Auslastung

Schnelleres Internet: Mehr Ausbau, mehr Auswahl, mehr Kooperation

Schon in wenigen Wochen sind weitere Ankündigungen verschiedener Anbieter zu erwarten, die künftig von ihren Wettbewerbern Leitungen einkaufen werden. Dabei geht es nicht nur - aber auch - um die Telekom.
Von der CeBIT in Hannover berichtet
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Die CeBIT in Hannover ist nicht nur eine Messe, es ist auch ein Branchentreff. Traditionell finden auf verschiedenen Podien und Diskussionsrunde öffentlich und hinter den Kulissen auch nicht öffentlich verschiedenste Diskussionen statt. Manche davon werden auch Früchte tragen. So sind in einigen Wochen schon weitere Ankündigungen von Wettbewerbern und der Telekom zu erwarten, die einander Leitungen verkaufen.

Netz-Ausbau oder Netz-Kooperation? Viele Anbieter wollen künftig zusammenarbeiten.Netz-Ausbau oder Netz-Kooperation? Viele Anbieter wollen künftig zusammenarbeiten. Dabei geht das darum, das Provider, die in einem bestimmten Gebiet keine eigenen Leitungen ausgebaut haben, ihren Kunden in diesen Regionen dennoch unter eigenem Namen Produkte anbieten wollen. Für die ausbauenden Anbieter wiederum ist das die Chance, die Auslastung ihrer Leitungen zu steigern, wenn sie Kunden anderer Anbieter ebenfalls in ihr Netz bekommen. So rechnet sich die Investition eher. Ein Parallelausbau ist in vielen Fällen technisch nicht möglich, ökonomisch auch wenig sinnvoll.

Open-Access-Plattformen

Schon seit geraumer Zeit gibt es verschiedenste Kooperationen. So können beispielsweise die Leitungen von wilhelm.tel oder NetCologne über eine Plattform von QSC von anderen Anbietern gebucht werden. Auch 1&1 als einer der größten Anbieter für Privatkunden vermarktet diese Glasfaseranschlüsse und verkauft seit kurzem auch vereinzelt Anschlüsse des aufgekauften Business-Carriers Versatel an Privatkunden - über die eigene Open-Access-Plattform.

Mit Open Access wird es auch weitergehen. Der Bundesverband Breitbandkommunikation, besser bekannt Breko, plant dem Vernehmen nach eine eigene Plattform, über die die Anschlüsse der mehr als 100 Unternehmen an Dritte oder auch andere Verbandsmitglieder vermarktet werden können. Entsprechende Informationen kursieren schon seit Monaten in der Branche, scheinen sich nun aber zu konkretisieren. In der Branche wird mit einem Start Ende April gerechnet, wenn der Breko in Frankfurt zur Glasfasermesse einlädt. teltarif.de wird von dort berichten. Mit dieser Plattform könnte dann - theoretisch - auch ein Stadtwerk in Norddeutschland seinen Kunden weiter versorgen, wenn dieser in ein anderes Bundesland umzieht. Ob das so um gesetzt wird, gilt es abzuwarten. Bisher haben jedoch alle Open-Access-Plattformen eines gemeinsam: Bis auf wenige Leuchtturmprojekte haben sie kaum Relevanz im Gesamtmarkt.

Weitere direkte Kooperationen vor dem Start

Doch auch normale Wholesale/Wholebuy-Modelle wird es weitere geben, wie am Rande der CeBIT zu erfahren war. So gilt es nach Einschätzung unserer Redaktion als wahrscheinlich, dass das von teltarif.de bereits im Februar angekündigte Kooperationsmodell zwischen der Telekom und EWE Tel kurz vor dem Start steht. Entsprechende Tests laufen schon seit Monaten. Es wird jedoch nicht bei der Telekom-Kooperation bleiben, auch mindestens ein weiterer Provider wird in einigen Monaten eine Wholebuy-Vereinbarung mit EWE Tel bekanntgeben

Die Telekom hatte im Februar den Start ihrer offiziellen Kooperationsstrategie gestartet. Als ersten offiziellen Partner nannte die Telekom innogy, wo in bestimmten Regionen VDSL eingekauft wird. Auch innogy verkauft die eigenen VDSL-Leitungen an mehrere Anbieter, unter anderem hatte vor kurzem easybell eine Ausweitung des Vermarktungsgebietes bekanntgegeben.

teltarif.de wird über die entsprechenden Kooperationen genau so berichten wie von der Breko Glasfasermesse in Frankfurt Ende April.

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