Statistik

Weiterhin tausende Fälle von Rufnummernmissbrauch

Beläs­tigende Anruf­ver­suche und uner­wünschte Fax-Werbung bleiben laut der Bundes­netz­agentur ein Problem. Ping-Anrufe und Dritt­anbieter-Abzocke gingen aber wohl zurück.

Bericht der BNetzA zum Rufnummernmissbrauch 2020 Bericht der BNetzA zum Rufnummernmissbrauch 2020
Bild: BNetzA / Twitter
Die Bundes­netz­agentur hat nicht nur die Aufgabe, den Tele­kom­muni­kati­ons­markt zu regu­lieren, sondern dafür zu sorgen, dass Verbrau­cher vor Beläs­tigungen und Kosten­fallen geschützt werden. Doch obwohl es dabei Fort­schritte gibt, bleibt die Zahl der gemel­deten Fälle weiterhin hoch.

Zum Jahres­ende hat die BNetzA nun aktu­elle Zahlen vorge­legt. In einigen Berei­chen besteht aufgrund gesetz­licher Vorgaben tatsäch­lich die Chance, dass sich die Verhält­nisse ändern.

Weiterhin knapp 90 000 Beschwerden

Bericht der BNetzA zum Rufnummernmissbrauch 2020 Bericht der BNetzA zum Rufnummernmissbrauch 2020
Bild: BNetzA / Twitter
Die BNetzA rechnet auch in diesem Jahr mit über 90 000 schrift­lichen Beschwerden zum Thema Rufnum­mern­miss­brauch. Bis zum 15. Dezember 2020 seien bei der Behörde 88 541 schrift­liche Beschwerden und Anfragen zum Rufnum­mern­miss­brauch einge­gangen. Jeweils über 25 000 Eingaben betrafen dabei offenbar beläs­tigende Anruf­ver­suche - und sogar nach wie vor uner­wünschte Fax-Werbung.

Zur Bekämp­fung von Rufnum­mern­miss­brauch hat die BNetzA nach eigenen Angaben bereits über 700 Rufnum­mern abge­schaltet und zu rund 5500 Rufnum­mern Rech­nungs­legungs- und Inkas­sie­rungs­ver­bote erlassen. teltarif.de berichtet hierzu immer wieder über einzelne Fälle. Erneut sollen laut der Behörde "insbe­son­dere in Hacking­fällen" unbe­rech­tigte Zahlungen in erheb­lichem Umfang aufge­halten worden sein. Vermut­lich meint die BNetzA damit gehackte Router, von denen aus die Angreifer dann teure Auslands­gespräche provo­zieren.

Ein inter­essantes Detail im Jahr 2020: Auswir­kungen der Corona-Pandemie auf die Zahl der Beschwerden konnte die Behörde nicht verzeichnen. Die BNetzA sei jedoch in Fällen einge­schritten, in denen Verbrau­chern im Zuge situa­tions­bedingter Stor­nie­rungen von Flügen oder Urlaubs­unter­künften erheb­liche Kosten durch den Einsatz rechts­wid­riger Warte­schleifen entstanden sind. Einen derar­tigen Fall bei der TAP Air Portugal hatte teltarif.de aufge­deckt.

Gesetz­liche Rege­lungen zeigen Wirkung

In einigen Berei­chen meldet die BNetzA aber auch eine signi­fikante Besse­rung: Ein "deut­licher Rück­gang der Beschwerden" sei im Bereich der Ping-Anrufe verzeichnet worden. Nach über 31 000 Beschwerden im Vorjahr hätten die Behörde bisher nur etwa 6500 Beschwerden zu diesem Themen­bereich erreicht. Zum Schutz der Verbrau­cher habe im Jahr 2020 auch die Anord­nung der Bundes­netz­agentur gewirkt, nach der in Mobil­funk­netzen für bestimmte auffäl­lige inter­natio­nale Länder­vor­wahlen eine kosten­lose Preis­ansage geschaltet werden muss.

Im Februar 2020 sind - wie berichtet - verschärfte Vorgaben zum Bezahlen über die Mobil­funk­rech­nung in Kraft getreten. In der Folge sei die Zahl der Beschwerden über Dritt­anbie­ter­leis­tungen im Mobil­funk "deut­lich zurück­gegangen". Das Beschwer­deni­veau liege derzeit bei rund 25 Beschwerden im Monat und damit "bei einem Drittel des Vorjah­res­durch­schnitts". Alle Maßnahmen der vergan­genen sechs Monate veröf­fent­licht die Behörde wie immer auf ihrer Maßnah­men­liste zum Rufnum­mern­miss­brauch.

Trotz zahlrei­cher Bemü­hungen von Politik und Verbrau­cher­schutz gibt es aber immer noch uner­wünschte Abo-Fallen auf Handy-Rech­nungen. Wir erläu­tern, was eine Dritt­anbie­ter­sperre bringt und wie sie einge­richtet wird.

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