Prototyp

Bosch zeigt intelligente Zapfsäule für E-Autos

Auf der Bosch Connected World in Berlin hat der Auto­mobil­zulie­ferer eine intel­ligente Lade­säule für elek­trische Autos vorge­stellt. Der Lade­prozess soll deut­lich verein­facht werden.
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Der Auto­mobil­zulie­ferer Bosch hat den Proto­typen einer intel­ligenten Lade­säule für elek­trische Autos vorge­stellt. Gemeinsam mit dem Ener­giever­sorger EnBW will das Unter­nehmen den Lade­prozess damit deut­lich verein­fachen. Auf Basis einer von Bosch entwi­ckelten Soft­ware-Platt­form sollen dem Nutzer dabei in Echt­zeit verschie­dene Preis­modelle ange­boten werden können.

Zudem lässt sich je nach Verfüg­barkeit Strom aus erneu­erbaren Ener­giequellen wählen. Der Bezahl­vorgang soll voll­auto­matisch ablaufen, ohne dass der Kunde Bargeld oder eine Karte zücken muss. Spiel­plätze oder Cafés in der Nähe soll die intel­ligente "Zapf­säule" eben­falls anzeigen.

Gemein­sames Projekt mit Siemens

Bosch will den Ladeprozess von E-Autos vereinfachenBosch will den Ladeprozess von E-Autos vereinfachen Kosten­pflich­tiges Parken soll nach den Plänen von Bosch künftig eben­falls intel­ligent und auto­matisch ablaufen. In einem Projekt gemeinsam mit Siemens erprobt das Unter­nehmen ein Manage­ment­system, bei dem die Fahr­zeuge direkt mit umlie­genden Park­plätzen kommu­nizieren. Passiert ein Fahr­zeug eine Park­schranke, kann es auto­matisch iden­tifi­ziert werden, die Gebühren können über eine virtu­elle Geld­börse abge­bucht werden.

Die Grund­lage beider Projekte bildet dabei eine bei Bosch entwi­ckelte Block­chain-Tech­nologie, eine Distri­buted-Ledger-Technik (über­setzt etwa: verteilte Konten). Dabei werden die Daten sicher auf vielen verschie­denen Servern gespei­chert und verbunden. Tech­nologie und Vertrauen seien Schlüs­selfak­toren für diese Lösungen, sagte Technik-Chef Michael Bolle. Bosch habe dabei auch nach Alter­nativen zu den großen Platt­form­anbie­tern wie Amazon gesucht.

Inspi­ration Kryp­towäh­rung

Die Distri­buted Ledger Tech­nologie mit ihren verteilten Daten­banken stammt aus der Kryp­towäh­rung und basiert auf Open-Source-Soft­ware. Ein großes Problem dabei ist dabei, dass die Verfahren sehr viel Energie benö­tigen. Das liege unter anderem daran, dass für die Verschlüs­selungs­verfahren kompli­zierte Rechen­aufgaben abge­arbeitet werden müssen, erklärte Bolle, der bei Bosch auch als Chief Digital Officer die digi­tale Entwick­lung des Konzerns verant­wortet. Vor allem bei Einsätzen mit Millionen von Teil­nehmern werde das schnell zu einem Problem. Bosch erprobe deshalb Alter­nativen, die unter anderem auch aus der Spiel­theorie kommen.

"Wir brau­chen sichere, offene Platt­formen und ein Internet, in dem der Nutzer souverän entscheiden kann, um Vertrauen in digi­tale Ökosys­teme zu stärken", sagte Bosch-Chef Volkmar Denner. Ein Schlüs­selfaktor für Bosch sei es, dass die Kunden die Hoheit über ihre Daten behalten. Bei der Entwick­lung des Internet der Dinge arbeite Bosch eng mit Part­nern zusammen. "Niemand kann das Internet der Dinge allein aufbauen."

Das Unter­nehmen veran­staltet noch bis einschließ­lich Donnerstag in Berlin die Konfe­renz Bosch Connected World in Berlin. 5000 teil­nehmende Partner, 80 Aussteller und 150 Redner werden erwartet.

Der Auto­mobil­hersteller Audi hat neue Modelle mit Ampeln vernetzt. Mehr dazu lesen Sie in einer weiteren Meldung.

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