezielt zu fördern. Aber auch andere Dinge standen in dem veröffentlichten Bericht, wie zum Beispiel die Empfehlung, dass die Regulierung neuer Glasfaser­netze flexibler zu gestalten sei.

Genau dem kann der BREKO als Verband der deutschen Breitband­Wettbewerber nur beipflichten und begrüßt die von der Monopol­kommission formulierten Ergebnisse aus dem Sonder­gutachten "Telekommunikation 2017: Auf Wettbewerb bauen!" (PDF-Datei).

Zustimmung auf breiter BREKO-Flur

BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers sagt: "Die Monopol­kommission hat als unabhängige, neutrale Instanz eindeutig festgestellt, dass der Regulierungs­rahmen flexibel an die besonderen Bedingungen des Glasfaserausbaus angepasst werden müsste, sich aber klar gegen Radikal­lösungen, wie einen kompletten Verzicht auf Regulierung ausgesprochen. Die Monopol­kommission erstellt ihre Analyse abseits der politischen Gemengelage – umso mehr müssen ihre Feststellungen ernst genommen werden."

Albers sieht in dem Gutachten der Monopol­kommission die bisherige Verbands­politik des BREKO bestätigt. Diese sieht vor, für den Ausbau der Breitband­netze ausschließlich auf Glasfaser bis zum Kunden zu setzen, sprich mit FTTB und FTTH. Vor allem auf die Kooperation aller Markt­teilnehmer setzt der BREKO - auch auf die Zusammenarbeit mit der Telekom als einer der größten Netz­betreiber und Internet­anbieter in Deutschland.

Alleine kann den Aufwand niemand bewältigen und ohne ein Minimum an Regulierung schon gar nicht, so Albers weiter. Denn Regulierung würde zumindest "die unverzichtbaren Leitplanken" formulieren, an die sich alle Markt­teilnehmer zu halten haben. Daher soll die Bundesnetz­agentur (BNetzA) künftig unter anderem nur noch dann regulierend eingreifen, wenn Verhandlungen im Rahmen von Open-Access-Plattformen scheitern oder verweigert werden.

Nach Ansicht von Dr. Stephan Albers ist der von der Telekom voran­getriebene Ausbau mit VDSL2-Vectoring und Super-Vectoring lediglich eine kurzfristige Übergangs­lösung. Kupfer­leitungen auf der "letzten Meile zum Kunden" werden den künftigen Gigabit-Bedarf der deutschen Industrie weder decken können, geschweige denn technisch verkraften.

Auch VATM zeigt sich zufrieden

Ähnliche Töne wie der BREKO schlägt auch VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner an. Man sehe sich als Verband darin bestätigt, dass die Monopol­kommission leichte Lockerungen bei der Regulierung von Glasfaser­netzen für machbar hält. Grundsätzlich beführwortet das Gremium ebenfalls den Ausbau mit Glasfaser als sinnvoll und zukunfts­fähig.

Begrüßt wird zudem ausdrücklich die Forderung, dass die vom Staat ausgelobte Förderung zum Ausbau der Glasfaser­netze nicht die privat­wirtschaftlichen Investitionen torpedieren oder gar verdrängen soll. Stattdessen sollte die staatliche Förderung bedarfs­orientiert sowie mit behutsamen Blick auf die verfügbaren Ressourcen verteilt werden.

Selbst die Sache mit den Gutscheinen für Privat­haushalte, die damit einen Glasfaser­anschluss subventioniert bekommen sollen, wird vom VATM begrüßt. Der Verband geht davon aus, dass derartige Gutscheine die allgemeine Nachfrage stimulieren werden, wobei dies konkret von den Konditionen einer solchen Aktion abhängig sein dürfte.

Lesen Sie in einem weiteren Beitrag, welche Aussichten die BNetzA für das Jahr 2018 aus regulatorischer Sicht hat.

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