Tätigkeitsbericht

BNetzA will 2018 die 5G-Frequenzen vergeben

In ihrem Tätigkeitsbericht schaut die BNetzA nicht nur auf das Erreichte zurück, sondern gibt auch einen Ausblick. 2018 sollen die 5G-Frequenzen vergeben werden - und die Versorgung der ländlichen Regionen mit Breitband sei "unzureichend".
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Bundesnetzagentur legt Tätigkeitsberichte zu Telekommunikation und Post vorBundesnetzagentur legt Tätigkeitsberichte zu Telekommunikation und Post vor Der Tätig­keits­be­richt zur Tele­kommuni­kation, den die Bundes­netz­agentur in regel­mäßigen Abständen vorlegt, ist nicht nur ein Rückblick auf die Arbeit der Behörde in den vergangenen Monaten. Er offenbart oft auch Heraus­forderungen und Ver­säum­nisse einer ganzen Branche - und heute hat die Behörde auch gleichzeitig mit der Präsentation des Berichts in die Zukunft geschaut.

Wie bereits gestern angekündigt hat die BNetzA in ihrem Tätig­keits­be­richt einerseits Ver­braucher­be­schwerden erwähnt und Abhilfe eingeleitet, andererseits zieht sie ein Resümee zum schleppenden Breit­band­aus­bau und legt weitere Pläne zum LTE-Nachfolger 5G vor. Der Tätig­keits­be­richt bezieht sich auf die Jahre 2016 und 2017.

BNetzA will sich auf Gigabit-Ausbau konzentrieren

Mit dem Breitbandausbau in Deutschland ist die Bundesnetzagentur nicht zufrieden. Auf der einen Seite sind etwa 77 Prozent der Haushalte mit einer Bandbreite mindestens 50 MBit/s versorgt, in Städten liegt der Wert sogar bei 90 Prozent. Doch andererseits ist die Versorgung der ländlichen Regionen nach Auffassung der Behörde "unzureichend". Nur 36 Prozent der Haushalte können dort auf Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 MBit/s oder höher zurückgreifen.

Anschlüsse mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 100 MBit/s und mehr werden aber vermehrt nachgefragt. Rund 13 Prozent der 32,5 Millionen Breitbandkunden hätten mittlerweile Anschlüsse mit solchen Kapazitäten gebucht. Das entspricht nach dem Bericht etwa einer Verdoppelung des Anteils gegenüber Mitte des Jahres 2015. Doch die Nachfrage nach sehr hochleistungsfähigen echten Glasfaseranschlüssen bis ins Gebäude oder die Wohnung sei immer noch "sehr gering". Mitte 2017 standen nur 2,7 Millionen Haushalten solche Anschlüsse zur Verfügung. Das heißt aber nicht, dass auch alle diese Anschlüsse wirklich von den Kunden gebucht werden: Einen echten Glasfaseranschluss genutzt hat nur knapp ein Viertel dieser Haushalte.

"Wir dürfen weitere Investitionen nicht in die ferne Zukunft verschieben und so die Chancen der Digitalisierung verstreichen lassen", meinte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, bei der Präsentation des Berichts. "Wir haben frühzeitig begonnen, die Rolle der Regulierung für den Glasfaserausbau zu thematisieren."

Bei dieser Aussage ist allerdings nicht klar, ob Homann damit im Bezug auf die Vergangenheit tatsächlich die Bemühungen der Behörde um einen Glasfaserausbau bis direkt ins Gebäude des Kunden gemeint hat oder nur für einen Ausbau bis zum Schaltverteiler. Für die Zukunft redet der BNetzA-Präsident - wohl auch angesichts diverser politischer Initiativen in einem kommenden Koalitionsvertrag - allerdings deutlicher: "Mit steigenden Anforderungen an die Leistungsfähigkeit ist klar, dass wir weiter denken müssen als bis zum 50-MBit/s-Ziel 2018. Deutschland braucht gigabitfähige Infrastrukturen", erklärt Homann.

Frequenzvergabe für 5G noch 2018

Mehr als 63 Millionen Kunden nutzen laut dem Bericht inzwischen mobile breitbandige Zugangstechnologien, wozu die Behörde nicht nur LTE, sondern auch noch die Vorgänger-Technologie UMTS zählt.

Die BNetzA strebt für 2018 die Bereitstellung der erforderlichen Frequenzen für 5G an. "Wir wollen diesbezüglich Vorreiter in Europa sein", betont Homann heute. Bei der Präsentation des Tätigkeitsberichts hat sich die BNetzA auch zu diesen Themen geäußert, über die wir separat berichten:

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