Brandenburg

Fast 17 000 Funklöcher: Jetzt debattiert der Landtag

Brandenburg scheint besonders geplagt von Funklöchern zu sein. Auf einem Portal wurden binnen kürzester Zeit mehrere tausend davon gesammelt. Jetzt fordern Politiker Konsequenzen.
Von mit Material von dpa
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Zu viele Funklöcher in Brandenburg (Symbolbild)Zu viele Funklöcher in Brandenburg (Symbolbild) Die CDU-Fraktion im Potsdamer Landtag hat von der Landesregierung mehr Engagement im Kampf gegen Funklöcher gefordert. Ganze Ortschaften in Brandenburg seien noch immer nicht erschlossen, sagte der Abgeordnete Dierk Homeyer heute in einer Aktuellen Stunde im Potsdamer Landtag. Die Landesregierung könne nicht so tun, als wenn nur der Bund oder die Bundesnetzagentur dafür zuständig seien. Die Regierung solle auch über eine punktuelle finanzielle Förderung nachdenken, um den Ausbau der Netze zu verbessern.

Die CDU-Fraktion hatte kürzlich eine Internet-Seite geschaltet, auf der Bürger schlechte Mobilfunk-Verbindungen melden können. Bis zum Mittwochnachmittag wurden dort mehr als 16 800 Funklöcher gemeldet. "Wir sind selbst überrascht über den durchschlagenden Erfolg", sagte der Abgeordnete Homeyer dazu.

Bundesstraßenversorgung als Lizenzauflage

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) erklärte, das Land könne zwar Druck machen, der Ball liege aber vor allem bei den Betreibern der Netze und der Bundesnetzagentur. Bei der Versteigerung von Lizenzen seien Auflagen gemacht worden, dass zum Beispiel alle Bundesautobahnen und ICE-Strecken abgedeckt werden müssten.

Bei den nächsten Versteigerungen müssten weitere Auflagen erteilt werden - etwa die Berücksichtigung aller Bundesstraßen. Er habe sich zudem dafür eingesetzt, dass die Wirtschaftsministerkonferenz von Bund und Ländern Ende Juni sich mit dem Mobilfunk beschäftige. Zudem spreche das Ministerium mit Netzbetreibern und Kommunen, um weiße Flecken zu beseitigen.

Insgesamt gab es Ende 2016 etwa 44 100 Sender in ganz Deutschland, die mit dem aktuell schnellsten Mobilfunkstandard LTE versorgt sind. Die Telekom erreichte eine auf Einwohner bezogene LTE-Netz-Abdeckung von 93 Prozent, Vodafone von 90 Prozent und Telefónica Germany von 80 Prozent. Das Problem in Brandenburg ist, dass die Besiedelung vergleichsweise dünn ist.

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