Überblick

Breitband in Deutschland: Mehr Kabel, mehr Geschwindigkeit

Ein Überblick über die Marktanteile von Anbietern, Technik und Geschwindigkeit
Von Thorsten Neuhetzki

Breitband in Deutschland wird immer schneller, die Marktanteile der Alternativ-Anbieter immer größer und die Bedeutung von DSL im Markt nimmt langsam ab - zu diesem Rückschluss kommt Prof. Dr. Torsten J. Gerpott, der den Lehrstuhl Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg-Essen inne hat. Auf der Euroforum-Veranstaltung "Telecom Trends" in Düsseldorf stellte Gerpott diese Woche den Teilnehmern die aktuellen Marktzahlen vor.

Seinen Angaben zu Folge gab es Ende des vergangenen Jahres geschätzt 24,7 Millionen Breitbandanschlüsse. Das entspricht einer Breitbandpenetration von 61,8 Prozent, womit sich Deutschland auf Platz sechs innerhalb der EU befindet. Dass immerhin schon 10,7 Prozent aller Breitbandanschlüsse (2,64 Millionen Anschlüsse) dabei über Kabel-Technologie und nicht über die konventionelle DSL-Anschlusstechnik realisiert wird, zeigt, dass alternative Zugangsformen auf dem Vormarsch sind.

Anschlüsse werden immer schneller

Prof. Dr. Torsten J. Gerpott Prof. Dr. Torsten J. Gerpott
Foto: Euroforum
Die restlichen 22,1 Millionen Anschlüsse werden über DSL realisiert, 38 Prozent davon direkt technisch von Wettbewerbern realisiert. Sie setzen dabei entweder auf die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) der Deutschen Telekom oder haben die Kunden selbst mit eigenen Kabeln (beispielsweise Glasfaser/FTTx) erschlossen). 62 Prozent der DSL-Anschlüsse werden technisch immer noch von der Deutschen Telekom realisiert. Hier sind allerdings auch alle Bitstream- und Resale-Anschlüsse berücksichtigt.

Dass die Anschlüsse in Deutschland immer schneller werden, zeigt ein Vergleich der Bandbreiten-Verteilung 2008/2009. 54 Prozent aller Kunden hatten Ende 2008 einen Breitband-Anschluss mit 2 bis 6 MBit/s, Ende 2009 waren es Gerpotts Analyse zufolge nur noch 38 Prozent, während 44 Prozent der Kunden nun einen Anschluss mit 6 bis 16 MBit/s nutzten. Ende 2008 waren dies nur 27 Prozent der Kunden.

Schneller als 16 MBit/s sind aktuell etwa 8 Prozent aller Kunden unterwegs, vor einem Jahr waren es noch 4 Prozent. Dieser Anstieg lässt sich wohl weniger mit der übersichtlichen Zahl der geschalteten FTTx-Anschlüsse erklären als vielmehr mehr den VDSL-Anschlüssen der Telekom und ihrer Wettbewerber sowie mit der gestiegenen Anzahl der Kabel-Kunden (plus 730 000 binnen eines Jahres), die oftmals 32 MBit/s buchen. Langsamer als 2 MBit/s sind aktuell noch etwa 10 Prozent der Kunden unterwegs, vor einem Jahr waren es noch 15 Prozent.

Weniger Festnetz-Gesprächsminuten, aber mehr über Alternativ-Anbieter

649 Millionen Minuten wird tagtäglich in Deutschland vom Festnetznetz aus telefoniert. Die Deutsche Telekom bekommt von diesem Kuchen nur 40 Prozent ab, die restlichen 60 Prozent teilen sich die Alternativ-Anbieter auf. Hier geht der größte Teil der Gespräche von Komplettanschlüssen aus. 70,7 Prozent werden komplett über die Leitungen der Wettbewerber realisiert.

8 Prozent aller Alternativ-Anbieter-Gespräche werden über eine Pre-Selection realisiert und 21,3 Prozent über Call by Call. Das heißt in der Folge, dass Call by Call nach wie vor einen hohen Anteil hat, immerhin werden täglich 83 Millionen Gesprächsminuten über die fallweise Auswahl eines Anbieters geführt.

Umfrage zu Breitband-Geschwindigkeit

Wie Eingangs berichtet, verschieben sich die Bandbreiten der Breitbandanschlüsse in Deutschland immer weiter nach oben, die Anschlüsse werden immer schneller. Uns interessiert daher:

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