Frequenzbereich

BNetzA plant WLAN-Frequenz bei 6 GHz im kommenden Jahr

WLAN erfreut sich größter Beliebt­heit, aber die Frequenzen bei 2,4 GHz sind über­lastet und auf 5 GHz muss man aufs Flug­radar Rück­sicht nehmen. Neue Frequenzen bei 6 GHz sollen für Entspan­nung sorgen.

Die BNetzA plant weitere 480 MHz im 6 GHz-Bereich für WLAN ab 2021 freizugeben. Die BNetzA plant weitere 480 MHz im 6 GHz-Bereich für WLAN ab 2021 freizugeben.
Fotos: Netgear/teltarif.de, Montage: teltarif.de
Alle Funk-Frequenzen gehören dem Bund und werden von der Bundes­netz­agentur hoheit­lich verwaltet. Die BNetzA plant nun, "im 2. Quartal 2021" einen weiteren Frequenz­bereich für die Funk­über­tra­gung von WLAN (englisch WiFi) bereit­zustellen. Bisher stehen Frequenzen bei 2,4 GHz (stark über­lastet) und 5 GHz (gemeinsam mit Flug­funk-Radar) zur Verfü­gung.

Neue Frequenzen mit 480 MHz Spek­trum

Die BNetzA plant weitere 480 MHz im 6 GHz-Bereich für WLAN ab 2021 freizugeben. Die BNetzA plant weitere 480 MHz im 6 GHz-Bereich für WLAN ab 2021 freizugeben.
Fotos: Netgear/teltarif.de, Montage: teltarif.de
Für die neuen (zusätz­lichen) Frequenzen wird es eine "Allge­mein­zutei­lung" für "Jeder­mann" geben (früher "allge­meine Geneh­migung" genannt). Diese Geneh­migung ist kostenlos, legt aber bestimmte Rahmen­bedin­gungen vor. Wer sich daran hält, kann die Frequenzen mit passenden Geräten, die "konform" (früher "zuge­lassen") sein müssen, nutzen. Im Karton liegt eine Konfor­mitäts­beschei­nigung, worin der Hersteller oder "Inver­kehr­bringer" (= Impor­teur, Groß­händler) garan­tiert, dass das Gerät bestimmte elek­tri­sche Grenz­werte und Normen einhält.

Für die neue WLAN-Nutzung wird es zusätz­liches Spek­trum von 480 MHz im Frequenz­bereich bei 6 GHz geben. Das bedeutet mehr Kapa­zität für WLAN-Anwen­dungen, viel­leicht auch inno­vative Anwen­dungen oder neue Nutzungen für Verbrau­cher und Indus­trie.

Neue Router erfor­der­lich

Wer die neuen Frequenzen nutzen möchte, braucht einen topak­tuellen Router, der die neuen WLAN-Frequenzen bei 6 GHz Frequenz schon unter­stützt, ältere Router können das nicht. Die Reich­weite bei 5 oder 6 GHz ist geringer als bei 2,4 GHz, die zu vernet­zenden Geräte sollten also möglichst "Sicht" zur Antenne des Routers haben. Alter­nativ könnte ein Mesh-Netz­werk, was aus verschie­denen Repea­tern besteht, die über Kabel oder eigene Frequenzen verbunden sind, helfen.

Einheit­liche euro­päi­sche Regeln beschlossen

Voraus­set­zung für die geplante Zutei­lung des Frequenz­bereichs durch die Bundes­netz­agentur war eine Entschei­dung auf der euro­päi­schen Ebene. Der Ausschuss für Elek­tro­nische Kommu­nika­tion (ECC) hat jetzt über die Einfüh­rung von WLAN im 6-GHz-Frequenz­bereich entschieden. Unter Betei­ligung der Bundes­netz­agentur wurden die tech­nischen Grund­lagen für einen gemein­samen euro­päisch harmo­nisierten Markt für 6-GHz-WLAN geschaffen. Sie bilden die Grund­lage für die Umset­zung in Deutsch­land.

Zugleich verab­schie­dete das ECC auch einen CEPT-Bericht, mit welchem der Euro­päi­schen Kommis­sion empfohlen wird, diese tech­nischen Bedin­gungen zur Einfüh­rung verbind­lich für alle Mitglieds­staaten der EU zu regu­lieren.

Hinter­grund: Wer ist das ECC?

Das Elec­tronic Commu­nica­tions Committee (ECC) ist das für Frequenz­fragen verant­wort­liche Gremium der Conférence Européenne des Admi­nis­tra­tions des Postes et des Télécommunications (CEPT), einem Zusam­men­schluss der 48 euro­päi­schen Staaten in Sachen Post und Tele­kom­muni­kation.

Die Telekom bietet ab sofort eine neue Version der Speedbox an, mit der Kunden überall WLAN-Internet bekommen können. Basis für den Internet-Zugang ist das LTE-Mobilfunk­netz. Mehr dazu lesen Sie in einer weiteren News.

Mehr zum Thema Bundesnetzagentur