An EU

BNetzA setzt Entgelte für Layer-2-Bitstrom fest

Wenn die Wettbewerber das Layer-2-Bitstrom-Produkt bei der Telekom anmieten, erhalten sie per Kontingentmodell Rabatte - allerdings nicht, wenn sie einen Vectoring-Anschluss mit 100 MBit/s mieten.
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Layer-2-Bitstrom kommt per EthernetLayer-2-Bitstrom kommt per Ethernet Die Telekom darf Vectoring im Nahbereich nur dann exklusiv ausbauen, wenn Sie den Wettbewerbern anschließend die Leitung zu zumutbaren Konditionen vermietet. Über die Höhe der TAL-Miete wird beispielsweise seit Jahren gestritten. Nun hat die Bundesnetzagentur die Entgelte, die die Telekom zukünftig für einen Layer-2-Bitstrom-Zugang verlangen darf, zur EU-Kommission nach Brüssel übermittelt.

Grundsätzlich soll die Telekom den Wettbewerbern zusätzlich zum Layer-2-Bitstrom ein KVz-VULA-Produkt anbieten müssen, das sieht der Regulierungsentwurf für VDSL-Vectoring im Nahbereich vor. Die Entgelte für dieses KVz-VULA-Produkt stehen allerdings noch nicht fest. Sie werden in einem eigenständigen Entgeltgenehmigungsverfahren behandelt, teilte die BNetzA heute mit. Auch die Kompensationsfragen bei der nachträglichen Zugangsverweigerung zur "letzten Meile" werden in einem separaten Regulierungsverfahren geklärt - letzteres Verfahren läuft bereits.

Das darf die Telekom für den Layer-2-Bitstrom-Zugang verlangen

Das Entgelt, das die Wettbewerber an die Telekom zu zahlen haben, soll für die Produktvarianten VDSL mit 16/25/50 MBit/s 18,56 Euro und für die Produktvariante VDSL mit 100 MBit/s 19,10 Euro pro Monat betragen. Günstiger ist die Produktvariante ADSL: Hierfür werden monatlich 15,17 Euro vorgeschlagen.

Sollten sich Wettbewerber im sogenannten "Kontingentmodell" gegenüber der Telekom zur Abnahme eines Mindestkontingents verpflichten, wird die Miete pro Anschluss aber nur zum Teil günstiger: In den Produktvarianten VDSL mit 16/25/50 MBit/s kann die Telekom ein Entgelt in Höhe von 16,55 Euro monatlich kassieren. Der Preis für die Produktvariante VDSL mit 100 MBit/s soll aber auch im Kontingentmodell bei 19,10 Euro monatlich liegen. In den monatlichen Überlassungsentgelten wird laut der BNetzA auch der im Rahmen des Bitstrom-Zugangs abgewickelte Datentransport, der sogenannte "inkludierte Verkehr", enthalten sein. Eine genaue Gigabyte-Angabe pro Anschluss und Monat macht die Behörde nicht, das inkludierte Datenvolumen wurde aber offenbar so bemessen, "dass damit die mittelfristig zu erwartende Bandbreitennachfrage abgewickelt werden kann".

Zusätzlich werden im heute übermittelten Entgeltvorschlag auch die Einmalentgelte für die Bereitstellung bzw. die Kündigung eines Layer-2-Bitstrom-Anschlusses sowie die jährlichen Überlassungsentgelte für den netzseitigen Übergabeanschluss zwischen Telekom und Wettbewerber geregelt.

Layer-2-Bitstrom als Alternative zur TAL-Miete?

Der Layer-2-Bitstrom wird nach den Vorgaben der BNetzA künftig per Ethernet-Technologie im Netz der Telekom transportiert. Die Behörde sieht ihn "als qualitativ hochwertiges Vorleistungsprodukt", das eine "wichtige Alternative werden" könnte für all die Unternehmen, die für ihre Kunden bisher die komplette Teil­nehmer­an­schluss­leitung anmieten. Die Wettbewerber müssten zwar für dieses Zugangsprodukt mehr in eine eigene Infrastruktur investieren, könnten den Datenverkehr dann aber "weitgehend unverarbeitet von der Telekom übernehmen und so eigene Endkundenprodukte ausgestalten".

Für die Europäische Kommission, das Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (GEREK) und die nationalen Regulierungsbehörden der übrigen EU-Mitgliedstaaten bleibt nun ein Monat Zeit, Stellungnahmen zu den Entgeltvorschlägen der BNetzA abzugeben. Sollte die EU-Kommission innerhalb dieser Frist keine Bedenken erheben, können die Entgelte laut der BNetzA anschließend in Kraft gesetzt werden.

Update 21. Dezember

Die Preise sind final in Kraft getreten, seitens der EU gab es keine Bedenken.

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