Netzausbau

Minister: "Müssen schon jetzt für Gigabit-Gesellschaft planen"

Anlässlich des 8. Hessischen Breitbandgipfels forderte Wirtschaftsminister Al-Wazir (Grüne), einen zukunftssicheren Netzausbau. Er schlägt eine Gigabit-Allianz gemeinsam mit den Netzbetreibern vor.
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Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir fordert eine Gigabit-Allianz für den BreitbandausbauDer hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir fordert eine Gigabit-Allianz für den Breitbandausbau Mehr offene Hot-Spots und Vorbereitungen auf die Gigabit-Gesellschaft: Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hat sich auf dem 8. Hessischen Breitbandgipfel heute in Frankfurt für einen weiteren konsequenten Ausbau der Dateninfrastruktur ausgesprochen. Bei der flächendeckenden Erschließung mit schnellem Internet von mindestens 50 Megabyte pro Sekunde bis 2018 sei Hessen zwar "auf der Zielgeraden".

Diese Bandbreiten reichten jedoch nicht für automatisiertes Fahren oder die Industrie 4.0 aus. "Wir müssen schon heute für die sogenannte Gigabit-Gesellschaft planen", sagte Al-Wazir. Das Land wolle daher eine Gigabit-Allianz unter Einbindung der Telekommunikationsunternehmen gründen.

78,3 Prozent der Haushalte erschlossen

Die bisherige Bilanz bei der Breitbandversorgung in Hessen kann sich laut Al-Wazir sehen lassen. Das Land gehöre zu den Top Drei der Flächenländer, 78,3 Prozent der Haushalte könnten über Breitbandanschlüsse verfügen. Zugleich appellierte Al-Wazir an die Kommunen, offene WLAN-Hotspots einzurichten.

Die SPD-Fraktion im Landtag forderte ergeizigere Ziele für den Breitbandausbau, die zudem über das Jahr 2018 hinausgingen. Die Landesregierung müsse dazu eigene Mittel in die Hand nehmen und das Thema zur Chefsache machen.

Hamburg an der Spitze

Breitband ist ein Sammelbegriff für schnelle Internetzugänge mit hoher Datenübertragungsrate. Zum Einsatz kommen dabei unterschiedliche Techniken. Die Versorgung mit schnellem Internet ist regional unterschiedlich, vor allem auf dem Land gibt es noch Lücken. Bandbreiten mit 2 MBit/s, die von der Europäischen Union als Grundversorgung deklariert werden und die es bundesweit nahezu flächendeckend gibt, sind mittlerweile aber nicht mehr zeitgemäß.

Besonders schnelle Internetzugängen von mindestens 50 MBit/s gibt es noch nicht überall. Spitzenreiter bei der Verfügbarkeit mit 94,6 Prozent ist Hamburg, gefolgt von Bremen (93,6), Berlin (90,2), Nordrhein-Westfalen (82,2) und Schleswig-Holstein (80). Es folgt Hessen mit 78,3 Prozent. Schlusslicht im Ländervergleich ist Sachsen-Anhalt mit 48,4 Prozent.

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