Vorbereitungen

2026: BNetzA vergibt Frequenzen 800 MHz & 1,8/2,6 GHz neu

Ende 2025 läuft die Frequenz-Zutei­lung für die Frequenzen um 800 MHz, 1,8 GHz und 2,6 GHz aus. Schon heute macht sich die BNetzA Gedanken darüber, wie die Neuver­gabe ablaufen soll. Bleibt es bei Auktionen?

Über viele Jahr­zehnte gab es beim Aufbau der Mobil­funk­netze in Deutsch­land ein einge­spieltes Ritual: Die Bundes­netz­agentur stellte Frequenz­bereiche zur Verfü­gung und setzte Aukti­ons­ter­mine an, bei denen sich dann etablierte Netz­betreiber und poten­zielle Neuein­steiger eine Bieter­wett­schlacht lieferten, was dem Staat Milli­arden-Einnahmen bescherte.

Doch dieses bishe­rige Verfahren hat weder zu einer flächen­deckenden Abde­ckung der Mobil­funk­netze noch zu mehr Wett­bewerb und schon gar nicht zu so nied­rigen Tarif-Preisen wie in anderen euro­päi­schen Nach­bar­län­dern geführt. Die Bundes­netz­agentur denkt nun nach eigenen Angaben auch über andere Verga­bever­fahren nach. Der konkrete Anlass ist ein Termin für die Neuver­gabe von Funk­fre­quenzen ab dem Jahr 2026.

Frequenzen um 800 MHz, 1,8 GHz und 2,6 GHz

Mobilfunkmasten auf einem Gebäude Mobilfunkmasten auf einem Gebäude
Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa
Die Frequenz­zutei­lung für die Frequenzen um 800 MHz, 1,8 GHz und 2,6 GHz läuft Ende 2025 aus, ab 2026 steht hier also eine Neuver­gabe an. Die Bundes­netz­agentur hat darum heute "Grund­sätze und Szena­rien zur Bereit­stel­lung von Frequenzen in den Berei­chen 800 MHz, 1,8 GHz und 2,6 GHz" veröf­fent­licht.

"Gerade die Frequenzen unter­halb 1 GHz tragen wesent­lich zur Breit­band­ver­sor­gung in der Fläche bei. Diese Frequenzen sind ein wich­tiger Baustein für die Versor­gung mit mobilem Breit­band, insbe­son­dere in länd­lichen Gebieten. Daher ist es wichtig, allen Markt­betei­ligten recht­zeitig Rechts- und Planungs­sicher­heit darüber zu geben, wie die Frequenzen erneut bereit­gestellt werden", sagt Jochen Homann, Präsi­dent der Bundes­netz­agentur heute.

Inter­essan­ter­weise stellt die Bundes­netz­agentur fünf mögliche Szena­rien für die Neuver­gabe vor: Verstei­gerung der Frequenzen (wie bisher), Verlän­gerung der Nutzungs­rechte, eine Kombi­nation aus beiden Elementen, ein Betrei­ber­modell sowie eine Ausschrei­bung. Dabei sollen insbe­son­dere die Instru­mente in den Blick genommen werden, die die "Versor­gung der Bevöl­kerung" verbes­sern.

Über­legungen zu einer Nega­tiv­auk­tion

Das Szena­rien­papier enthält nach Angaben der Behörde auch Über­legungen zu einer Nega­tiv­auk­tion. Hierbei soll derje­nige Bieter den Zuschlag erhalten, der den geringsten Förder­bedarf für den Mobil­funk­ausbau in bislang nicht lukra­tiven Gebieten hat. Die Nega­tiv­auk­tion sei dabei auch "im Kontext mit anderen Förder­mit­teln zu betrachten".

Die Bundes­netz­agentur gibt als Ziel aus, die Breit­band­ver­sor­gung der Bevöl­kerung gerade in länd­lichen Gegenden zu verbes­sern. Dies sei bei der erneuten Bereit­stel­lung der Frequenzen ab 2026 "beson­ders in den Fokus zu nehmen". Zugleich solle "der nach­hal­tige Wett­bewerb auf der Infra­struktur- und Diens­tee­bene geför­dert werden".

Die wirt­schaft­liche Leis­tungs­fähig­keit der (poten­ziellen) Netz­betreiber berück­sich­tigt die Behörde aller­dings weiterhin: Die Wahl eines Szena­rios für die Bereit­stel­lung der Frequenzen und die weitere Ausge­stal­tung stehe "in engem Zusam­men­hang mit der markt­lichen Entwick­lung und den jewei­ligen Geschäfts­modellen der Markt­teil­nehmer".

Rück­mel­dungen zum Frequenz­kom­pass berück­sich­tigt

Eine Basis für die Diskus­sion um Sinn und Unsinn diverser Verga­bever­fahren bleibt weiterhin der im Sommer 2020 vorge­stellte Frequenz­kom­pass. Die Auswer­tung der bislang einge­gan­genen Stel­lung­nahmen hierzu seien in die heute vorge­stellten "Grund­sätze und Szena­rien" mit einge­flossen.

Das heutige Grund­satz­papier zur Neuver­gabe der genannten Frequenzen ab 2026 kann bis zum 23. August dieses Jahres kommen­tiert werden

Mobil­funk-Frequenzen könnten in Deutsch­land künftig über einen "Beauty Contest" vergeben werden. Die Provider hätten dadurch mehr Geld für den Netz­ausbau zur Verfü­gung.

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